2, Liga-Eishockey

Riesen Freude bei Bucheggberg-Headcoach Beat Renggli: «Das sah endlich so aus, wie ich mir das vorstelle»

Der EHC Bucheggberg gewinnt das Derby beim SC Altstadt Olten in der Verlängerung und setzt sich an die Tabellenspitze der 2. Liga. Michel Zwahlen erlöste die Gäste in der 63. Minute mit dem Siegestreffer.

Im 2.-Liga-Derby erwischte der SC Altstadt Olten den besseren Start und ging verdient in Führung. Auch der Bucheggberger Lucas Scherrer gab einen Warnschuss ab, als er alleine auf Goalie Luca Berger zog, dabei aber nur den Pfosten des Oltner Tors traf. Der Auftakt war vielversprechend, doch was folgte, war ein lange Zeit zwar gefälliges, aber fast ohne Emotionen geführtes Eishockeyspiel.

Altstadt kombinierte etwas gekonnter, die Bucheggberger spielten dafür geradliniger und effizienter. Im Mitteldrittel kehrten sie mit ihren überfallartigen Angriffen das Resultat. Danach zeigten sie auch noch ein eindrückliches Powerplay, als sie die Oltner während 50 Sekunden nicht aus ihrem Drittel entkommen liessen, bis das 1:3 fiel.

Mit dem Tor zum 4:2 durch Fabian Christen in der 46. Minute schienen die Gäste den Match definitiv für sich entschieden zu haben. Doch da packten die Platzherren endlich die Emotionen aus und begannen mit deutlich mehr Einsatz zu dominieren. Nun gelang auch Altstadt ein druckvolles Überzahlspiel, was mit dem Anschlusstreffer belohnt wurde.

In der Schlussphase entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Altstadt drückte, Bucheggberg konterte. Das 4:4 kurz vor Schluss verdienten sich die Oltner mit ihrer deutlichen Steigerung. Vor dem Bucheggberger Tor war ein solcher Massenandrang, dass der ausgezeichnete Goalie Jean-Luc Chehab den Distanzschuss von Remo Meister nicht sehen konnte.

Bucheggbergs bisher beste Leistung in dieser Saison

In der Verlängerung nutzte der EHC Bucheggberg den freien Raum besser aus. Michel Zwahlen zog von rechts vor dem Oltner Tor vorbei, wartete, bis sich die Lücke öffnete und er das Siegtor für die Gäste erzielen konnte.

Altstadt-Trainer Rolf Hildebrand nahm den «plötzlichen Tod», der mit dem 4:5 eintrat, recht gelassen. Er zeigte sich zufrieden mit seinem Team: «In den beiden ersten Dritteln fehlte auf unserer Seite etwas das Feuer. Das dritte Drittel war dann aber sehr gut. Ich erkenne eine Steigerung und wenn wir uns so weiter entwickeln, dann kommt es gut.»

Einen konkreten Rang habe man sich bei Altstadt Olten nicht als Ziel gesetzt. «Ich will ein gepflegtes Spiel aufziehen und Spass am Eishockey haben. Dann wird sich der Erfolg automatisch einfinden», sagt Hildebrand.

Die Freude über den Sieg in der Overtime war beim neuen Bucheggberg-Headcoach Beat Renggli grösser als die Enttäuschung, kurz vor Schluss den 4:4-Ausgleich kassiert zu haben. «Wir haben endlich über die ganzen 60 Minuten einen stabilen Match gezeigt, es war bisher unsere beste Leistung», sagte Renggli.

Der Vorstoss in den Playoff-Final als Ziel

Bucheggberg habe in den vier vorangegangenen Partien einen «Bäse» zusammengespielt. «Heute sah das endlich so aus, wie ich mir das vorstelle.» Die Frage, ob der Schatten seines Vorgängers Arnold Lörtscher noch spürbar sei, wollte Renggli nicht beantworten.

«Ich habe einen anderen Stil und kommuniziere sehr viel mit den Spielern. Ich denke, das schätzen sie.» Das Ziel sei es in dieser Saison, bis in den Playoff-Final vorzustossen. Falls das Bucheggberg gelingen sollte, wird sich für den kleinen Verein die Frage stellen, ob ein Aufstieg in die 1. Liga verkraftbar wäre.

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