Fussball 2. Liga

Nach 1:15-Debakel: FC Trimbach zieht Reissleine und entlässt Trainer Ozan

Per sofort nicht mehr Trainer des FC Trimbach: Mehmet Ozan

Per sofort nicht mehr Trainer des FC Trimbach: Mehmet Ozan

Der 2.-Ligist FC Trimbach reagiert auf die peinliche 1:15-Niederlage vom Samstag gegen Fulenbach. Trainer Mehmet Ozan wurde mit sofortiger Wirkung entlassen. Der 50-Jährige hatte die erste Mannschaft des FC Trimbach erst im Sommer übernommen.

In der Vorrunde der laufenden Saison holten die Niederämter unter Mehmet Ozan aus elf Meisterschaftsspielen fünf Siege und vier Unentschieden. Daraus resultierte der vierte Zwischenrang nach der ersten Saisonhälfte.

Mit dem 3:2-Sieg beim Aufstiegsaspiranten Grenchen glückte den Trimbachern auch der Auftakt in die Rückrunde. Mit einem 1:1-Remis in Niederbipp und einer 3:5-Niederlage in Mümliswil und einem 2:2 beim FC Welschenrohr ging es für Ozans Team weiter. Nach diesen drei sieglosen Auftritten verkündete Mehmet Ozan, dass er Trimbach am Ende der laufenden Saison verlassen werde. Nun endet die Zusammenarbeit als noch früher.

Sportchef wusste, was es geschlagen hat

«Ich war am Samstag leider aus familiären Gründen abwesend», nimmt Sportchef Rolf Gerber Bezug auf den inferioren Auftritt der Trimbacher, welcher in einer 1:15-Heimklatsche gegen Fulenbach gipfelte. «Als mir Präsidentin Sonja Baumgartner das Resultat mitteilte, war mir klar, dass wir sofort reagieren müssen», so Gerber weiter. Am Sonntag habe er Mehmet Ozan mitgeteilt, dass dieser seinen Posten räumen müsse beim FC Trimbach. «Nach dieser Niederlage mussten wir einen Schlussstrich ziehen. Am Montagabend haben wir eine Lösung für den Rest der Saison gefunden.»

Führungsspieler und Fussballkenner übernehmen

Bei den noch ausstehenden sechs Spielen werden die langjährigen Leistungsträger Lucien Baumgartner und Dominik Schalt als Spielertrainer figurieren. Unterstützt werden sie von Hanspeter «Haki» Schmid. «Er ist 69-jährig, spielte früher beim FC Aarau, war jetzt aber lange Zeit bei keinem Verein mehr engagiert», erläutert Gerber. Gerber und Schmid kennen sich von wegen ihrer gemeinsamen Zeit in Sissach, wo Gerber unter Spielertrainer Schmid auflief. «‹Haki› ist an jedem Wochenende auf den Plätzen unterwegs und kennt die Fussball-Region. Er wird den beiden jungen Burschen Baumgartner und Schalt als Coach zur Seite stehen. Vor allem während den Spielen.»

Lucien Baumgartner

Lucien Baumgartner

In der Tabelle liegt der FC Trimbach noch immer auf dem guten fünften Platz. Von einer Krise kann also nur bedingt die Rede sein. Wieso kam es trotzdem zum 1:15-Debakel und der Entlassung? «Die Chemie zwischen der Mannschaft und dem Trainer hat nie richtig gestimmt», begründet Sportchef Rolf Gerber. «Schon in der Vorrunde gab es immer wieder Probleme wegen unterschiedlicher Ansichten.» Dies habe auch dazu geführt, dass einzelne Spieler nicht mehr unter Ozan antreten wollten. «Es ist sicher von beiden Seiten nicht alles sauber abgelaufen», schliesst Gerber das Thema.

Dominik Schalt

Dominik Schalt

Arbeitsverweigerung

Trainer Mehmet Ozan selbst wähnte sich beim 1:15 im falschen Film: «Ich wusste gar nicht mehr, was abgeht. Die Spieler haben mir einen Streich gespielt, das war Arbeitsverweigerung. Das Team zeigte keine Emotionen und keine Reaktion auf das Abschlachten. Der Auftritt war peinlich und schadet dem ganzen Klub.» Er habe den Eindruck gehabt, dass er mit dem Team auf dem richtigen Weg sei. «Dann gab es ein paar Spieler, die mir dreinreden wollten. Das akzeptierte ich als Trainer nicht. So hat es angefangen.»

Diese Differenzen konnten nicht bereinigt werden, so Ozan. «Ich wusste schon vor der Saison, dass der FC Trimbach eine schwierige Mannschaft hat. Aber in diesem Ausmass hätte ich es nicht erwartet.» Die Entlassung ging nicht spurlos am 50-Jährigen vorbei: «Im Moment habe ich die Nase voll vom Fussball. So etwas habe ich in meiner ganzen Karriere noch nie erlebt.»

Autor

Raphael Wermelinger

Raphael Wermelinger

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