Fussball 2. Liga inter

Pavlicevic-Elf schenkt sich Cupmatch: Der FC Olten realisiert den Einzug in den Schweizer Cup

Mit dem verwandelten Penalty in der 23. Minute schiesst Blerim Bekteshi den FC Olten in den Schweizer Cup.

Dank einer kämpferischen Leistung bodigt die Pavlicevic-Elf in der letzten Qualifikationsrunde den FC Kickers Luzern mit 1:0. Somit realisiert der FC Olten den Einzug in den Schweizer Cup und darf nach siebenjähriger Abstinenz endlich wieder einmal bei den ganz Grossen mitmischen.

Der FC Olten krönte seine 110-Jahr-Feier am Samstag mit dem Einzug in den Schweizer Cup 2019/20. «Das war das Dessert, nachdem die Saison dank dem Ligaerhalt vor zwei Wochen schon gerettet war», sagte Trainer Mirko Pavlicevic nach dem 1:0-Sieg gegen den FC Kickers Luzern.

«Es war vor allem im kämpferischen Bereich eine sehr gute Leistung von meiner Mannschaft. Wir wollten unbedingt zu null spielen. Vorne machen wir sicher einen.» Pavlicevic musste im letzten Spiel der Saison aus diversen Gründen gleich auf fünf Spieler verzichten.

Es fehlten Burim Hasanramaj, Gianfranco Vinci, Xaver Meyer, Ramasan Hasani und Topskorer Hazir Zenuni. Und noch bevor zwanzig Minuten gespielt waren, mussten die Oltner erstmals wechseln. Aussenverteidiger Enis Hasani verletzte sich im Zweikampf. Pavlicevic brachte als Ersatz Igor Cataldo, der in dieser Saison in der 2. Liga inter nur vier Spiele bestritten hat.

Schwungvoller Start der Oltner

Bereits in der 13. Minute liessen die Oltner die erste Hundertprozentige aus. Luca Schifferle verlor das Eins-gegen-eins gegen Torhüter Luca Bühlmann. In der 22. Minute wurde Edon Morina im Strafraum mit einer Grätsche zu Fall gebracht, der Unparteiische entschied auf Penalty.

Diesen verwertete Blerim Bekteshi, die wichtige Stütze in der Abwehr. Vor dem Seitenwechsel verpasst Schifferle zweimal das 2:0 nur knapp. In der 32. Minute per Kopf nach einem Simic-Freistoss und in der 40. Minute mit einem Schuss aus zu spitzem Winkel.

Die Oltner überzeugten mit viel Einsatz, kämpften um jeden Ball und blockten sehr viele Schüsse und Pässe. Die Gäste aus der Leuchtenstadt kamen vor der Pause lediglich zu ungefährlichen und unplatzierten Distanzschüssen.

Den Kickers fehlte das Glück

Die Luzerner wurden nach dem Seitenwechsel etwas gefährlicher, mussten sie ja auch. Aber auf den letzten zwanzig Metern brachten sie weiterhin wenig zustande. Erst in der 66. Minute wurde Husi im Tor der Oltner zum ersten Mal richtig geprüft. Er bestand den Test und parierte den Schuss vom aufgerückten Verteidiger Abdalla Mamo.

Husi hatte sein Tor schon in der ersten Cup-Qualirunde gegen Dulliken sauber gehalten. Und auch in der zweiten Runde gegen Dietikon, den Aufsteiger in die 1. Liga, trug er viel zum 2:1-Exploit bei. Im direkten Gegenzug enteilte Schifferle und scheiterte zum zweiten Mal in diesem Spiel alleine an Bühlmann. Das zweite Tor hätte den FCO vor der hektischen Schlussphase bewahrt.

Die Aktion in der 87. Minute war dann aber sinnbildlich: Ein langer Ball der Kickers in den Strafraum, wo zwei Spieler völlig freistanden, sich aber gegenseitig in die Quere kamen. Bei den Standardsituationen fehlte ihnen ebenfalls das Glück.

«Das wäre das Traumlos»

Leonardo Würmli zirkelte seinen Freistoss in der 91. Minute knapp am Gehäuse vorbei. Es war der letzte Aufreger. Der FC Olten spielt in der nächsten Saison im Schweizer Cup. Sieben Jahre ist der letzte Auftritt her. Als Solothurner Cupsieger unterlag der FCO dem FC Lugano mit 0:4.

Jetzt soll es der FC Aarau werden, wenn es nach Sportchef Petar Aleksandrov geht, der beim Challenge-League-Klub angestellt ist. «Das wäre das Traumlos, aber es gibt viele andere gute Gegner.» Er machte der Mannschaft ein Kompliment für den letzten Auftritt: «Es war der erwartete Kampf. Am Ende haben wir verdient gewonnen. Sie hatten auch Chancen, wir aber mehr und die besseren.»

Der Wunsch nach mehr Beachtung

Der ehemalige NLA-Torschützenkönig richtete gleich noch einen Appell an die Stadt Olten und die Fans: «Es wäre schön, wenn noch mehr Zuschauer kämen. Und es gibt so viele Firmen hier. Ich hoffe auf möglichst viel Unterstützung. Wir haben bewiesen, dass es ohne Geld geht. Aber wir brauchen Sponsoren, sonst bleibt es ein Knorz.»

Dem EHC Olten soll es weiterhin gut gehen, so Aleksandrov, «aber auch der FC Olten hat etwas Beachtung verdient. Vor allem der Vorstand hätte dies verdient, der aus vielen Spielern der ersten Mannschaft besteht, was zeigt, wie viel Herzblut drinsteckt.»

Jetzt sind zwei Wochen Ferien angesagt bei den Oltnern. Am 8. Juli geht die Vorbereitung auf die Rückrunde los. «Wir sind an einigen Spielern dran und können sicher eine gute Mannschaft aufbauen», sagt Petar Aleksandrov.

Autor

Raphael Wermelinger

Raphael Wermelinger

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