Es waren zwei torlose Drittel absolviert und Oltens gefährlichste Chance aus der 37. Minute stand sinnbildlich für die eigene Leistung: Durch einen Befreiungsschlag an der Mittellinie von Verteidiger Tim Bucher wäre der EHCO beinahe mit einer Holperscheibe auf kuriose Art und Weise zur Zufallsführung gekommen.

Zuvor hatten die Oltner lediglich einige Halbchancen verbucht. Nicht zuletzt, weil der HC Thurgau – die Swiss-League-Überraschungsmannschaft der Saison schlechthin – defensiv solide stand und die blaue Linie vorbildlich hielt.

Der EHC Olten wiederum liess den Spielwitz aus den fünf siegreichen Spielen zuvor vermissen und agierte uninspiriert, ohne Überraschung, ideenlos und zu zögerlich an der Scheibe.

Und schliesslich konnte bei den Dreitannenstädtern ein Spielrhythmus nie wirklich aufkommen, weil die Oltner stets zu jenen Zeiten Strafen verbüssten, in welchen es ihnen ansatzweise gelang, das Spieldiktat zu übernehmen.

Dass der EHCO dennoch zu einem mehr als schmeichelhaften 2:0-Sieg kam, war einer Steigerung im Schlussdrittel auszumachen. In diesem hatte der EHCO plötzlich das Rezept gefunden, abermals gefährlich in die Angriffszone vorzustossen.

Schliesslich kam Olten in einer der insgesamt nur zwei Überzahlsituationen nach einem Schuss von Tim Bucher, welcher erst von Martin Ulmer und danach von Stefan Mäder ins Tor abgelenkt wurde, zur Führung (48.).

Diese kam derart überraschend, dass die lediglich 869 Zuschauer das unverdiente Oltner Tor mit einem gällenden Pfeifkonzert quittierten.

Und nur vier Minuten später hatte Tim Stapleton nach einem Scheibengewinn in der neutralen Zone auf Pass von Martin Ulmer viel Platz vorgefunden und HCT-Torhüter Janick Schwendener mit einem präzisen Hocheckschuss keine Chance gelassen und damit für die Entscheidung gesorgt. Thurgau scheiterte bis zu diesem Zeitpunkt zu oft am eigenen Unvermögen oder überliess das Glück des Tüchtigen bei nicht weniger als drei Pfostenschüssen den Oltnern.

Die jungen Wilden

Es machte bis zur Spielentscheidung lange Zeit den Anschein, als müsste der EHC Olten für die Verletzungsserie, die sich mit zehn Verletzten schon wieder zugespitzt hatte, auch auf dem Eis ein erstes Mal bluten.

Man hatte schon vor Spielbeginn reagiert und bis mindestens Ende Woche den 19-jährigen Oliver Steiner vom EHC Kloten (Elite) mit einer B-Lizenz ausgestattet. Er flankierte die vierte Sturmreihe an der Seite von Marc Sahli und Center Stéphane Heughebaert.

Die jungen Wilden zeichneten sich mit viel Tempo aus und waren ein Lichtblick im bescheidenen Oltner Offensivspiel. Sie erhielten denn auch erstaunlich viel Eiszeit und bedankten sich dafür mit vielen Chancen, waren aber trotz allem durch das unbekümmerte, lauffreudige Spiel in der Defensive etwas anfälliger.

Dem EHCO gelang es trotzdem, ein weiteres Mal das Spiel, ohne Gegentreffer zu gewinnen. Es ist der Gustafsson-Truppe hoch anzurechnen, dass man ausgerechnet während dieser anhaltenden Verletzungsserie das derzeit konstanteste Defensivteam der Liga ist: Mit dem 2:0 ist dem EHCO der sechste Sieg in Folge gelungen. In diesen hatte man gerade mal drei Gegentreffer hinnehmen müssen.

Stefan Mäder meint dazu: «Es ist uns allen klar geworden, dass wir die Verteidiger, die einsatzbereit sind, mit gutem Backchecking entlasten müssen. Das scheint gut zu funktionieren.»  

Lesen Sie den Liveticker hier nach: