Champions Cup

Matthias Hofbauer betritt noch einmal eine grosse Bühne: «Wenn wir ein Topspiel abliefern, stehen wir am Sonntag im Final»

«Ich geniesse es. Schon nur die Möglichkeit zu haben, noch einmal etwas Grosses zu erreichen, fühlt sich toll an.»  - Matthias Hofbauer SV Wiler-Ersigen (links).

«Ich geniesse es. Schon nur die Möglichkeit zu haben, noch einmal etwas Grosses zu erreichen, fühlt sich toll an.» - Matthias Hofbauer SV Wiler-Ersigen (links).

Am kommenden Wochenende startet der Rekordmeister SV Wiler-Ersigen am Champions Cup. Mit von der Partie ist dabei auch die Legende Matthias Hofbauer. Im Interview spricht er nun über seiner vergangenen Teilnahmen, die laufende Meisterschaft und seine Abschiedstour.

Am Wochenende findet im tschechischen Ostrava der Champions Cup statt. Die Schweiz wird bereits zum zwölften Mal durch den SV Wiler-Ersigen vertreten. Schon vor 14 Jahren gastierte der SVWE in Osttschechien – und mit ihm die Legende Matthias Hofbauer (38). 2006 war der Schweizer Rekordmeister mit dem vielleicht besten Team der Vereinsgeschichte sehr unglücklich im Halbfinal gegen den nachmaligen Champions Cup-Sieger Warberg ausgeschieden. Matthias Hofbauer blickt vor seinem wohl letzten internationalen Auftritt zurück – und voraus.

Matthias Hofbauer, wissen Sie überhaupt noch, das wievielte Mal Sie am Champions Cup teilnehmen?

Zwölf Meistertitel haben wir mit Wiler gewonnen, zwei habe ich verpasst. Es müsste also meine zehnte Teilnahme sein? Es gibt ein paar Erlebnisse, welche mir geblieben sind. Aber der Sieg bei unserer ersten Teilnahme 2005 überragt natürlich alles.

Wiler-Ersigen und Ostrava, da war doch mal was? Erinnern Sie sich noch?

2006 waren wir das gesamte Turnier über nur eine Sekunde in Rückstand und es schaute am Schluss trotzdem nur die Bronzemedaille raus. Bei 59:59 haben wir den entscheidenden Gegentreffer erhalten, nachdem der Ball von meinem Kopf direkt zu einem Gegenspieler gesprungen ist. Die Enttäuschung war natürlich riesig, vor allem weil wir gegen ein starkes Warberg sehr gut gespielt hatten. Spielerisch war dies wohl unser bestes Turnier überhaupt. Über zehn Jahre danach ist mir das fast mehr in Erinnerung als das unglückliche Out im Halbfinal.

Wiler stand bislang dreimal in einem Champions Cup Final, ist noch immer das einzige Schweizer Männerteam, dem dies überhaupt je gelungen ist. Wie beurteilen Sie die Chancen in diesem Jahr?

Meiner Meinung nach kann alles passieren. Ein Herantasten mit Gruppenphase gibt es nicht, wir müssen von der ersten Sekunde an liefern. Sind wir bereit, möchte ich nicht unbedingt gegen uns spielen.

Insbesondere Halbfinalgegner und Titelverteidiger Classic scheint anhand der Resultate in der Meisterschaft übermächtig. Wie kann man hier die Überraschung schaffen?

Mich faszinieren Teams wie Classic, welchen es gelingt, über Jahre eine Winnermentalität aufzubauen. Ihre Resultate in der Meisterschaft sind jedoch schwierig einzuschätzen. Ich glaube aber auch nicht, dass uns dies gross interessieren sollte. Wir müssen nichts Spezielles machen, sondern unsere Defensive als Basis nutzen. Wenn wir ein Topspiel abliefern, stehen wir am Sonntag im Final, davon bin ich überzeugt.

Die bisherige Saison verlief durchzogen, im Cup bereits ausgeschieden in der Meisterschaft auf Kurs, aber mit extrem unterschiedlichen Leistungen. Wie ist da zu erklären?

Das Problem ist, dass unsere Leistungen an schlechteren Tagen gerade ziemlich dürftig sind. Wir müssen also unseren Mindestlevel verbessern, auch mal mit Cleverness und Einsatzbereitschaft einen «dreckigen» Sieg einfahren und damit zufrieden sein. Abgesehen vom Cup-Out finde ich die Schwankungen ansonsten ziemlich normal. Es ist ja nicht so, dass man sich zurücklehnt, der Wille, sich ständig zu verbessern, ist vorhanden.

Sie selber sind ja irgendwie auf einer Abschiedstour. Vor einem Jahr die letzte WM in Prag. Nun der letzte Champions Cup. Wie erleben Sie die Situation?

Irgendwie bin ich mit 38 schon seit Jahren auf Abschiedstour (lacht). Ich geniesse es. Schon nur die Möglichkeit zu haben, noch einmal etwas Grosses zu erreichen, fühlt sich toll an. Stand heute bin ich glücklich darüber, die Abschiedstour noch etwas in die Länge gezogen zu haben. An der letzten WM hätte ich gerne gegen die Finnen gespielt, nun steht dieses Duell halt in einem anderen Rahmen an.

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