Playoff-Halbfinal
2:5 - Der EHC Olten steht nach dritter Niederlage gegen Aufstiegsfavorit Kloten vor dem Saisonende

Der EHC Olten verliert auch die dritte Begegnung gegen den EHC Kloten: 2:5 gehen die Powermäuse gegen den Aufstiegsanwärter unter. Nun stehen die Oltner mit 0:3 Siegen mit dem Rücken zur Wand und brauchen ein Eishockeywunder.

Silvan Hartmann
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Esbjoern Fogstad Vold und der EHC Olten wollen im dritten Duell mit dem EHC Kloten den ersten Sieg der Serie einfahren.
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Esbjoern Fogstad Vold im Duell mit Klotens Laurent Kaelin.
Leonardo Fuhrer vor dem Tor von Kloten-Keeper Dominic Nyffeler.
Dan Weisskopf und Leonardo Fuhrer nehmen Robin Leone in die Zange.
Duell an der Bande zwischen Oltens Cyril Oehen und Victor Oejdemark.
Dion Knelsen und Gian Janett im Zweikampf.
Esbjoern Fogstad Vold mit einem Abschluss auf das Tor von Dominic Nyffeler.
Dominic Forget schiesst gegen Torhüter Simon Rytz und Janis Elsener das Tor zum 2:1.
Der Torschütze bejubelt seinen Treffer.
Robin Figren mit einem Abschluss im zweiten Drittel.
Der 1:0-Torschütze Evgueni Chiriayev gegen Torhüter Dominic Nyffeler und Eric Faille.
Der EHC Olten unterliegt im dritten Spiel des Playoff-Halbfinal auswärts beim EHC Kloten mit 2:5.
Simon Rytz muss fünfmal hinter sich greifen.
Fredrik Söderström und sein Team stehen vor dem Saisonaus.
Enttäuschte Gesichter bei den Oltnern nach der dritten Niederlage im dritten Duell mit dem EHC Kloten.

Esbjoern Fogstad Vold und der EHC Olten wollen im dritten Duell mit dem EHC Kloten den ersten Sieg der Serie einfahren.

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Das Spiel

Erstes Drittel: In den ersten zehn Minuten stellt man sich kurzzeitig die Frage, wer denn nun die Favoritenrolle trägt. Olten erscheint dominant, notiert sich die ersten Grosschancen für sich. Insbesondere Esbjörn Fogstad Vold müsste nach zwei Minuten die Powermäuse in Führung bringen, als er sich durch die Klotener Abwehr kämpft und plötzlich seitlich auf Torhüter Nyffeler zulaufen kann. Doch das letzte Quäntchen Entschlossenheit geht ihm abhanden, kann die Scheibe im wichtigsten Moment nicht über Nyffelers Schoner lupfen. Mit den überzeugenden Startminuten erkämpft sich der EHC Olten in der 8. Minute ein erstes Überzahlspiel, in welchem Jewgeni Schirjajew zentral zum Abschluss kommt und zur Führung trifft. Bereits in der Aktion vor dem Tor hat er mit cleverem Zuspiel hoch an die blaue Linie brilliert und damit Ruhe in die Powerplaysituation gebracht. Doch nach dem Goal zieht der EHCO 90 äusserst schwache Sekunden ein, aus denen man zur Verwunderung aller unbeschadet herausfindet. Fuhrer und Fogstad Vold werfen sich in die Schüsse, zudem verliert Rytz seinen Goaliestock und hütet über eine ganze Spielminute das Tor mit Fuhrers Stock. Schliesslich verzeichnet wieder Fogstad Vold eine Grosschance, kann alleine auf Torhüter Nyffeler ziehen, scheitert aber im Eins-gegen-Eins. Besonders bitter für die Oltner: Im Gegenstoss trifft Robin Figren zum 1:1. Warum Verteidiger Gurtner die hüpfende Scheibe auf der Höhe der blauen Linie nicht umgehend – notfalls mit den Füssen oder Händen – aus dem Drittel befördert, bleibt sein Geheimnis ,stattdessen lässt er sich überlaufen, worauf Klotens Schwede sehenswert ins hohe Eck trifft.

Zweites Drittel: Simon Lüthi muss nach einem klaren Halten-Vergehen auf die Strafbank, was der EHC Kloten eiskalt ausnützt: Den am längeren Pfosten stehende Forget lenkt einen Faille-Schuss zum 2:1 ab. Und kurz vor Spielmitte rauben Klotens Ausländer Faille und Figren dem EHC Olten die letzte Überzeugung an einen Auswärtssieg. Sie lancieren in Unterzahl spielend einen Gegenstoss, Figren lässt sich trotz verzweifelter Gegenwehr von Weisskopf nicht von der Scheibe trennen und spielt den Klasse-Pass auf den mitlaufenden Faille, der das 3:1 erzielt.

