Weil sich der spanische Diagonalangreifer Daniel Rocamora am Knie verletzt hatte, musste Volley Schönenwerd kurz vor dem Auftakt der Playoffs handeln. Als Ersatz verpflichteten die Niederämter den Montenegriner Milos Culafic. Besser hätte der 32-Jährige beim Tabellenzweiten der NLA kaum starten können. Im dritten Duell der laufenden Saison gelang «Schöni» der erste Sieg gegen den Spitzenreiter Amriswil – dies auswärts und gleich mit 3:0. Culafic steuerte insgesamt 24 Punkte bei. Zusammen mit Leandro Gerber, welcher 15 Punkte buchte, führte er Schönenwerd zum 15. Saisonsieg.

Eine umkämpfte Partie

Für die Thurgauer, die ihre ersten 15 Meisterschafts-Partien durchweg mit dem Punktemaximum gewonnen hatten, war dies bereits die dritte Niederlage in den letzten vier Spielen – unterbrochen immerhin von der hart erkämpften Cupfinal-Qualifikation am letzten Sonntag in Näfels. Die Partie verlief allerdings trotz des deutlichen Resultats hart umstritten. Vor allem im ersten und im dritten Satz schien bis zuletzt jeder Ausgang möglich. Für einmal behielt aber in den entscheidenden Phasen nicht der Leader, sondern der zwei Runden vor Schluss immer noch fünf Punkte zurückliegende erste Verfolger das bessere Ende für sich.

Den ersten Satz holten die Schönenwerder erst in der Verlängerung. Nachdem die Amriswiler den erst Satzball zum 24:24 abwehren konnten, bescherte Culafic den Schönenwerdern den zweiten, den der Montenegriner gleich selbst verwandelte. Insgesamt neunmal punktete Culafic im ersten Durchgang. Im zweiten schaltete er einen Gang zurück, dafür drehte Leandro Gerber mit zwölf Punkten auf. Und auch der zweite Aussenangreifer Marcin Ernastowicz setzte wichtige Akzente: etwa der Block zum 19:17 oder der Service-Winner zum 22:18 aus Schönenwerder Sicht. Am Ende hiess es 25:21 für die Niederämter.

Weiterhin drei Punkte vor Lausanne

In der entscheidenden Phase des dritten Satzes brachte der US-amerikanische Passeur Scott Fifer Volley Schönenwerd mit einem Block in Führung (23:22). Nach dem Sideout der Thurgauer sicherte Culafic den Gästen mit einem seiner insgesamt zehn Punkte im dritten Satz den ersten Matchball. Den Schlusspunkt setzte Aussenangreifer Ernastowicz mit einem Block. Die Schönenwerder konnten mit diesem Erfolg den weiterhin drei Punkte hinter ihnen zurückliegenden Titelverteidiger Lausanne, der in Jona zum erwartet klaren 3:0-Sieg kam, auf Distanz halten.

Für Näfels setzte es eine Woche nach dem knappen Cup-Out gegen Amriswil eine weitere Enttäuschung ab. Die Glarner verloren zu Hause gegen Chênois mit 1:3 und mussten ihre Ambitionen, den Top 3 im Playoff-Viertelfinal aus dem Weg zu gehen, wohl endgültig begraben. Komplettiert wurde die 19. Runde mit dem 3:1-Auswärtserfolg von Volley Luzern bei Uni Bern. Die Qualifikation in der NLA endet am kommenden Wochenende mit einer Doppelrunde. Schönenwerd trifft jeweils auswärts auf Jona (8.) und Luzern (4.). (PD/RAW)