Unihockey Superfinal
Köniz dank Goalie Eder und Eigentoren von Wiler zum zweiten Mal Meister

Wie schon 2018 geht das Berner Derby um den Schweizer Meistertitel im Unihockey an Floorball Köniz. Mit dem 3:2-Sieg entthront Köniz den SV Wiler-Ersigen. Vier der fünf Tore fallen bereits im Startdrittel. Mann des Spiels ist Köniz-Torhüter Patrick Eder.

Raphael Wermelinger
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Matchwinner Patrick Eder (l.) und Manuel Maurer feiern den Meistertitel.

Matchwinner Patrick Eder (l.) und Manuel Maurer feiern den Meistertitel.

Ennio Leanza/KEYSTONE
Floorball Köniz ist zum zweiten Mal Schweizer Meister.

Floorball Köniz ist zum zweiten Mal Schweizer Meister.

Ennio Leanza/KEYSTONE

Ein Doppelschlag innert einer halben Minute ebnet Floorball Köniz den Weg zum zweiten Meistertitel der Klubgeschichte. Besonders bitter für den SV Wiler-Ersigen: Er schiesst die Tore eigentlich selbst. Beim 2:1 lenkt Verteidiger Ziehli den Heber von Nati-Center Engel mit dem Stock und der Hüfte ab und der Ball kullert an Goalie Menétrey vorbei ins Tor.

22 Sekunden später verliert Tambini den Ball an Köniz-Captain Ledergerber. Der hat freie Schussbahn. Menétrey wehrt ab, wird dann aber vom eigenen Verteidiger bezwungen. Vom Stock von Savonen, für den es nach einer Gehirnerschütterung der erste Einsatz in den Playoffs ist, landet der Abpraller zum 3:1 im Tor.

Davor legte Köniz einen Blitzstart hin. Wiederum eingeleitet durch einen Fehler von Wiler-Ersigen. Hollensteins Rückpass landete am eigenen Gehäuse. Aebersold übernahm und bediente Hutzli mit einem Pass von hinter dem Tor. Dessen Abschluss war dann technisch sehr fein und Goalie Menétrey chancenlos – das 1:0 nach 38 Sekunden.

Stefan Hutzli brachte Floorball Köniz bereits nach 38 Sekunden auf die Siegerstrasse.

Stefan Hutzli brachte Floorball Köniz bereits nach 38 Sekunden auf die Siegerstrasse.

Ennio Leanza/KEYSTONE

Wiler-Ersigen musste den Fehlstart verdauen, nutzte dann aber ebenfalls den ersten Fehler des Gegners eiskalt aus. Rentsch fing einen Pass an der Bande ab und dann ging es schnell und direkt. Rentsch zu Mutter und der diagonal zu Louis – 1:1. Doch genau in der Phase, in welcher der SV Wiler-Ersigen das Spielgeschehen in den Griff zu bekommen schien, kassierte er den kapitalen Doppelschlag.

Das alles geschah im ersten Drittel. Doch weil Köniz-Goalie Eder zum überragenden Mann des Spiels avancierte, war diese Zwei-Tore-Führung bereits entscheidend. Wegen Wiler-Ersigens Anschlusstor im Powerplay durch Väänänen in der 37. Minute blieb das Spiel bis zum Schluss spannend. Eder mit teils spektakulären Paraden und seine Vorderleute mit etlichen geblockten Schüssen vereitelten alle weiteren Versuche des Titelverteidigers.

Patrick Eder mittendrin.

Patrick Eder mittendrin.

Ennio Leanza/KEYSTONE

Als Wiler-Ersigen in den Schlusssekunden mit sechs Feldspielern statt Goalie agierte, war Eder nochmals gefordert. Er parierte die letzten beiden Schüsse von Wiler-Tospcorer Dudovic. Dann wars geschafft. Köniz konnte den Kantonsrivalen wie schon im Superfinal 2018 sowie zweimal in der laufenden Saison bezwingen.

Wiler scheint Köniz zu liegen. «Wir spielen gegen sie wirklich immer gut, weil wir wissen, dass sie uns jedes Mal alles abverlangen», sagt der Mann des Spiels. «Das hilft auch bei der Einstellung – dass wir wirklich von Anfang an bereit sind. Es ist jedes Mal schwierig gegen sie und es war auch heute schwierig.»

Wiler-Trainer Thomas Berger gratuliert den Könizern zum Meistertitel.

Wiler-Trainer Thomas Berger gratuliert den Könizern zum Meistertitel.

Ennio Leanza/KEYSTONE

Das Team habe von diesem Titel geträumt, sich vor dem Spiel und auch in den beiden Pausen sehr gut gefühlt, so Patrick Eder weiter. «Wir hatten gehofft, etwas offensiver spielen zu können. Aber es hat gereicht. Auf dem Pokal steht unser Name, und nicht, wie wir ihn gewonnen haben.»

Den Unterschied zwischen den beiden Teams habe gemacht, dass Köniz von Anfang an bereit war: «Wir hatten eine gute Mischung aus Lockerheit und extremem Biss. Und wir hatten ihre Schlüsselspieler sehr gut im Griff.» Zu seiner Auszeichnung zum Man of the Match sagt der 30-jährige Goalie: «Ich darf sicher sehr zufrieden sein mit meiner Leistung. Vor allem am Ende kam doch noch der eine oder andere Schuss. Ich versuche natürlich, dem Team zu helfen. Und bin happy, dass es gereicht hat. Und happy, dass ich gut gespielt habe.»

Die Könizer jubeln, Wiler-Ersigens Captain Tatu Väänänen (r.) verpasst seinen fünften Titelgewinn mit dem SVWE.

Die Könizer jubeln, Wiler-Ersigens Captain Tatu Väänänen (r.) verpasst seinen fünften Titelgewinn mit dem SVWE.

Ennio Leanza/Keystone

Der SV Wiler-Ersigen hätte sich mit dem 13. Titelgewinn Rekordmeister schreiben dürfen. Rot-Weiss Chur hat ebenfalls ein Dutzend Meistertitel gesammelt. Für Captain Väänänen wäre es der fünfte Titel gewesen. «So ein Saisonende wollten wir natürlich nicht, und haben wir auch nicht verdient. Doch einer muss verlieren, einer gewinnen, so ist es halt», sagt er.

Köniz sei im ersten Drittel nicht besser gewesen. «Es waren einfach unglückliche Gegentore. Das ist schade. Wenn sie in Führung gehen, können sie den Ball lange halten – das ist ihr Spiel, das wollten wir verhindern. Wir spielten in den letzten zwei Dritteln gut, aber wenn man nur zwei Tore schiesst, gewinnt man selten.»

Es wurde nichts aus dem 13. Meistertitel für den SV Wiler-Ersigen.

Es wurde nichts aus dem 13. Meistertitel für den SV Wiler-Ersigen.

Ennio Leanza/KEYSTONE