Fussball 1. Liga

Niederlage ohne Trainer: Spitzenkampf gegen Biel stand für den FC Solothurn unter keinem guten Stern

Der FC Solothurn muss in Biel eine Niederlage einstecken.

In Abwesenheit seines kranken Trainers Jürg Widmer verlor der FC Solothurn den 1.-Liga-Spitzenkampf in Biel mit 1:2.

Für Herausforderer Solothurn stand der mit 1:2 verlorene Spitzenkampf bei Leader Biel unter keinem guten Stern. Am Sonntagmorgen musste Trainer Jürg Widmer notfallmässig ins Kantonsspital Aarau eingeliefert werden. Schon während der Woche war er wegen Nierensteinproblemen in ärztlicher Behandlung, konnte jedoch am Samstag das Abschlusstraining leiten. In der Nacht verschlechterte sich sein Zustand rapide.Für ihn übernahmen Assistenztrainer Rolf Leibundgut und Sportchef Hans-Peter «Bidu» Zaugg.

Einen weiteren Ausfall, von Emmanuel Mast, hatten die Solothurner gleich zu Beginn wegzustecken. Dem Anstoss von Chatton folgte ein erster Vorstoss rechts. Der 21-Jährige wollte sich nach 40 Sekunden den Ball erlaufen. Ein gegnerischer Verteidiger war vor ihm dran und traf ihn voll ins linke Auge.

«Es schlug Mast die Linse aus dem Auge und er sah danach nichts mehr. Er wurde zuerst in ein Spital in Biel eingeliefert und anschliessend in eine Spezialklinik nach Bern gebracht», erläuterte Zaugg diesen schweren Zwischenfall. Trotzdem verzeichnete Solothurns Aussenläufer, ehe er in der neunten Minute durch Loris Vernocchi ersetzt werden musste, in der siebten Minute noch einen gescheiterten Abschlussversuch.

Enttäuschende erste Hälfte des FC Solothurn

Wie weit die missglückte zweite Halbzeit gegen Delsberg oder der Ausfall von Mast eine produktive Spielführung behinderten, ist schwierig einzuordnen. Die erste Hälfte lief an den Gästen vorbei. Ohne Leidenschaft und Engagement agierten sie zu brav und zu wenig entschlossen. «In der ersten Halbzeit hatten wir nach vorne praktisch keine Aktionen und defensiv sind wir nicht gut gestanden mit unglaublichen Ballverlusten bereits in unserer Hälfte», bemängelt Zaugg.

Die Bieler waren mehr in Bewegung, zeigten sich lauffreudig, erreichten mehr Spielanteile und suchten den Abschluss. Ihr Führungstreffer überraschte nicht. Links lief Brian Beyer durch. Der Topskorer flankte in die Mitte zu Labinot Sheholli. Der Mittelfeldregisseur leitete weiter zu Frédéric Tosato. Der auf die rechte Seite ausgewichene linke Aussenläufer liess Marc Du Buisson in dessen Ersteinsatz nach drei Sperren stehen und nutzte die freie Schussbahn zum Führungstreffer (36.).

Du Buissons Ausgleichstor genügte nicht

Nach dem Seitenwechsel verbesserten sich die Besucher. Sie konnten sich konstruktiver einbringen. Das Geschehen wurde ausgeglichener. Einen Eckball nutzten die Ambassadoren zum Ausgleich. Arxhend Cani zielte diesen lang von rechts auf den Kopf von Marco Mathys. Der 32-Jährige wiederum dirigierte den Ball auf den Kopf Du Buissons nach rechts: 57. Minute 1:1.

Der Captain korrigierte mit seinem Treffer einerseits seine missglückte Intervention beim 1:0. Andererseits verabschiedet sich der linke Aussenverteidiger mit einem Erfolgserlebnis in seinen dreimonatigen, vom Studienlehrgang vorgeschriebenen Sprachaufenthalt nach Liverpool. «Ausgerechnet in unserer besten Phase fiel der Ausgleich», währte die Freude des Sportchefs nur vorübergehend.

Lucky-Punch für die Seeländer

In der letzten halben Stunde suchten beide Mannschaften die Entscheidung. «Nachher war das Spiel offen, wir hatten unsere Chancen», sagte Zaugg. Auch wenn sich bei den Gastgebern im Abschluss Mängel einschlichen, haben sie den Sieg nicht gestohlen. Sie investierten mehr in die Offensive.

Beide Teams hofften am Ende auf den Lucky-Punch. Dieser gelang den Seeländern bei einer Eckball-Doublette von Yvano Fleury. Den zweiten versenkte Christian Gomis mit dem Kopf beim entfernteren Pfosten. «Es ist eine Krankheit von uns, die Gegentore auf Corner. Schon beim ersten Versuch hatten wir Glück. Der Torschütze kam frei zum Köpfeln. Fairerweise muss man sagen, dass der Sieg von Biel über das ganze Spiel nicht unverdient ist», anerkannte Zaugg.

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