0, 0, 1, 1. Das ist die Torausbeute des EHC Olten in den letzten vier Spielen. Normalerweise reicht das bei weitem nicht für einen einzigen Punktgewinn. Doch glücklicherweise war die Normalität am gestrigen Sonntagabend im Kleinholz ausnahmsweise nicht die Norm.

Und darum gewann der EHCO dank einem einzigen Treffer, erzielt durch Captain Cédric Schneuwly in der 39. Minute, gegen den EHC Visp mit 1:0 und somit drei Punkte. Drei Punkte, die in der Qualifikations-Endabrechnung von grosser Bedeutung sein könnten.

Die Powermäuse haben nun immer noch realistische Chancen, sich für die Playoff-Viertelfinals das Heimrecht zu erkämpfen. Vorausgesetzt, sie erfüllen in den letzten beiden Quali-Spielen die Pflicht und holen am Freitag beim Tabellen-Vorletzten Winterthur und am Sonntag zu Hause gegen Schlusslicht Ticino Rockets die maximale Punktzahl.

Rytz einmal mehr überragend

Viel wichtiger als diese Rechenspiele war aber die simple Tatsache, dass man nach drei Niederlagen in Serie endlich wieder gewonnen hat. Es war sozusagen ein Minisieg für die Moral. Und doch mussten die gut gezählten 3000 Zuschauer, die trotz Ferien, Fasnacht und Krise ins Kleinholz pilgerten, bis ganz zum Schluss zittern mit ihren Lieblingen auf dem Eis.

Als die über weite Strecken des Spiels lethargisch wirkenden Visper in den letzten zehn Minuten einen Gang höher schalteten, da brauchte es eine grosse Portion Glück und noch grösseres Können des überragenden EHCO-Goalies Simon Rytz, um den knappen Vorsprung über die Zeit zu bringen. In dieser Phase wurde einmal mehr deutlich, wie wenig es braucht, um das immer noch äusserst zerbrechliche EHCO-Konstrukt aus dem Gleichgewicht zu bringen.

Neu-Trainer Chris Bartolone war letztlich umso glücklicher, dass der erste Sieg unter seiner Führung Tatsache geworden war: «Das ist sehr wichtig für uns und unser Selbstvertrauen. Wir haben über das ganze Spiel gesehen sehr gut gearbeitet. Aber: Wir haben auch immer noch zu viele Fehler gemacht», fand der Italo-Amerikaner auch kritische Worte für die Leistung seiner Mannschaft.

Immerhin: Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Bengt-Ake Gustafsson zieht Bartolone auch Konsequenzen, wenn sich die Spieler wieder einmal nicht an die System-Vorgaben halten. So musste der nominell erste EHCO-Sturm im ersten Drittel fast zehn Minuten «bänkeln», weil er sich zu viele Fehler erlaubt hatte. «Es ist wie mit den Kindern: man muss oft immer wieder die gleichen Dinge wiederholen. Auch wenn das manchmal sehr ermüdend sein kann», so Bartolone.

Der erknorzte Sieg gegen den EHC Visp war ein erster Schritt in die richtige Richtung. Wie nachhaltig er ist, werden die nächsten Wochen zeigen.

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