„Ich möchte alle Hockey-Interessierten wohlwollend daran erinnern, dass es nicht möglich ist, aus den Ergebnissen von Testspielen Schlussfolgerungen zu ziehen. Nicht bei einem Sieg, nicht bei einer Niederlage. Nicht im Geringsten. In keiner Weise. Nie. Überhaupt nie“, twitterte EHCO-Trainer Fredrik Söderström in aller Deutlichkeit zwischen dem Test gegen Wiki-Münsingen (9:3) und jenem gegen die Heilbronner Falken.

Gewiss, Testspiele haben ihre eigenen Regeln, ihre eigene Dynamik. Und trotzdem: Auch in diese letztlich unbedeutende Spiele kann man mit einem Hang zur Übermotivation einsteigen. Das hat der EHC Olten im ersten Saison-Testspiel im heimischen Kleinholz erfahren müssen. Die Gäste aus Heilbronn starteten in die Partie, als ginge es um einen Meistertitel. Die Konsequenz: 14 Strafminuten sammelten die Heilbronner Falken in gerade mal viereinhalb Spielminuten. Insgesamt sassen die DEL2-Spieler 16 Zweiminuten-Strafen ab.

Angefangen hatte die äusserst ruppig geführte Partie mit einem unnötigen Check gegen EHCO-Stürmer Michael Rudolf, der längst nicht mehr in Scheibenbesitz war. Die Heilbronner verstanden die Welt nicht mehr, heimsten sogleich wegen Reklamieren und unfairem Verhalten weitere Strafen ein. Und zu guter Letzt beförderten die Falken in Unterzahl gleich auch noch zwei Mal die Scheibe unerlaubt aus dem Spielfeld.

Zwei frühe Tore in doppelter Überzahl

Der EHC Olten vermochte sich in der hektischen Startphase auf das Wesentliche zu konzentrieren. Lüthi und Truttmann brachten in jeweils doppelter Überzahl den EHC Olten mit fast identischen Toren in Führung. Erst war Horansky für den öffnenden Querpass vor dem Tor auf Lüthi verantwortlich, danach war es Rouiller auf Truttmann.

In der Folge beruhigten sich die Gemüter allmählich, wobei sich die Heilbronner Falken ganz offensichtlich nach wie vor stark zu Herzen nahmen, die neuen flexiblen Banden im Kleinholz besonders ausführlich austesten zu wollen. Und damit die eine oder andere Faustschlag-Einlage provozierten. „Sie waren sehr aggressiv eingestellt, teilweise fast etwas ungestüm am Werk. Wir brauchten beinahe zwei ganze Drittel, bis wir damit zurechtkamen. Umso besser war es, dass wir früh daraus Profit schlugen“, bilanzierte der EHCO-Neuzuzug Janis Elsener.

Der junge EHCO-Verteidiger zeigte seine dritte starke Vorbereitungspartie im Dress der Oltner. Stark in der Defensive, überzeugend im Spielaufbau, hilfreich und aktiv in den Offensivaktionen. So war er gleich selbst für das dritte EHCO-Tor zuständig: Nach einem Vorstoss stürmte er in den Slot und erwischte mit der Backhand den Torhüter zwischen den Beinen. Elsener, 22-jährig, tut gut daran, bald einer der Top-4-Verteidiger zu sein.

Ebenfalls aus dem Kollektiv stach wiederum Torhüter Silas Matthys heraus. Agiert er weiterhin so überzeugend, dürfte er sich schon bald von der Nummer 2 zur Nummer 1b aufspielen.

Schliesslich sorgten Techniker Horansky, der laufstarke Salzgeber (ins leere Tor) und der teamdienliche Lanz für ein Schlussbouquet in den letzten neun Minuten und stellten so von 3:1 auf 6:1.

Rytz-Brüder abwesend, Wyss mit Rückenschmerzen

Für Spannung sorgte wiederum das Lineup von EHCO-Trainer Fredrik Söderström. Er liess auf dem Matchblatt eine Verteidigerposition offen. Der Schwede erachtet es als realistische Konstellation in der Meisterschaft, regelmässig mit nur sieben Verteidigern anzutreten.

Ursprünglich wäre geplant gewesen, dass Truttmann im dritten Vorbereitungsspiel pausieren würde. Doch weil sich Wyss über Rückenschmerzen beklagte, wurde ihm eine Pause gegönnt.

Aus familiären Gründen nicht im Kader waren auch die beiden Rytz-Brüder Simon und Philipp. Und Garry Nunns tiefe Schnittwunde am Fuss verheilt wie erwartet, trotzdem will man nichts forcieren. Sein Debüt könnte er womöglich am nächsten Samstag (Kleinholz, 19.30) gegen den EHC Kloten geben. Dann steht das vierte der sechs Testspielen auf dem Programm.

Generalversammlung im Hotel Astoria

Bevor diese Partie über die Bühne geht, findet heute Abend im Hotel Astoria die ordentliche Generalversammlung des EHC Olten statt (ab 19.00 Uhr). Klar ist bereits jetzt: Vor allem in finanzieller Hinsicht wird die Aktiengesellschaft keine erfreulichen Zahlen präsentieren können.