Es waren die altbekannten Probleme, die Trimbach plagten. Auch an diesem Spieltag der Nationalliga A konnte Froburg seine grössten Mankos nicht beseitigen. Chancenverwertung, Match-Tie-Breaks und Doppelpartien sind in diesem Jahr die ärgsten Widersacher des TC. Dabei begann der Tag so ausgezeichnet: Drei Einzel in Folge währte das Glück des Sieges. Drei Punkte aus drei Matches liessen schon wieder von den Halbfinals träumen. So ein guter Start, so viel schien wieder möglich. Die anschliessenden sechs Partien holten Trimbach wieder auf den Boden der Tatsachen: Nur Niederlagen, davon drei erneut in Match-Tie-Breaks.

Jetzt kommt es zum Showdown, und der dürfte nicht angenehm werden. Gegen den TC Schützenmatt geht es im direkten Duell um den Abstieg. Denn die anderen Solothurner belegen nur drei Punkte hinter dem TC Froburg den sechsten und damit letzten Platz. Der Druck war ohnehin schon gross, nun wächst er noch einmal. Wenn die Schützlinge von Coach Bartolomé Szklarecki diesem standhalten, könnte die Stimmung allerdings auch ganz schnell wieder aufhellen.

Denn auch CT Neuchâtel auf dem vierten Platz ist nur einen Punkt entfernt in direkter Reichweite. Und die Neuenburger haben das wohl schwerste Los des letzten Spieltags. Gegner GC Zürich wird den zweiten Platz vor Genf sicherlich verteidigen wollen, schon der Ehre wegen. Wenn also Trimbach seine Kräfte bündeln kann, ist durchaus noch die Halbfinalrunde drin.

Showtime bei Castelnuovo

In den ersten drei Partien meinte man noch, eine Idee erkennen zu können im Froburger Auftreten: Aktiv spielen, selbst das Heft in die Hand nehmen, zügig Punkte aufholen ohne Kompromisse. Inigo Cervantes, Vullnet Tashi und Luca Keist gelang das gleichermassen gut wie überzeugend. Der Auftakt bot genau das, was die Mannschaft gebraucht hatte. Cervantes schlug seinen Landsmann Enrique Lopez-Perez glatt mit 6:3, 6:4 und Tashi besiegte Jacob Kahoun ebenso deutlich mit 6:2, 6:4.

Luca Keist bot die grösste Show, indem er gegen Luva Castelnuovo einen Satzrückstand (6:7) mit 6:4 im zweiten Durchgang drehte und in einen  Sieg verwandelte. Im Match-Tie-Break scheiterte Castelnuovo gleich dreimal hintereinander an der Netzkante. Doch zugleich war es auch Keists mutiges Auftreten, das ihm die Punkte bescherte. Den Matchball spielte er sich mit einem Vorhand-Winner heraus, legte sofort nach und verwandelte damit sofort die erste Möglichkeit: Mit einem energischen Vorhand-Angriffsball und einem Vorhandvolley-Winner beendete er das Match.

Erfolgreiche Einzelpartien

Genauso erfolgreich ging es in den weiteren Einzelpartien direkt weiter. Sandro Ehrat gegen Johan Nikles und Uladzimir Ignatik gegen Kenny de Schepper legten beide einem Break los. Ehrat konnte ein schnelles Re-Break wieder mit eigenem Break kontern. Beide schlossen den ersten Satz mit 6:4 zu ihren Gunsten. Aber dann kam bei beiden Trimbachern zur gleichen Zeit der Bruch im Spiel. De Schepper wurde konzentrierter und konstanter, machte weniger Fehler und spielte sich Schritt für Schritt besser ins Match. Dazu gesellten sich ein paar Flüchtigkeitsfehler zu viel von Ignatik. Der zweite Satz endete mit 4:6.

Zu identischem Ergebnis (4:6) und ähnlicher Entwicklung kam es auf dem Platz nebenan. Sandro Ehrat hatte schon zuvor ein paar unerzwungene Fehler zu viel in seinem Spiel, aber erst jetzt wirkten sie sich aus auf den Verlauf der Partie. Denn Nikles wurde besser und ergriff die Chance. Mit Jubelschreien nach jedem Ballwechsel eroberte er weithin hörbar die Deutungshoheit über das Spiel. Der Matchball war symptomatisch: Nikles griff halbstark auf der T-Linie an und Ehrat spielte den Ball unter mässigem Druck ins Netz (4:10). Ignatik verlor um einen Punkt besser, 6:10.