Volleyball

Schönenwerd zaubert für die Playoffs einen Trumpf aus dem Ärmel

Leandro Gerber im Angriff für Schönenwerd. HR. Aeschbacher

Leandro Gerber im Angriff für Schönenwerd. HR. Aeschbacher

Volleyballer Leandro Gerber ist zurück in der Nationalliga A und will in den Playoffs für mehr Emotionen sorgen beim TV Schönenwerd.

Pünktlich zum Start der Playoffs hat der TV Schönenwerd noch einen Trumpf aus dem Ärmel gezaubert. Nach exakt 668 Tagen gab Leandro Gerber am Mittwoch sein Comeback im Fanionteam des TVS. Und der 23-Jährige spielte, als wäre er nie weg gewesen.

Beim 3:0-Sieg gegen Chênois stand Gerber über die volle Distanz auf dem Spielfeld und war neben Captain und Topscorer Jan Schnider Schönenwerds erfolgreichster Punktesammler. «Ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung; wichtig war vor allem, dass ich gleich mit den ersten guten Annahmen Selbstvertrauen tanken konnte», zeigt sich Gerber glücklich und fügt an: «Ich bin heiss auf die Playoffs.»

Beschwerlicher Weg

Gerbers Weg zurück in die NLA war lang und beschwerlich. Am Ende der Saison 2009/10 schaffte er mit dem TVS den Aufstieg in die höchste Spielklasse. Nach einer erfolgreichen ersten Saison in der NLA mit dem sechsten Schlussrang wagte Gerber den Schritt ins Ausland. Vom belgischen Spitzenklub Noliko Maaseik verpflichtet, sammelte er in der Saison 2011/12 beim holländischen Verein Netwerk Tilburg Spielpraxis.

Nach dem Saisonende in der holländischen Liga holte der TVS seinen «verlorenen Sohn» zurück, und Gerber kam in der Playoff-Serie um den vierten Platz gegen Näfels zu Teileinsätzen. Diese blieben ihm aber nur vage in Erinnerung, sie gehören laut eigener Aussage nicht zu den Highlights seiner Karriere.

Schönenwerd sicherte sich Gerbers Dienste auch für Saison 2012/13. Wegen einer Diskushernie konnte er jedoch kein einziges Spiel bestreiten. «Es war nicht mein erster Bandscheibenvorfall, und aufgrund der starken Schmerzen war eine Operation diesmal unumgänglich», schildert Gerber seine Leidensgeschichte, «ich habe drei Wochen mit dem Team trainiert, dann war die Saison bereits gelaufen.»

«Feuer unterm Arsch»

Das NLB-Team des TV Schönenwerd bot Gerber in der laufenden Meisterschaft die perfekte Möglichkeit, sich langsam wieder an sein altes Niveau heranzutasten. «Ich konnte meine Leistungen von Spiel zu Spiel steigern, und die Coaches und der Vorstand suchten schon bald das Gespräch mit mir», beschreibt Gerber seinen Weg zurück ins Fanionteam. Dieses beendete die Qualifikation zwar auf dem ansprechenden fünften Platz, doch um das Saisonziel, die Verteidigung des dritten Ranges, zu erreichen, braucht es in den Playoffs eine Steigerung.

Kann Gerber das Detail sein, welches dem Team in der Qualifikation noch gefehlt hat? «Ich hoffe es», antwortet er, «vor allem was die Stimmung auf dem Spielfeld angeht, kann man noch viel rausholen. Mit meinen Emotionen will ich das Team pushen und ihm Feuer unterm Arsch machen.»

Gerber prophezeit, dass die Emotionen auch heute beim Auswärtsspiel in Amriswil über Sieg oder Niederlage entscheiden werden. In der Quali verloren die Schönenwerder beide Partien gegen die Thurgauer knapp im Tiebreak mit 2:3. «Wir müssen ein Fest haben auf dem Spielfeld. Die Stimmung im Team ist sehr gut, und wenn wir uns über die Emotionen in einen Flow spielen können, schlagen wir Amriswil garantiert.»

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1