Swiss League
Instabile Defensive: Der EHC Olten verliert das erste Halbfinalduell gegen Kloten mit 2:6

Der EHC Olten verliert im ersten Playoff-Halbfinalspiel auswärts beim EHC Kloten trotz ansprechenden Startminuten 2:6. Auf der Niederlage basiert eine ungenügende Leistung in der Defensive.

Silvan Hartmann
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Zum Auftakt der Playoff-Halbfinalserie gastiert der EHC Olten in der Swiss-Arena.
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Jubel beim EHC Olten über den zwischenzeitlichen 2:2-Ausgleich durch Horansky.
Stanislav Horansky netzt zum 2:2-Ausgleich ein.
In der Schlussphase der ersten Drittel können aber wieder die Hausherren jubeln. Mit einem Doppelpack in der 19. und 20. Spielminute gehen die Klotener wieder in Front.
EHCO-Torhüter Silas Matthys muss in den ersten 20 Minuten viermal hinter sich greifen.
Olten-Topskorer Garry Nunn führt im ersten Drittel die Scheibe.
Zweikampf an der Bande zwischen Robin Figren und Oltens Silvan Wyss.
Oltens Jens Nater versucht Niki Altorfer am Abspiel zu hindern.
Simon Lüthi (rechts) im Duell mit Robin Leone.
Robin Schwab bedrängt Klotens Eric Faille.
Im Mitteldrittel können lediglich die Spieler des EHC Kloten jubeln. Leone sorgt mit seinem Treffer zum 5:2 für eine komfortable Führung der Gastgeber.
Der Klotener Offensivmann lässt dem EHCO-Torhüter Simon Rytz keine Chance.
Voller Körpereinsatz. Leonardo Fuhrer wirft sich in den Schuss von Ramon Knellwolf.
Kloten-Torhüter Dominic Nyffeler musste nach dem ersten Drittel nicht mehr hinter sich greifen.
Dan Weisskopf mit einem erfolglosen Abschluss im Schlussdrittel.
EHCO-Goalie Simon Rytz klärt die Scheibe vor dem heranstürmenden Dario Meyer.
Enttäuschte Gesichter beim EHC Olten nach Spielschluss. Die Powermäuse gehen in der Halbfinalserie nach der 2:6-Niederlage gegen Kloten mit 0:1 in Rückstand. In den kommenden Spielen braucht es vor allem defensiv eine stärkere Leistung, will man dem Qualifikationssieger aus Kloten Paroli bieten.

Zum Auftakt der Playoff-Halbfinalserie gastiert der EHC Olten in der Swiss-Arena.

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Das Spiel

Erstes Drittel: Der Auftakt dieser Halbfinalserie gleicht für lange Zeit einem Pausenplatz-Hockeymatch – Augen haben die Spieler auf beiden Seiten etwas überraschend nur für die Offensive. Nach einem Check von Oehen, der mit 2 plus 10 Minuten bestraft wird, agieren die Oltner in Unterzahl und verzeichnen dabei die erste dicke Chance: Schirjajew erkämpft sich im Klotener Spielaufbau die Scheibe, doch Wyss verzieht kläglich. Mit dem Gegenangriff wird den Oltnern aufgezeigt, wie’s geht: Klotens Andri Spiller eröffnet in Überzahl das Skore. Nur eine Minute später gleicht EHCO-Captain Dion Knelsen aus – ebenfalls im ersten Powerplay des Teams. Lange währt der ausgeglichene Spielstand nicht: 30 Sekunden später tut sich der EHCO abermals schwer, die Scheibe aus der Defensivzone zu schlagen, ausserdem kann Verteidiger Maurer Klotens Import Figren vor dem Tor nicht rechtzeitig wegarbeiten, welchem letztlich die 2:1-Führung gelingt. Die Powermäuse lassen sich aber nicht unterkriegen, auch dank gütiger Mithilfe der Klotener, die gleich zu dritt Stan Horansky im Slot schalten und walten lassen: Schirjajew setzt ihn ideal in Szene: 2:2! Mit dem vierten Tor in 10 Minuten versuchen die beiden Teams defensiv in die Tagesordnung überzugehen. Garry Nunn verzeichnet sogar noch in einer 3:2-Situation die grosse Chance, sein Team in Führung zu bringen. Doch zwei Minuten vor dem Ende des ersten Drittels bricht Olten auseinander. Torschütze Meyer vollendet eine wunderbare Kombination mit Topskorer Spiller. Und 24 Sekunden vor der ersten Sirene trifft Verteidiger Back mittels Weitschuss von der blauen Linie zum 4:2. Zwei einfache, billige Gegentore, die der EHC Olten tunlichst vermeiden sollte.

