FC Grenchen
Offener Brief von Alain Marie: «Habe keine Lust an Verurteilung teilzunehmen»

Alain Marie, der Vertreter der französischen Investoren beim FC Grenchen, erklärt in einem offenen Brief, wie er die letzten Wochen erlebt hat und wieso er sich aus dem Vorstand zurückzieht.

Alain Marie
Drucken
Teilen
Alain Marie

Alain Marie

Alexander Wagner

«Liebe Freunde, Mitglieder, Fussballfans des FC Grenchen,

Da ich aus berufliche Gründen am Donnerstag für die ausserordentliche Generalversammlung nicht anwesend sein kann, wollte ich ein Paar wichtigen Sachen mitteilen. Im November 2013, Rolf Bieri, Präsident des FCG, fragte mich an, ob ich dem Klub helfen könnte. Ich habe dann mit verschiedenen Personen in Frankreich gesprochen, besonders mit Najib Melhlhi, dieser hat selber mit Jean-Michel Pradeau gesprochen, welcher dieses sportliche Projekt sehr interessant gefunden hat und bestätigte, dass er, zusammen mit Freunden, die Löhnen der Spielern der ersten Mannschaft bezahlen könnte.

In Januar 2014, wechselte bei Grenchen das Amt des Präsidenten. Gerd Frera übernimmt die Stelle. Wir sprachen dann mit Gerd über das Projekt. Im März trafen wir Paul Kocher. Er schliesst das Projekt ab und ist dann unserer erster Ansprechpartner. Kocher machte eine ausgezeichnete Arbeit beim finden von Lösungen, die beide Projekt-Partner befriedigen. Am 23. Mai, dem Tag der Unterzeichnung des Vertrag-Projekts, wurde eine Geschäftsleitung gewählt. Der Vertrag hätte abgeschlossen sein sollen, sobald die neue 3S Gesellschaft gegründet wurde. Danach ist Frau Nadia Aubry aus der Geschäftsleitung des FC Grenchen zurückgetreten. Während einer Sitzung wurde von den anwesenden Mitgliedern entschieden, dass Paul Kocher Verwaltungsdirektor des Klubs wird und dass er alle Dokumenten des FCG unterscheiben kann.

Jean-Michel Pradeau hat ständig nach Buchungsbelegen und finanziellen Garantien betreffend der Klub-Zukunft gefragt; unter anderem die Gewissheit, dass der Klub seine Schulden aus der Vergangenheit bezahlen könne und neu anfangen könnte. Am 20. Juni, während einen Termin mit Paul Kocher, teilt er mir mit, dass er diese Dokumente nicht liefern kann und dass es bislang kein Gewähr betreffend der Klub-Zukunft gibt. Man sprach sogar von Konkurs.

Jean-Michel Pradeau setzte noch eine Frist, um die Garantien zu erhalten. Am 3. Juli wurden wir informiert, dass die Präsenz von Paul Kocher die geplante Bezahlung der Sponsoren und der 200- und 3000 Klub-Mitglieder verhindert. Wegen der sehr unklaren Situation, der finanziellen Unsicherheit des Klubs und den verschiedenen internen Konflikte, entschied sich Jean-Michel Pradeau, den Vertrag zu kündigen in Übereinstimmung mit Paul Kocher, der die gewünschte Garantien nicht liefern kann.

Er empfehlt Najib Melhli nach Frankreich zurückzukehren, was Najib nicht macht, da er als Trainer weitermachen möchte und an das sportliche Projekt des Klubs noch glaubt. Ich glaube, dass jeder von euch in dieser Situation genau das Gleiche gemacht hätte. In dieser Geschichte, in der alle probiert haben, das Beste daraus zu machen, haben aber wir alle auch Fehler gemacht. Alle, die für den FC Grenchen arbeiten oder gearbeitet haben, haben es mit Ehrlichkeit und gutem Willen gemacht. Nun eine Person anzuklagen und sie als Schuldigen zu ermitteln, ist eine Irrtum.

Paul Kocher, wie wir alle, ist nicht perfekt. Er hat jedoch immer im Interesse des FCG gearbeitet, manchmal ungünstigerweise, er ist jedoch nicht verantwortlich weder für die finanzielle Lage des Klubs, noch für die Fehler der Vergangenheit. Jetzt machen die Leute das Beste, um mit dem Klub weiterzufahren. Es ist Zeit, mit diesen menschlichen Konflikten aufzuhören und an Fussball, Junioren und Fans des Klubs zu denken.

Aus all diesen Gründen habe ich mich entschieden, der Geschäftsleitung nicht mehr anzugehören. Ich schätze alle Personen, mit denen ich gearbeitet habe und habe keine Lust an einer Verurteilung teilzunehmen. Es sind genügend Konflikte auf der Erde, wäre es also nicht möglich, unsere Kompetenzen zu vereinen und aus dem FCG einen ehrgeizigen und strukturierten Klub zu machen? Wie ich den Geschäftsleitungmitgliedern erklärt habe, bin ich immer noch verfügbar, um dem Klub zu helfen wenn nötig. Ich schätze die Spieler und möchte mich bedanken für ihren Einsatz, besonders Najib. Er arbeitet unter sehr schwierigen Bedingungen und bleibt jedoch positiv gestimmt.

Ich hoffe ehrlich, dass alle zusammen den richtigen Weg finden, um mit dem Klub weiterzufahren und meinerseits werde ich alle meine Energie geben, um zu ermöglichen, dass der FCG funktioniert.»

Aktuelle Nachrichten