„Schönenwerd geht als grosser Favorit in dieses Spiel“, stapelte Lausannes Trainer Georges-André Carrel vor dem Aufeinandertreffen mit Volley Schönenwerd tief. Dies obwohl die Westschweizer in der Tabelle vor den Niederämtern klassiert sind und vier der letzten fünf Duelle gegen die Schönenwerder für sich entscheiden konnten. Carells Sorgen rührten einerseits daher, dass sein Team seit Saisonbeginn von Verletzungen geplagt wird. Zudem stand für Lausanne am Mittwoch im Europacup ein kräfteraubende Gastspiel beim holländischen Verein Dynamo Appeldoom auf dem Programm, das mit einer 0:3-Pleite endete.

„Wir werden gegen Schönenwerd mit den uns zur Verfügung stehenden Spielern tun, was wir können“, unterstrich Trainer Carrel die Aussenseiterrolle seines Teams noch einmal.

Die LUC-Trainerlegende sollte Recht behalten. Schönenwerd schlug Lausanne zum zweiten Mal in der laufenden Saison. Nach dem 3:1-Auswärtssieg in der zweiten Runde diesmal gleich mit 3:0. Schönenwerd war vor allem am Service eine Klasse besser als die Gäste und machte deutlich weniger Fehler als Lausanne.

Rocamora mit 25 Punkten

Im Startsatz lagen die Schönenwerder, bei denen weiterhin Captain Carlos Guerra und Diagonalangreifer Noel Giger verletzungsbedingt fehlten, mehrheitlich in Führung, konnten sich aber nie richtig absetzen. Mit seinem neunten Punkt des Spiels – am Ende hatte er 25 auf dem Konto – holte Topskorer Daniel Rocamora den ersten Satzball für das Heimteam (24:23). Mittespieler Christoph Hänggi erledigte mit einem tückischen Flatterservice den Rest.

Lausanne hatte einen ausgeglichenen ersten Durchgang verloren, und dies schien die Waadtländer zu verunsichern. Während Rocamora auf Schönenwerder Seite mit einem Service-Winner zum 11:9 glänzte, leisteten sich die Westschweizer wenig später bereits ihren sechsten Aufschlagfehler (13:11). Ganz anders die Schönenwerder, die den Druck aufrechterhielten: Nach dem nächsten Rocamora-Winner stand es 19:15 für die Gastgeber. Diesen Vorsprung gab „Schöni“ nicht mehr aus der Hand. Daniel Rocamora mit acht und der Este Kristo Kollo mit sieben Punkten waren die mit Abstand fleissigsten Skorer beim Heimteam.

Die Nummer 2 der Liga

Im dritten Satz tat sich erstmals eine Lücke zwischen den Teams auf, als Schönenwerd mit Fran Peterlin am Aufschlag dreimal in Serie punktete und auf 14:11 vorlegte. Hänggi erhöhte kurz darauf mit einem Service-Winner auf 16:12. Und auch der nächste Breakpoint gehörte den Niederämtern. Irian Mika, der eigentlich im Kader der NLB-Equipe figuriert, brachte die LUC-Annahme ebenfalls in Bedrängnis, und Rocamora staubte zum 20:15 ab. Was folgte, war eine Kür vom spanischen Diagonalangreifer: Ein Winner, ein Ass und noch ein Winner von Rocamora, und es hiess bereits Matchball für Schönenwerd (24:16). Altanov zögerte das Ende noch ein wenig hinaus, dann setzte LUC-Topskorer Bozic seinen Service, wie es zum Spiel passte, ins Netz.  

Die Schönenwerder konnten sich von ihrem lautstarken Anhang für einen überzeugenden Auftritt feiern lassen. Wie wichtig der Sieg war, hatte Trainer Zharko Ristoski bereits vor dem Spiel klargestellt: „Ich hoffe, dass wir Punkte holen, um den Anschluss an die Tabellenspitze zu wahren.“ An der Spitze der NLA liegt indes immer noch Amriswil mit einem komfortablen Vorsprung von acht Punkten auf die Schönenwerder. Doch dank des sechsten Saisonsiegs ist „Schöni“, zumindest nach Verlustpunkten, aktuell die Nummer 2 der Liga. 

Schönenwerd – Lausanne 3:0

Erlimatthalle, Däniken. – 287 Zuschauer. – SR: Stanisic, Wolf. – Satzresultate: 25:23 (26‘), 25:22 (26‘), 25:17 (23‘).

Schönenwerd: Kollo, Hofstede, Rocamora, Chevallier, Hänggi, Peterlin, Fischer (Libero); Dervisaj, Mika, Kesten.

Lausanne: Carrel, Stevanovic, Zeller, Altanov, Bozic, Djokic, Kapur (Libero); Tomasetti, Ulrich.

Bemerkungen: Schönenwerd ohne Giger und Guerra (beide verletzt).