Zweites Drittel: Trainer Fredrik Söderström vollzieht in der ersten Pause einen Torhüterwechsel, um der Mannschaft neue Impulse zu geben: Simon Rytz ersetzt Silas Matthys, der zwar nicht bei jedem Gegentreffer als Schuldiger auszumachen ist, aber dennoch auch nicht die Position einnahm als verlässlicher Rückhalt. Der EHC Olten, der nach den Abgängen der NHL-Draft-Teenager und dem Saisonende von Philipp Rytz kaum mehr Kadertiefe aufweist, muss dann kurzer Hand auf Doppeleinsätze einzelner Spieler zählen: Erst fiel Oehen nach einem geblockten Schuss aus, worauf eine Minute später Horansky nach einem Spielaufbau hinter dem eigenen Tor von Klotens Marchon unbestraft niedergestreckt wird und in die Kabine verschwand. Das Positive: Sowohl Oehen wie auch Horansky können gegen Ende des Drittels wieder mittun. Da hatte Kloten bereits auf 2:5 erhöht: Zuerst lässt sich Nater an der Nase rumführen, worauf sich auch noch Fogstad Vold von Klotens Leone austanzen lässt. Dass es nach 40 Minuten bei diesem Spielstand blieb, war insbesondere Simon Rytz zu verdanken, der unter anderem in einem Penaltyduell gegen Spiller die Oberhand behielt.

Drittes Drittel: Garry Nunn notiert in Überzahl auf einen Überraschungspass von Schirjajew die Topchance, auf 3:5 zu verkürzen, scheitert aber aus bester Position. Als der EHC Kloten schliesslich durch Eric Faille auf 6:2 stellt, flacht die Partie stetig ab. Der EHC Olten wird fortan nur noch im Powerplay gefährlich, doch auch dort resultiert sich nichts mehr Zwingendes, weshalb Spiel eins mit 2:6 verloren geht.

Die Schlüsselszenen

I: Zwei Minuten vor der ersten Pause bricht der EHC Olten auseinander, lässt die Tore zum 2:3 und 2:4 zu. Es sind einfache, billige Gegentore, die den Powermäusen hinterher besonders schmerzen. Denn die hypothetische Frage sei erlaubt: Wie hätten sich die beiden Teams mit einem 2:2 nach 20 Minuten in Drittel zwei präsentiert?

II: Nach dem Spiel gab die Attacke von Klotens Stürmer Marc Marchon gegen Stan Horansky in der 25. Minute beim EHC Olten Anlass zu Diskussionen. Man stellte sich die Frage: Wie kann man als Schiedsrichter bloss einen solchen Check gegen den Kopf übersehen? Die Powermäuse erhoffen sich nun immerhin im Nachgang etwas Gerechtigkeit: Mit einer Sperre gegen Marchon.

Die drei Besten

1.       Jewgeni Schirjajew: Überrascht immer wieder mit Zuckerpässen und hat die zündenden Ideen in Überzahl. Allgemein ein wahrlich wertvoller Kämpfer.

2. Dion Knelsen: Hat das Selbstvertrauen, in den Abschluss zu gehen. Trifft zum frühen 1:1-Ausgleich.

3. Janis Elsener: Mit Simon Lüthi der einzige Verteidiger in Spiel eins auf der Höhe der Klotener. Wo bleibt die defensive Stabilität?

Die Stimmen zum Spiel:

Simon Lüthi: «Es ist enttäuschend: Wir konnten heute nicht unser bestes Spiel aufs Eis bringen. Wir haben ihnen zu viele einfache Tore zugestanden. Es war sicher nicht alles schlecht, aber wir müssen uns in allen Belangen steigern. Wir müssen näher beim Gegner stehen und in den Zweikämpfen härter agieren. Insbesondere, wenn wir vorne die Tore schiessen. Vielleicht sind wir mit etwas zu viel Respekt ins Spiel, obwohl wir das gar nicht müssten. Wir wissen, sie sind ein gutes Team, aber wir sind auch stark und können sicher mit ihnen mithalten, das haben wir heute phasenweise gezeigt.»

Silvan Wyss: «Es ist schade, dass wir ausgerechnet nach unseren Toren ihnen zu viel zugestehen, viele Gegentore haben wir ihnen mehr oder weniger geschenkt. Genau in diesen Momenten sollten wir schlau sein, zuerst defensiv stabil sein, was wir im Viertelfinal besonders gut machten und heute schlecht war. Und wir müssen bei 5-gegen-5 mit viel mehr Leidenschaft dorthin gehen, wo es wehtut und einfach härter arbeiten.»

Dan Weisskopf: «Wir waren viel zu undiszipliniert, müssen das in den nächsten Tagen analysieren und können das hoffentlich im zweiten Spiel abstellen. Wir spielen gegen die beste Offensive der Liga, aber dennoch sind sechs Gegentore viel. Wir haben auch zu viele Strafen geholt und ihnen so das Leben einfach gemacht.»

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