Drittes Drittel: Der Schlussabschnitt ist keine zwei Minuten alt, da haben sich die Oltner in Unterzahl zu behaupten. Doch in dieser verkürzt Simon Lüthi auf 2:3. Das Tor wird von den Schiedsrichtern noch überprüft, doch weil Knelsen von den Klotenern selbst ins Tor gestossen wird, ist dieses zur Freude der Oltner Bank regulär erzielt worden. Nur: 46 Sekunden später ist der Zweitore-Rückstand wiederhergestellt. Klotens überragend aufspielender Figren hatte in der nach wie vor laufenden Überzahlsituation ein weiteres Mal am langen Pfosten Forget gefunden. Der EHC Olten weiss daraufhin mit einer starken Phase zu überzeugen, auf die Kloten-Trainer Hanberg mit einem Timeout antwortet, was sich als clevere Massnahme entpuppt, da daraufhin Oltens Rhythmus gebrochen wird. Schliesslich setzt Marc Marchon zwei Sekunden vor Schluss mit dem 5:2 den Schlusspunkt.

Die Schlüsselszene

30. Minute: Der EHC Olten spielt in Überzahl, tut sich damit aber äusserst schwer und so lancieren Klotens Ausländer einen Gegenstoss. In diesem schafft es Weisskopf gleich zwei Mal nicht, Figren vom Puck zu trennen. Die Antwort des Kloten-Imports: Er lässt sich von den Schlägen nichts anmerken, steht auf und spielt den Zuckerpass auf Faille, der zum 3:1 vollendet. Es ist letztlich die Schlüsselszene, die den Qualitätsunterschied zwischen dem EHC Olten und dem Aufstiegsanwärter Nummer eins in aller Deutlichkeit aufzeigt.

Die drei Besten

1.       Jewgeni Schirjajew: Obwohl er nicht in Vollbestand seiner Kräfte ist, geht er voran und ist der Aktivposten im Oltner Spiel. Er trifft sehenswert zum 1:0 und zeigt sich auch danach bemüht.

2.       Esbjörn Fogstad Vold: Würde er seine zwei Grosschancen nutzen, hätte er damit grosses Potenzial zum Oltner Mann des Spiels zu werden, doch er scheitert abermals. Immerhin ragt er auch im Defensivspiel vom Kollektiv heraus, blockt Schüsse und lanciert Angriffe. Jedoch ohne Happyend.

3. Cyril Oehen: Geht mit seinem Körperspiel einmal mehr voran, insbesondere dann als das Spiel nach dem 1:3 abflacht. Zeigt sich auch aktiv im Spiel mit dem Puck am Stock.

Die Stimme zum Spiel

Silvan Wyss: "Der Frust ist gross. Die Art und Weise, wie wir diesen Match verlieren, ist ärgerlich. Wir sind zu Beginn die bessere Mannschaft, doch wir schaffen es nicht, auf das 1:0 nachzudoppeln und erhalten stattdessen den Ausgleich. Auch danach, in den Phasen, in denen wir das bessere Team sind, erhalten wir die zwei wegweisenden Tore. Im dritten Abschnitt kommen wir wieder ran und erhalten sogleich das nächste - so wird es schwierig zu gewinnen. Wenn man diese drei Spiele anschaut, dann sind wir vor dem Tor zu wenig kaltblütig. Wir erabeiten uns Chancen, vor dem Tor arbeiten wir gut, doch sie wollen nicht rein. Doch gut spielen reicht gegen Kloten nicht, die Tore müssen fallen. Dieses 3:0 in der Serie ist zu deutlich, es gibt nichts anderes, als das Spiel am Samstag zu gewinnen und jene Sachen, die wir in der Garderobe ansprechen, zu 100 Prozent umzusetzen. Ich glaube weiterhin daran."

EHC Kloten - EHC Olten 5:2 (1:1, 2:0, 2:1)

Schluefweg. – Keine Zuschauer. – SR: Massy/Hürlimann (Bachelut/Ammann). – Tore: 8. Schirjajew (Weisskopf, Elsener/Ausschluss Gähler) 0:1. 16. Figren (Faille, Forget) 1:1. 27. Forget (Faille/Ausschluss Lüthi) 2:1. 30. Faille (Figren/Ausschluss Füglister!) 3:1. 42. Lüthi (Nunn, Knelsen/Ausschluss Maurer!) 3:2. 43. Forget (Figren, Gähler/Ausschluss Maurer) 4:2. 60. Marchon (Olten ohne Goalie) 5:2. – Strafen: 5-mal 2 plus 10 Minuten (Kindschi) gegen Kloten. 5-mal 2 Minuten gegen Olten.

Kloten: Nyffeler; Back, Kälin; Seiler, Oejdemark; Bartholet, Gähler; Kindschi, Janett; Figren, Faille, Forget; Spiller, Kellenberger, Meyer; Altorfer, Marchon, Obrist; Knellwolf, Füglister, Leone.

Olten: Simon Rytz; Lüthi, Suleski; Elsener, Maurer; Weisskopf, Gurtner; Nater, Heughebaert; Horansky, Knelsen, Nunn; Wyss, Schirjajew, Schwarzenbach; Fogstad Vold, Fuhrer, Portmann; Weder, Schwab, Oehen.

Bemerkungen: Olten ohne Philipp Rytz, Rexha, Hüsler (alle verletzt), Daneel (überzählig), Stämpfli, Halberstadt (beide nicht spielberechtigt). Kloten ohne Simek, Ganz, Brace, Guntern, Staiger, Steiner und Truttmann (alle überzählig).