Nach neun Spielen hat der TV Solothurn nun neun Punkte auf dem Konto und belegt in der Nationalliga B einen Mittelfeldplatz. Nach dem tollen Start in die Saison schien mehr möglich, doch zuletzt setzte es drei Niederlagen in Serie ab. Gegen den starken TV Möhlin schien nun die Wende greifbar. Nach 10 Minuten stand es 5:1, zur Pause 13:9 für die Solothurner. Dann schied zwar Alain Blaser mit verletztem Fuss aus, aber selbst das zeigte keine Wirkung. Solothurn baute die Führung bis zur 36. Minute auf 16:9 aus und sah wie der sichere Sieger aus.

Möhlins taktische Umstellung

Bis zur 45. Minute sah die Welt für den TVS rosig aus. Zu diesem Zeitpunkt führten die Solothurner dank stabiler, aggressiver Defensive, variantenreichen Angriffen und sehr guten Würfen aus der zweiten Reihe absolut verdient mit 18:12. Doch dann rückte Möhlin mit Sebastian Kaiser den zentralen Deckungsspieler drei Meter nach vorne.

Diese taktische Umstellung zeigte sofort Wirkung, indem die Solothurner wegen des «Indianers» den Ball nicht mehr ungestört zirkulieren lassen konnten. Die Aargauer provozierten damit eine hektische, ja konfuse Schlussphase und die Solothurner gingen darauf ein. Plötzlich war der Faden gerissen und es folgte ein wildes Hin und Her. Es hagelte Zeitstrafen und ein Tor nach dem anderen holte Möhlin auf, bis in der letzten Minute das 21:21 fiel.

Doch dann hatte Solothurn noch 40 Sekunden Ballbesitz, um doch noch den Siegtreffer zu realisieren. In der allerletzten Sekunde bekamen sie noch einen Freiwurf zugestanden, der direkt auf das Tor ausgeführt werden musste. Die Aargauer Verteidiger hielten – wie so oft in diesem Spiel – den Abstand nicht ein, was zu einer Zwei-Minuten-Strafe führte. Die Solothurner wollten nun auch noch einen Penalty, doch das Schiedsrichterduo liess nur den Freiwurf wiederholen. Die Begründung nach der Schlusssirene: «Die Zeit war abgelaufen, deshalb muss der direkte Freiwurf wiederholt werden. Wäre noch eine Sekunde Spielzeit auf der Uhr gewesen, hätten wir einen Penalty gegeben.»

Niederlagen-Serie gestoppt

So blieb es nach drei Niederlagen in Serie bei einem Unentschieden, das irgendwie eben doch den Beigeschmack einer weiteren Niederlage hatte. «Wir haben super gespielt, aber dann gab es lächerliche Strafen gegen uns und die Schiedsrichter pfiffen uns auch immer wieder den Vorteil ab, als wir eigentlich durchgebrochen waren», erklärte Marco Kurth den Einbruch seiner Mannschaft. Früher hatte sich der Ex-Nationalspieler in solchen Phasen selber eingewechselt, um direkten Einfluss nehmen zu können. «Das mache ich bewusst nicht mehr. Jetzt müssen die jungen Spieler in den entscheidenden Situationen selber die Verantwortung übernehmen. Das müssen sie lernen, und das gelingt noch nicht jedes Mal.»

Nach vierzig guten und zwanzig weniger guten Minuten brauchte Marco Kurth etwas Zeit, bis der erste Ärger verflogen war. Dann sah er das Positive: «Über so ein Spiel regt man sich auf, aber gleichzeitig ist es auch unglaublich wertvoll. Meine Spieler werden viel daraus lernen, was heute passiert ist, und das bringt uns weiter. Am Ende der Saison wird es nicht auf diesen einen Punkt mehr oder weniger ankommen. Die Mannschaft soll einen Schritt weiterkommen, und das Saisonziel ist mit der Vereinsleitung dementsprechend vereinbart.»