Eishockey NLB

Trotz Favoritenrolle: Der EHC Olten verliert gegen Thurgau mit 2:3

Mehr als eine Blutspur von Verteidiger Cyril Aeschlimann hinterlässt der EHC Olten im Thurgau nicht. Das Auswärtsspiel verlieren die Solothurner 2:3. Es ist ihre erste Auswärtsniederlage.

Zum Pech kommt jetzt auch noch Unvermögen dazu. Hatte Olten bei der 1:3-Heimniederlage gegen Rapperswil-Jona noch vieles richtig gemacht, verschuldete die Equipe von Trainer Bengt-Ake Gustafsson ihre erste Auswärtsniederlage dieser Saison grösstenteils selbst.

Beim 2:3 gegen den HC Thurgau spulte der EHCO ein Standardprogramm ab und erkannte zu spät, dass die Ostschweizer nicht mehr die Ostschweizer aus den ersten NLB-Runden waren.

Das Heimteam nahm den Gästen mit einem aggressiven Forechecking den Wind aus den Segeln. Und auch punkto Aggressivität mussten sich die Oltner in Weinfelden vorführen lassen.

Alles verlief nach Schema F

In den Startminuten verlief noch alles nach Schema F. Olten machte im Stil des ambitionierten Aufstiegskandidaten Druck und kam durch Tim Stapleton zum 1:0 (8.). Der Amerikaner profitierte freistehend im Slot von einem perfekten Zuspiel seines Sturmpartners und Landsmanns Ryan Vesce.

Doch schon kurz danach zeigte sich, dass sich Olten gegen Thurgau zu sicher fühlte, zu überheblich auftrat in der Weinfelder Güttingersreuti.

Es dauerte nur 48 Sekunden, da war die Führung wieder weg. Thurgaus kanadisches Sturmduo Jaedon Descheneau und Cam Braes konterte Oltens Verteidigung mit Tim Bucher und Simon Barbero mustergültig aus und erzielte das 1:1.

Noch im ersten Drittel hätte der EHCO die Möglichkeit gehabt, den Fauxpas zu korrigieren. Doch liess Gustafssons Team wie schon gegen Rapperswil-Jona die Effizienz im Abschluss vermissen.

Zittrige Hände, ungenaue Pässe

Die Wende kam zu Beginn des Mitteldrittels. Verteidiger Cyril Aeschlimann verlor hinter dem eigenen Tor den Puck an Thurgaus Michael Loosli. Dieser passte in den Slot zu Patrick Brändli, der keine Mühe hatte, Matthias Mischler im Tor der Oltner zu bezwingen.

Jetzt lag der EHCO gegen eine Mannschaft unter dem Trennstrich in Rückstand. Die Hände wurden noch zittriger, die Pässe noch ungenauer als schon zuvor. Und obwohl eigentlich Simon Rytz im Tor des EHCO erwartet wurde: An Mischler lag die Niederlage nicht. Er hielt seine Mannschaft in einer ersten 3-gegen-5-Situation bei Spielmitte in der Partie.

Doch die zweite doppelte Unterzahl war auch für den Oltner Schlussmann zuviel. In der 44. Minute traf Braes aus dem Gewühl vor Mischler zum spielentscheidenden 3:1. Zu diesem Zeitpunkt sassen mit Silvan Wyss und Marc Grieder ein weiteres Mal zwei Oltner miteinander auf der Strafbank.

Es fehlte ein Plan B

Nun fehlte dem Favoriten auf fremdem Eis der Plan B. Es schien, als hätte Thurgaus Trainer Stephan Mair seine Mannschaft besser auf den Gegner eingestellt als Gustafsson. Zwar blieben die Angriffswellen der Oltner nicht aus. Doch wurden sie meist schon an der blauen Linie vom Gegner abgefangen.

Und es fand sich auch keiner, der die Mannschaft mit einem Anflug von Aggressivität aufwecken konnte. Da hatte Thurgau mit Descheneaus hohem Stock gegen Aeschlimann das deutlich grössere Einschüchterungspotenzial. Aeschlimann ging blutend vom Eis. Das anschliessende vierminütige Powerplay wurde jedoch nicht genutzt.

Warnschuss nicht erhört

In der 52. Minute brachte Devin Muller die Gäste im Powerplay nochmals auf 2:3 heran. Er spielte sich im Doppelpass mit Martin Ulmer herrlich durch die Thurgauer Defensive. Eine heisse Schlussphase war damit garantiert.

Doch selbst die Herausnahme von Goalie Mischler zugunsten eines sechsten Feldspielers konnte das Unheil für den EHCO nicht mehr abwenden. Zu pomadig war der Auftritt der Mannschaft am gestrigen Abend. Dabei hätte die 1:3-Heimniederlage gegen Rapperswil-Jona eigentlich schon Warnung genug sein können.

Lesen Sie hier das Spiel im Liveticker nach: 

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