Als «Showdown im Kleinholz» hatte der EHC Olten das geschichtsträchtige Heimspiel gegen den EHC Kloten angepriesen, welches vor fast 25 Jahren an Ort und Stelle letztmals ausgetragen wurde. Viel Spektakel durfte man sich auch deshalb erhoffen, weil mit Olten (90 Tore) und Kloten (84) die zwei offensiv stärksten Mannschaften der Swiss League gegenüberstanden.

Doch die Mehrheit der 4077 Zuschauer wurde arg enttäuscht: 2:5 lautete das Schlussresultat, an dem es unter dem Strich auch in dieser Deutlichkeit nichts zu rütteln gibt. Denn die Powermäuse bekamen zu spüren, dass sie – statistisch unterlegt – nicht nur die beste Offensive besitzen, sondern eben auch bloss über eine durchschnittliche Defensive verfügen.

«Ich muss Kloten ein Lob aussprechen: Sie skateten härter, waren kräftiger, schneller und hatten zu jeder Zeit den Hunger und das Feuer, hier zu gewinnen», bilanzierte Chris Bartolone. Der EHCO-Trainer erwähnte mit keinem Wort, dass Olten zuletzt neun spielfreie Tage hatte und ganz offensichtlich auch etwas die Spritzigkeit und Spielrhythmus auf der Strecke blieb.

Er hätte es sich mit einer solchen Analyse auch zu einfach gemacht. Denn die Powermäuse hatten zwar über das gesamte Spiel hinweg mehr Spielanteile verzeichnet, doch in den entscheidenden Phasen setzte Kloten die Nadelstiche.

So etwa zum Spielbeginn, als sich Olten bereits die ersten qualitativ hochwertigen Chancen gutschrieb, aber trotzdem die Gäste in Führung gingen: Die EHCO-Defensive hatte alle Augen auf den omnipräsenten NHL-Veteranen Jussi Jokinen gerichtet und dabei im Nacken den Ex-Oltner Fabian Ganz vergessen (4.). «Dieser Gegentreffer hat uns geschmerzt», konstatierte Chris Bartolone.

Ungepflegte Zuspiele

Der EHC Olten machte sich aber vor allem in den ersten 40 Minuten selber keinen Gefallen, indem man sich mit ungepflegten Zuspielen und vielen haarsträubenden ersten Pässen, die kaum aus der eigenen Zone fanden, den Gegner regelrecht dazu einlud, Konterangriffe einzuleiten.

Und diese hatten es in sich: Sowohl beim 2:0 wie auch beim 3:0 schalteten die Klotener nach EHCO-Puckverlusten blitzschnell um. Erst hatte Back mit einem sensationellen Pass durch die Mittelzone Teamkollege Obrist lanciert, der seinen schnellen Antritt ausnutzte und zum 2:0 erhöhte (19.).

Und gegen Ende des Mitteldrittels hatten sich die Klotener bei Stan Horansky zu bedanken, der an der offensiven blauen Linie die Scheibe vertändelte und damit Monnet und Krakauskas zu einem 2:1-Gegenstoss einlud. Bei diesem hatten die beiden Klotener schliesslich vor dem Tor sogar noch die Zeit für einen sehenswerten Doppelpass, um EHCO-Torhüter Simon Rytz machtlos zurückzulassen (37.).

Auch danach fanden die Oltner kein Rezept. Es fehlte vor allem an offensiver Durchschlagskraft. Und setzten sich die EHCO-Stürmer doch hin und wieder durch, bedeutete Davos-Ausleihe Joren van Pottelberghe Endstation. Es war dann vielmehr Jussi Jokinens grosser Moment gekommen, der den Pass des Abends spielte: Er fand im Powerplay Füglister am langen Pfosten, der nur noch den Stock hinzuhalten brauchte.

Auf den 0:4-Genickbruch hatte der EHCO nicht mehr viel zu bieten. Immerhin hatte Daniel Eigenmann mit einem Distanzschuss doch noch eine der vier Oltner Powerplaychancen ausnutzen können. Zuvor liess man zwei 5:3-Überzahlsituationen ungenutzt verstreichen. Es war ausser einem wertlosen Schirjajew-Tor nicht mehr als ein letztes kurzatmiges Aufbäumen.

Der EHC Olten tut gut daran, die Niederlage schnellstmöglich abzuhaken. Es warten in dieser Woche noch zwei intensive Derbys gegen Langenthal auf den EHCO, worauf man sich erneut in eine neuntägige Meisterschaftspause verabschiedet. Danach stehen bis zu den Weihnachten zwei weitere unbequeme Duelle gegen Ajoie und Visp an. «Showdowns», aus denen der EHCO dringend Punkte braucht.

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