Unterschiedlicher hätten die Gefühlslagen nach dem Solothurner Derby zum Auftakt der neuen NLA-Interclubsaison am letzten Dienstag nicht sein können. Die Trimbacher bejubelten einen 7:2-Sieg, den selbst die Optimisten in ihren Reihen so nicht erwartet hatten, und die Solothurner haderten damit, dass sie für eine an sich gute Leistung nicht besser belohnt worden sind. «Das war ein optimaler Start für uns. Die sieben Punkte sind deutlich mehr, als wir budgetiert hatten», sagte Trimbachs Coach Bartolomé Szklarecki.

Solothurns Captain Yves Derendinger meinte dagegen: «Mit zwei Punkten sind wir leider sehr schlecht belohnt worden. Vor allem ist es extrem bitter, dass wir gleich drei Doppel im Champions Tie Break abgeben mussten.»

Alle engen Partien gehen an Trimbach

In der Tat konnten die Trimbacher jede enge Partie im Solothurner Derby für sich entscheiden. Nicht nur alle drei Doppel, die im Champions Tie Break endeten, fielen zugunsten der Froburger aus, sondern auch der Sieg von Trimbachs Nummer zwei Michal Przysiezny gegen den favorisierten Marco Trungelliti endete mit 7:6, 7:6 äusserst knapp.

Ein kleines Trostpflaster für die Solothurner: In der Person von Henry von der Schulenburg konnten sie einen ganz besonderen Exploit feiern. Er schlug den Trimbacher Königstransfer Marco Chiudinelli souverän in zwei Sätzen, wobei dem Davis-Cup-Sieger von 2014 die fehlende Spielpraxis nach seinem Rücktritt Ende Oktober des vergangenen Jahres anzumerken war.

Zweiter Sieg für Trimbach

Chiudinelli vermochte sich in der zweiten Begegnung gestern auswärts gegen Neuenburg zu steigern, verbuchte er doch im Einzel einen wichtigen Punkt für die Trimbacher. Gegen die Romands bekundete das Team von Bartolomé Szklarecki jedoch mehr Mühe, als dies die Papierform hätte erwarten lassen. 3:3 stand es nach den Einzelpartien. Dank zwei Siegen im Doppel konnten sie aber auch die zweite Begegnung dieser NLA-Saison siegreich gestalten.

Überzeugt haben in den ersten beiden Runden vor allem Sandro Ehrat und Yann Marti, die alle ihre vier Partien gewinnen konnten. «Zwei Siege zum Saisonauftakt sind grossartig. Unser Teamgeist stimmt und wir konnten im Vergleich zum letzten Jahr, als wir praktisch jedes Champions Tie Break verloren, das Glück auf unsere Seite zwingen und viele enge Matches gewinnen», so Szklarecki. Nach zwei Spieltagen stehen die Trimbacher auf Rang drei, punktgleich mit den beiden vor ihnen klassierten Zürcher Teams Seeblick und GC.

Nur ein Punkt in Rückstand

Ganz am Ende der Tabelle stehen dagegen nach zwei Spieltagen die Solothurner des TC Schützenmatt. Allerdings beträgt ihr Rückstand auf den Vorletzten Neuenburg nur ein Punkt. Damit hat die Mannschaft von Yves Derendinger ihr Minimalziel erreicht: Nach den ersten beiden Begegnungen noch immer alle Chancen auf den Ligaerhalt zu haben. Dies gelang den Solothurnern dank drei Punktgewinnen aus der zweiten Partie gestern gegen den amtierenden Schweizer Meister Seeblick Zürich.

Mit diesem Resultat dürfen die Solothurner durchaus zufrieden sein, denn die Zürcher waren auf vier von sechs Positionen deutlich stärker klassiert. «Drei Punkte hätten wir vor der Begegnung sofort genommen. So wie die Partie verlaufen ist, wäre allerdings gar noch ein Zähler mehr drin gelegen», so Derendinger. In den Einzelpartien konnten Marco Trungelliti und Cristian Villagran punkten. Letzterer schlug den Schweizer Davis Cup Spieler Marc-Andrea Hüsler, der letzte Woche beim ATP-Turnier von Gstaad in der zweiten Runde stand, unerwartet deutlich mit 6:2, 6:1. Zudem gewannen Trungelliti und Routinier Yannick Thomet im Doppel.

Wegweisende Doppelrunde

Am Wochenende steht in der NLA nun eine Doppelrunde auf dem Programm. Gut möglich, dass an diesen beiden Spieltagen die Weichen für den weiteren Verlauf der Saison bereits vorentscheidend gestellt werden. Auf Schützenmatt Solothurn warten die Duelle mit den Westschweizer Teams aus Genf und Neuenburg. Vor allem das sonntägliche Kräftemessen auswärts gegen Neuenburg, den direkten Konkurrenten im Kampf um den Ligaerhalt, wird entscheidend sein. «Unser Ziel ist es, dass wir am Sonntagabend vor Neuenburg liegen», gibt Yves Derendinger die Marschroute vor.

Auch auf die Trimbacher wartet ein happiges Programm. Sie treffen am Samstag zu Hause auf Titelaspirant GC und am Sonntag ebenfalls auf Genf. «Das werden zwei sehr schwierige Partien, aber wir sind top motiviert und wollen möglichst viele Punkte holen», so Bartolomé Szklarecki.