«Ich bin glücklich darüber, dass mir gleich in meinem ersten Rennen ein so gutes Resultat gelungen ist», sagte Lukas Jaun noch im Zielraum. Die Trophäe Santanyi-Ses Salines–Campos war die erste Etappe der Mallorca Challenge, das erste Radrennen der Continental-Klasse dieses Jahres – aber vor allem war es das erste Rennen des 24-jährigen Lengnauers als Radprofi überhaupt. Der 11. Rang brachte ihn im weltweiten Ranking der Radprofis auf einen Schlag um 273 Plätze auf Rang 1514 nach vorne.

Immer noch ein weiter Weg an die absolute Spitze also, und die Schlagzeile, dass er nun Fabian Cancellara geschlagen habe, lässt Lukas Jaun nicht so stehen. «Cancellara bestreitet die Mallorca- Challenge nur als Training, also darf ich nicht damit angeben, dass ich heute vor ihm klassiert bin.» Die ersten 120 Kilometer des Flachrennens seien eine gemütliche Ausfahrt gewesen, beschreibt der Neo-Profi die Unterschiede zu seinen bisherigen Elite-Rennen.

«Etwa 30 Kilometer vor dem Ziel wurde es plötzlich hektisch. Wenn ich einmal nur kurz nicht voll in die Pedale getreten hatte, wurde ich gleich von zwei, drei Fahrern überholt. Und auf den letzten 10 Kilometern ging es richtig ruppig zu. Da muss ich noch lernen, wie man sich in einem solchen Profifeld durchsetzt. Auf den letzten 200 Metern konnte ich nicht mehr zulegen. Ich hatte zu lange für die Teamarbeit im Wind draussen gestanden, sonst hätte es vielleicht für einen noch besseren Rang gereicht», sagte Jaun – ohne enttäuscht zu sein.

Talent im Langlauf und auf dem Velo

Vor vier Jahren nahm ihn das damals unter anderem Namen gegründete, heutige Team Roth Skoda auf, als er als Junior zu den Amateuren wechselte. Und nun, nach dem eher überraschenden Aufstieg zu den Profis, verdankt Jaun das Vertrauen mit dem sensationellen Debüt. Aber der Erfolg hat auch seine Wurzeln. Als Sprössling einer sportlichen Bäckersfamilie kam Lukas Jaun mit Langlaufski auf die Welt. 2007 wurde er bei den Junioren sowohl Schweizer Meister im Langlauf als auch auf dem Rad. «Irgendwann muss man sich entscheiden: Das Sommertraining auf den Rollski gefiel mir nicht, ich fahre lieber Velo», erklärt Jaun, warum er jetzt Radprofi ist.

Sein Bruder Pascal dagegen blieb den Langlaufski treu. Nach einem Sturz verletzte er sich aber am Knie und wegen Komplikationen nach den Operationen verlor er seinen Platz im Nationalkader. Heute präpariert Pascal Jaun unter anderem die Langlaufski für Dario Cologna.

Zurück zu Lukas Jaun: In den Rennen mit vielen Höhenmetern vom Freitag und Samstag setzte das Team Roth Skoda auf Mallorca die Bergspezialisten ein. Heute Sonntag bekommt nun wieder Lukas Jaun seine Chance, weil das abschliessende Rennen auf der spanischen Ferieninsel mehrheitlich flach ist.