Laufsport
Sie ist Mutter, Angestellte und erfolgreiche Sportlerin in Personalunion

Die 47-jährige Claudia Erdin aus Hägendorf bringt Familie, Job und Sport erfolgreich unter einen Hut. Der Alltag der Ausdauersportlerin ist durchgeplant. Ihrer Meinung nach ist alles nur eine Frage der Organisation.

Michael Schenk
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Mit ihren 47 Jahren noch immer schnell unterwegs: Claudia Erdin.

Mit ihren 47 Jahren noch immer schnell unterwegs: Claudia Erdin.

zvg

«Gut organisiert ist halb gemacht», sagt Claudia Erdin. Soeben hat sie ihren Sohn vom Geräteturnen in Wolfwil abgeholt und wartet nun in Hägendorf auf ihre Tochter, die ebenfalls turnt.

Die Kids der 47-Jährigen sind fünf und sechs Jahre alt. «Ich bin halt schon ein etwas älteres Mami, aber ich fühle mich noch sehr fit.» Daran besteht nicht der geringste Zweifel. Claudia Erdin begann einst ihre sportliche Laufbahn als Leichtathletin und ist, seit sie 17-jährig ist, Ausdauersportlerin.

Eine sehr erfolgreiche Athletin notabene. Zu den Glanzpunkten in ihrem üppig befrachteten Palmares zählen unter anderem der Sieg am Silvesterlauf in Zürich, eine Top-Ten-Platzierung am Powerman in Zofingen oder auch der Kategorien-, Gesamt- und Teamsieg in der Jura-Top-Tour.

Letzteres gelang ihr 2012. Von Ermüdungserscheinungen im «Mittel-Alter» also keine Spur. «Mein Mann ist bei jedem Lauf dabei und unterstützt mich sehr. Ich brauche das, damit ich weiss, dass gut für die Kinder gesorgt ist.» Ihr Mann, der aus dem Radsport kommt, sei in dem Sinn der «ruhende und beruhigende Puls» im Familien-Team.

Noch nicht restlos zufrieden

Und doch gibt es Momente, da spielt der Körper von Claudia Erdin nicht ganz so mit, wie sie das gerne hätte. Vor anderthalb Jahren plagte die Hägendörferin das Pfeiffersche Drüsenfieber.

«Noch heute gibt es darum Tage, an denen ich mich ausgelaugter und schlapper fühle als im Normalfall», erzählt sie. Ist ausgerechnet dann ein Wettkampf angesagt, könne sie ihr Leistungspotenzial nicht ausschöpfen.

Schliesslich kann es Jahre dauern, bis die Folgen dieser Viruserkrankung gänzlich aus dem Körper raus sind. Insofern ist die Läuferin mit ihrem diesjährigen Saisonstart in die Jura-Top-Tour nicht hundertprozentig zufrieden.

Obwohl sie am Tüfelsschlucht-Lauf Dritte und am Wengi-Lauf Zweite geworden war. «Ich spüre aber, dass da noch mehr geht», sagt die zweifache Mutter. Nun hofft sie, dass das am Freitag im Rahmen der dritten Tour-Station – dem Roggenberglauf in Oensingen – der Fall ist und sie den Podestplatz erreicht, der ihr heuer noch fehlt.

Laufen im Team

Nachdem sie letztes Jahr wettkampfmässig mehrheitlich ausgesetzt hatte, läuft Claudia Erdin heuer wieder regelmässig und sogar in einem Team mit. Jeweils fünf Läuferinnen und Läufer aus diversen Kategorien können an der Jura-Top-Tour eine Equipe bilden. «Ich wurde von Mizuno angefragt und habe gerne Ja gesagt.» Die Gage erhält die Teilzeit-Bankangestellte, die zu 40 Prozent auf der Coop-Bank in Solothurn arbeitet, in Form von Sport- und Freizeit-Bekleidung.

Streckenrekord in Niederbipp

Aus Freude und «weil es eine schöne Abwechslung ist» läuft die Solothurnerin seit zwei Jahren auch am Niederbipper Waffenlauf mit. Und auch da macht sie der Konkurrenz das Leben ungemein schwer.

Bei beiden Starts liess sie die amtierende Schweizer Meisterin hinter sich. 2012 kam sie in 1 Stunde 41 Minuten und 26 Sekunden sogar in Streckenrekord ins Ziel. An der nötigen Ausdauer, die energieaufwendige Multi-Beanspruchung als Mutter, Bankangestellte und Sportlerin zu meistern, dürfte es Claudia Erdin also effektiv nicht fehlen.

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