EHC Olten

Olten wandelt im Derby ein 1:3 in ein 4:3 um

Der EHC Olten geriet im Derby gegen Langenthal früh in Rückstand. Die Powermäuse lehnten sich mit Vehemenz gegen die drohende Pleite auf und durften dank einem Overtime-Treffer von Marco Truttmann letztlich verdient jubeln.

EHC Olten schlägt SC Langenthal 4:3 nach Verlängerung

Am Ende lagen sich alle in den Armen. Oltens Spieler unten auf dem Eis. Die Zuschauer oben auf den gut gefüllten Tribünen des Kleinholz-Stadions. Grün-weiss freute sich über ein Happy-end in einem Spiel, welches lange Zeit gar nicht nach dem Gusto der Einheimischen gelaufen war.

Der SC Langenthal war zwei Drittel lang die bessere Mannschaft, musste sich aber letztlich dem Kampfgeist und dem Aufopferungswillen der Oltner beugen. Wie die Powermäuse im letzten Drittel einen 1:3-Rückstand wettmachten und sich schliesslich in der Verlängerung dank Marco Truttmanns Treffer nach 38 Sekunden den Sieg sicherten, war imponierend.

Langenthal lange souverän

Umso mehr, als dass lange Zeit nur wenig auf ein derartiges Schlussfeuerwerk des EHC Olten hingewiesen hatte. Die Langenthaler schienen im fünften Derby der laufenden Saison relativ ungefährdet ihrem vierten Sieg entgegenzusteuern. Die Mannschaft von Trainer Jason O’Leary überzeugte mit ihrer strukturierten Spielweise, ihrer physischen Präsenz und ihrer Kaltblütigkeit vor dem gegnerischen Tor.

Die Oberaargauer nutzten die Aussetzer in der Oltner Hintermannschaft gnadenlos aus. Tschannen liess Fabian Ganz vor dem 0:1 wie einen Junioren aussteigen. Und Cyrill Aeschlimann servierte Gianni Ehrensperger den Puck vor dem 1:3 mit einem missglückten Befreiungsschlag direkt auf die Schaufel.

Doch gerade Aeschlimanns Faux-pas liess die Oltner zusammenrücken. «Das hat unsere Mannschaft heute ausgezeichnet. Jeder ist für jeden gegangen. Wir haben uns nach dem zweiten Drittel gesagt, dass es nur ein Tor braucht. Dann sind wir wieder im Spiel. Und genau so war es auch», freute sich Reto Kobach.

Schwarzenbachs Anschlusstreffer

In der Tat stürmte der EHC Olten ab Minute 40 leidenschaftlich nach vorne. Nachdem man eine fast zweiminütige, doppelte Unterzahl zu Beginn des letzten Drittels schadlos überstanden hatte, war das Team von Headcoach Heikki Leime spielbestimmend.

Diego Schwarzenbach brachte mit seinem Treffer zum 2:3 (48.) die Hoffnung endgültig wieder zurück ins Kleinholz. Und 190 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit gelang Justin Feser der umjubelte Ausgleichstreffer, welcher wenig später noch von Marco Truttmanns Siegtor in der Verlängerung übertrumpft wurde.

Für Reto Kobach hat dieser zweite Erfolg im fünften und letzten Derby der Qualifikation einen besonderen Stellenwert: «Wir haben gezeigt, dass diese Mannschaft intakt ist. In den letzten Wochen ist viel – teilweise berechtigte – Kritik auf uns hereingeprasselt, weil wir die Erwartungen nicht erfüllt haben. Deshalb tut dieser Sieg sehr gut.»

Unauffälliges Debüt von Beaudoin

Dank des positiven Resultats durften auch die drei Debütanten ihre Oltner Ära auf gute Art und Weise beginnen. Verteidger Florian Schmuckli zeigte eine fehlerfreie Darbietung an der Seite von Fabian Ganz. Luca Homberger war als Center des vierten Blocks bisweilen überfordert. Die Winterthurer Leihgabe braucht sicher noch ein wenig Anlaufzeit. Wenn der erkrankte Captain Stefan Hürlimann zurückkehrt, dürfte er ins zweite Glied zurücktreten müssen.

Ein sehr unauffälliges Debüt gab der neue Ausländer, Eric Beaudoin, der Shayne Wiebe vorgezogen worden war. Er konnte nicht kaschieren, dass er in den letzten zwei Jahren nur eine Handvoll Ernstkämpfe bestritten hat.

Der grossgewachsene Kanadier hatte noch keine Bindung zum Spiel. Bis er zu einer wirklichen Verstärkung wird, werden noch ein paar Wochen ins Land ziehen. In den Playoffs muss er bereit sein. So wie die gesamte Mannschaft, die am Dienstagabend einen Sieg für die Moral feiern durfte.

Olten - Langenthal 4:3 (0:2, 1:1, 2:0, 1:0) n.V.
Kleinholz. – 4723 Zuschauer. – SR: Boverio/Clément (Huggenberger/Stuber). – Tore: 9. Tschannen (Seydoux) 0:1. 19. Füglister (Fröhlicher, Dünner) 0:2. 27. Schneuwly (Hirt, Aeschlimann; Ausschluss Dünner) 1:2. 37. Ehrensperger (Ausschluss Ulmer/Bankstrafe Olten) 1:3. 48. Schwarzenbach (Feser; Ausschluss Seydoux) 2:3. 57. Feser (Meister, Truttmann; Ausschlüsse El Assaoui; Seydoux) 3:3. 61. (60:38) Truttmann (Ganz, Schwarzenbach) 4:3. – Strafen: 6-mal 2 Minuten gegen Olten. 5-mal 2 Minuten plus 2-mal 10 Minuten (Seydoux) gegen Langenthal.
Olten: Mischler; Ganz, Schmuckli; Meister, El Assaoui; Kobach, Bagnoud; Schnyder, Aeschlimann; Schwarzenbach, Feser, Truttmann; Beaudoin, Romanenghi, Ulmer; Wüst, Schneuwly, Hirt; Scherwey, Homberger, Wüthrich.
Langenthal: Mathis; Seydoux, Cadonau; Schüpbach, Ahlström; Fröhlicher, Pienitz; Mike Küng; Tschannen, Ehrensperger, Kelly; Kämpf, Montandon, Primeau; Füglister, Dünner, Triulzi; Hobi, Vincenzo Küng, Spiller; Sitje.
Bemerkungen: Olten ohne Hürlimann (krank), Burki (verletzt), Ueli Huber, Ast, Morini, Wiebe, Pargätzi (überzählig). Langenthal ohne Campbell und Eichmann (beide verletzt). 24. Pfostenschuss Spiller.

Das Spiel von A bis Z im Liveticker:

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