EHC Olten

Seit zehn Jahren EHCO-Geschäftsführer: Der gesellige Chrampfer Peter Rötheli

Sein zweites Zuhause: CEO Peter Rötheli (43) vor der Geschäftsstelle des EHC Olten in der Schützi.

Sein zweites Zuhause: CEO Peter Rötheli (43) vor der Geschäftsstelle des EHC Olten in der Schützi.

Peter Rötheli feiert sein zehnjähriges Jubiläum als EHCO-Geschäftsführer. Als der Hägendörfer das Amt antrat steckten die Dreitannenstädter in der Krise und wiesen ein Budget von 1,5 Millionen auf. Heute sind die Powermäuse ein NLB-Spitzenklub mit einem Umsatz von rund 5,5 Millionen - auch ein Verdienst von Rötheli.

Ohne ihn – ist man sich beim EHC Olten einig – wären die Powermäuse längst nicht da, wo sie heute stehen. Er, Peter Rötheli, von allen «Pesche» genannt, ist so etwas wie das Herz des EHC Olten – und das seit 10 Jahren. Er, der Geschäftsführer, sagt bescheiden: «Es liegt sicher nicht nur an mir, dass wir heute zu den grössten Sportvereinen im Mittelland gehören. Ich sehe mich als Puzzleteil eines Teams, das sich täglich aufopfert und für den Verein das Beste gibt.» Peter Rötheli stellt im Gespräch immer wieder sein Team in den Vordergrund und streicht das Familiäre heraus, das den Verein in den letzten Jahren stets so erstarkt hat.

Doch das war nicht immer so. 2004 befand sich der EHC Olten in der Krise, der Bankrott konnte gerade noch rechtzeitig abgewendet werden. Rötheli sah sich als langjähriger EHCO-Fan gezwungen, zu handeln und gründete mit Freunden den Verein «Pro Hockey Olten». Vom Engagement beeindruckt, stellte der EHC Olten zwei Jahre später den 33-jährigen Peter Rötheli als Geschäftsführer an. Der Wirbel um den Juristen mit abgeschlossenem Studium war gross. Er, der jüngste CEO eines Hockeyklubs, ein Fan aus der Kurve, der als Hobby «Freundschaften pflegen» auflistet, soll den EHC Olten in bessere Zeiten führen?

Peter Rötheli ist gerne nahe an der Mannschaft dran und streicht das familiäre Umfeld beim EHCO als positiven Aspekt hervor.

Peter Rötheli ist gerne nahe an der Mannschaft dran und streicht das familiäre Umfeld beim EHCO als positiven Aspekt hervor.

NLA als grosse Mission

Rötheli mag sich noch gut an den 18. September 2006 erinnern, als ihm der Schlüssel der Geschäftsstelle überreicht wurde und er zum ersten Arbeitstag antrat. Sofort nahm er das Telefon in die Hand und versuchte, Inserate zu verkaufen. Mit den Gesprächen potenzieller Geldgeber lernte er umgehend die rauen Seiten des Sportbusiness kennen.

Unterkriegen – das liess sich Rötheli aber nie. Freunde beschreiben ihn denn auch als Reisser. Einer, der die Leute begeistern kann, schier Unmögliches doch zu realisieren. «Ich bin ein Kämpfer, einer, der vorausgeht. Wenn ich mir ein Ziel in den Kopf setze, dann will ich dieses auch erreichen», sagt er. Dafür arbeitet der heute 43-Jährige oft auch gerne von morgens früh bis in die Mitternachtsstunden und verzichtet nicht zuletzt auf viel Freizeit und Privates.

Peter Rötheli und Daniel Villard (Geschäftsführer EHC Biel) anlässlich vom Playoff-Auswahlverfahren im Jahr 2008, als Peter Rötheli erst zwei Jahre im Amt war.

Peter Rötheli und Daniel Villard (Geschäftsführer EHC Biel) anlässlich vom Playoff-Auswahlverfahren im Jahr 2008, als Peter Rötheli erst zwei Jahre im Amt war.

Rötheli ist nicht nur ein tüchtiger Chrampfer, sondern auch einer, der die Geselligkeit liebt. Kritiker halten ihm vor, dass er sich als Geschäftsführer zu stark als Fan exponiert. Dazu sagt er: «Es ist eine Gratwanderung. Einerseits wirkt man schnell arrogant, wenn man sich distanziert. Andererseits will ich das Familiäre in unserem Klub vorleben. Ein Verein funktioniert nur, wenn Fans da sind. Ich will nicht vergessen, dass ich aus der Kurve komme.»

Es sind schliesslich die Kontakte mit den vielen Menschen – ob Spieler, Sponsor, Fan oder Mitarbeiter –, die Rötheli Kraft geben, stets neue Ziele anzupeilen. Als Rötheli vor zehn Jahren seine Arbeit aufnahm, da betrug das Jahresbudget noch 1,2 Millionen Franken. Mittlerweile hat sich der EHC Olten zu einem grösseren KMU-Betrieb mit einem Budget von rund 5,5 Millionen Franken gemausert. Es zeige ihm, dass im EHC Olten noch viel mehr Potenzial stecke.

«Ich bin überzeugt, dass wir in unserer Region die Kraft haben, ein Eishockey-Topteam zu stellen. Unsere Chance ist, dass es zwischen Zürich und Bern sowie Basel und Luzern kaum einen Sportklub gibt, der Ausstrahlungskraft hat. Es muss unser Ziel sein, so bald wie möglich in die NLA aufzusteigen. Und unsere Aufgabe in der Geschäftsleitung ist es, unser Team, ja den gesamten Verein, dafür zu begeistern.»

Peter Rötheli – er, der gesellige Chrampfer, sagt es mit einem Feuer, das so schnell nicht erlöschen wird.

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