Grenchenberglauf

Martina Strähl und Matthias Kyburz gewinnen SM-Titel

Die neuen Schweizer Meister im Berglauf heissen Martina Strähl und Matthias Kyburz. Die beiden setzten sich am Grenchenberglauf bei miserablen äusseren Bedingungen durch.

«Die Ankunft auf dem Untergrenchenberg entschädigt Ihre Mühen nicht nur mit dem emotionalen Hoch des Zieldurchlaufs, sondern auch mit der wunderschönen Aussicht auf unsere Region und das malerische Alpenpanorama», hatte François Scheidegger in seinem Begrüssungswort für den Grenchenberglauf geschrieben. Manchmal liegt eben auch ein Stadtpräsident total daneben: Das Einzige, was die 580 Läuferinnen und Läufer auf dem Berg zu sehen bekamen, waren dicke Nebelschwaden.

Bereits beim Cadotsch-Stein hatten sich die grossen Favoriten Martina Strähl und Matthias Kyburz deutlich von der Konkurrenz abgesetzt. «Nur eine einzige Banane habe ich bis jetzt abgeben können», klagte dort ein junger Helfer, als die Masse der Hobbyläufer vorbei war. Die wassergetränkten Schwämme wollte diesmal überhaupt keiner. Handschuhe hätten wohl eher Abnehmer gefunden. Denn es war ein absolutes Novum:

Bei der 16. Ausgabe des Grenchenberglaufs dominierten Nieselregen und Kälte. Bisher war es immer schön und manchmal sogar richtig heiss. «Heute war das Wetter optimal, nicht zu heiss und nicht zu feucht», kommentierte Martina Strähl zu den äusseren Bedingungen. Denn Läufer klagen nicht, sie kennen kein schlechtes Wetter, im Gegenteil. Sie lieben diese Verhältnisse.

Während sich «normale» Menschen in der guten Stube verstecken und das Cheminée anzünden, stellte die Europameisterin 2009 und 2011 bei den Frauen einen neuen Streckenrekord auf und Matthias Kyburz (Möhlin), Juniorenweltmeister 2009, Gesamtweltcupsieger 2012 und 2013 im Orientierungslauf, tat es ihr bei Männern gleich.

Nächstes Ziel: Die WM in Zermatt

Für Martina Strähl gehört das Gewinnen beim Grenchenberglauf zu den angenehmen Gewohnheiten: Bereits 2006 wurde sie hier ein erstes Mal Schweizer Meisterin im Berglauf – am Sonntag war es das siebte Mal. «Diesmal bin ich besonders glücklich, weil ich erstmals seit meiner Prellung des Steissbeins wieder absolut schmerzfrei laufen konnte», sagte Strähl im Zielraum. «Mein nächstes grosses Ziel ist jetzt die Langdistanz-Berglauf-Weltmeisterschaft in Zermatt.»

Da es sich um die erste offizielle Austragung dieses Titels handelt, sei dieses Rennen für sie besonders attraktiv. Derweil die Seriensiegerin bereits Interviews gab, spielte unten beim Wäsmeli noch die Musik für die Hobbyläufer. Auf dem Fuchsboden wurden diese wieder von den Treichlern aus Eggiwil zum Endspurt angefeuert.

Rund 580 Männer und Frauen nahmen diesmal die 12 Kilometer auf den Grenchenberg unter die Füsse und überwanden dabei etwas mehr als 800 Höhenmeter. Das sind etwa 150 Teilnehmer mehr als letztes Jahr, was damit zu erklären ist, dass in Grenchen dieses Jahr eben auch der Schweizer-Meister-Titel im Berglauf vergeben wurde.

Die über 100 Helfer, viele davon von den «Free Runners Grenchen», hatten wieder einmal für einen geschmeidigen Ablauf gesorgt. Man darf sich bereits auf die 17. Austragung freuen – hoffentlich dann wieder bei Sonnenschein.

Grenchen. Berglauf-SM (12 km/800 m HD). Männer: 1. Matthias Kyburz (Möhlin) 51:46. 2. Cäsar Costa (Martigny/Por) 0:36 zurück. 3. (SM-2.) Fabian Downs (St. Gallen) 1:36. 4. (SM-3.) Daniel Lustenberger (Kriens) 2:14. - Frauen: 1. Martina Strähl (Oekingen) 57:29. 2. Daniela Aeschbacher (Oberfrittenbach) 3:33. 3. Laura Hrebec (Illarsaz) 4:11.

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