Die Welle der Empörung liess nicht lange auf sich warten, als bekannt wurde, dass der
EHC Olten mit nur zwei Ausländern in die am kommenden Freitag beginnenden Playoffs starten würde. Keine Absicherung im Falle einer Verletzung des bestehenden Söldner-Duos Hohmann/Gervais. Und vor allem kein zusätzlicher Ausländer, falls der EHC Olten in der Liga-Qualifikation um den Aufstieg spielen würde.

Der Entscheid mag angesichts der ambitionierten Ziele, die der Klub vor dem Saisonstart herausgegeben hat – Platz 1 oder 2 nach der Qualifikation und dann der Meistertitel – befremden. Tatsächlich steht er offensichtlich im Widerspruch zu dem, was der Klub erreichen will. Wer hoch hinaus will, der muss eigentlich alles dafür tun, dass man am Gipfel ankommt, und nichts dem Zufall überlassen. Es geht um die Signalwirkung.

Auf der anderen Seite ist der Entscheid aber eben auch nachvollziehbar. Die Mannschaft funktioniert und hat, wenn alles passt, durchaus das Potenzial, die hochgesteckten Ziele zu erreichen. Das alles steht und fällt nicht mit der Verpflichtung eines dritten Söldners, der angesichts der bescheidenen Auswahl auf dem Markt kaum eine massive Verstärkung gewesen wäre. Deshalb sollte man diesbezüglich den Puck flachhalten.

Kommt ein wichtiger Aspekt dazu: das liebe Geld. Ein weiterer Ausländer belastet die Kasse. Und ein Blick auf die letzten beiden Jahresabschlüsse des EHC Olten, welche jeweils von tiefroten Zahlen geprägt waren, zeigt, dass man offensichtlich nicht mehr gewillt ist, Geld auszugeben, wenn es nicht wirklich sinnvoll ist. Es wird auch schon seit Monaten gemunkelt, dass beim Klub die Sparbremse angezogen wurde. Nur bestätigen will das beim EHCO niemand.

Womit wir beim entscheidenden Punkt angelangt sind: der Kommunikation. Wenn der EHCO sparen muss, dann müsste man dies auch in aller Deutlichkeit bekannt machen. So steht auf der einen Seite die (berechtigte) Erwartungshaltung der Fans und der Sponsoren, die davon ausgehen, dass der Klub alles unternimmt, um die hochgesteckten Ziele zu erreichen. Auf der anderen Seite muss beispielsweise Sportchef Marc Grieder unter schwierigen Umständen versuchen, eine kompetitive Mannschaft zusammenzustellen. Nicht nur in dieser, sondern auch in der kommenden Saison. Dies aber unter ungleich schwierigeren Bedingungen.

Dieses künstlich erzeugte Spannungsfeld ist jedenfalls Gift in einem Umfeld, welches bekanntermassen sowieso schon sehr kritisch ist. Bleibt die Frage: Wieso spielt der EHCO-Verwaltungsrat nicht mit offenen Karten? Es würde, gerade jetzt, wenige Tage vor dem Auftakt zu den Playoffs, viel zur Abkühlung einer aufgeheizten Atmosphäre beitragen, wenn man sagt, was Sache ist. Schliesslich kann die Mannschaft immer noch alle gesteckten Ziele erreichen.
Es wäre aber schön, wenn ab dem kommenden Freitag endlich alle am selben Strick ziehen würden. Dann steht einem schönen Playoff-Frühling nichts mehr im Weg.