2. Liga inter

Reife Leistung für ein junges Team – Vollerfolg für den FC Grenchen

In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit nutzt Grenchens Omer Hausic einen Goalie-Lapsus zum entscheidenden Tor.

In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit nutzt Grenchens Omer Hausic einen Goalie-Lapsus zum entscheidenden Tor.

Der FC Grenchen 15 feiert in der 2. Liga inter im dritten Saisonspiel den zweiten Vollerfolg – 2:1 gegen Freienbach.

Lange fünf Minuten Nachspielzeit mussten die Grenchner leiden. In der 91. Minute klatschte ein Kopfball der Freienbacher an den Pfosten. Es folgte noch eine Handvoll Flanken in den Strafraum der Grenchner, dann stand der zweite Sieg im dritten Saisonspiel fest. Trainer Mirko Recchiuti erlebte während des ersten Heimauftritts ein Wechselbad der Gefühle: «Es war wieder alles dabei. Wir wussten, dass wir in der 2. Liga inter auch mal unten durch müssen. Freienbach zählt immerhin zu den Topfavoriten. Für eine so junge Mannschaft haben wir eine sehr reife Leistung gezeigt.»

Grenchen war von Anfang an bereit und ging in der 12. Minute mit der ersten Chance in Führung. Cédric Rihs mit dem langen Zuspiel in die Spitze zu Pascal Nussbaumer, der direkt in den Lauf von Dzenis Poljak weiterleitete und der letztjährige Topskorer der 2. Liga liess sich die Möglichkeit zu seinem dritten Saisontreffer nicht nehmen. Poljak verpasste in der Startviertelstunde noch zwei weitere Halbchancen. «Der Anfang war gut, unsere Führung korrekt. Dann hatten wir 10 bis 15 Minuten lang einen Durchhänger und kassierten ein dummes Gegentor», sagte Trainer Recchiuti zum weiteren Spielverlauf.

Heimteam mit Führung statt Rückstand in Pause

Beim 1:1 wurde die Abwehr der Grenchner mit einem schönen Pass durch die Gasse ausgehebelt. Torhüter Martin Leuenberger zögerte und Gäste-Flügel Luca Straub traf zum Ausgleich (22.). Das Spiel drohte zu kippen. In der 35. Minute pfiff der Schiedsrichter einen sehr kleinlichen Penalty. Doch Leuenberger parierte den Schuss in die linke untere Torecke. «Danach bekamen wir den Gegner langsam wieder in den Griff», sagte Recchiuti. «Das 2:1 kam im richtigen Moment.» Es lief bereits die Nachspielzeit, als Gäste-Goalie Miroslav Dabic einen kapitalen Bock schoss. Er verfehlte den weiten Freistoss von Erblin Shaqiri und Omer Hausic, der nach einer halben Stunde für den verletzten Poljak gekommen war, konnte ins leere Tor einschieben.

Die Schwyzer drückten in der zweiten Halbzeit vehement auf den Ausgleich. Aber Grenchen fand stets einen Weg, ein weiteres Gegentor abzuwenden. Wie in der 58. Minute, als Innenverteidiger Ian Schläppi den Gegner im letzten Moment mit einem Tackling aus dem Lehrbuch stoppte. Oft war aber auch schlicht viel Unvermögen der Freienbacher dabei; sowie etwas Glück wie beim Pfostenschuss in der Nachspielzeit.

Auf Augenhöhe, aber mit einem schmalen Kader

«Wir haben uns die drei Punkte mit einer grossartigen Solidarität verdient, vor allem in der letzten Viertelstunde», sagte Recchiuti und konnte nach drei Spielen mit sechs gewonnenen Punkten festhalten: «Wir sind auf Augenhöhe und müssen uns in dieser Liga nicht verstecken.» Eine Sorge beschäftigte ihn dennoch: «Unser Kader ist knapp. Ich konnte nicht gross umstellen und auch nicht auf ihren Systemwechsel reagieren, weil ich nur Offensivspieler auf der Bank hatte.»

Am kommenden Samstag wartet das dritte Auswärtsspiel auf die Grenchner. Der Gegner heisst Muri. Eine Woche später kommts im Stadion Brühl zum Derby gegen den FC Olten. Recchiuti hofft auf eine ähnlich gute Stimmung wie gegen Freienbach: «Die Zuschauer waren eine grosse Unterstützung. Der Funke ist vom Team auf die Zuschauer übergesprungen.»

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Autor

Raphael Wermelinger

Raphael Wermelinger

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