«Wir haben in den ersten vierzig Minuten kein Hockey gespielt.» Fabian Ganz, der einzige EHCO-Torschütze bei der bitteren 1:3-Niederlage bei den Basel Sharks nahm nach dem Spiel kein Blatt vor den Mund, konnte sich die schwache Vorstellung seiner Mannschaft zuerst aber auch nicht so richtig erklären. Ja, man habe tags zuvor gut trainiert, sei gegen die Basler aber überhaupt nicht ins Spiel gekommen, so der Verteidiger.

Mit seiner Analyse, «hinten und nach vorne nicht kompakt» gespielt zu haben, lag der 22-Jährige genau richtig. Selten fand der Puck in den ersten beiden Abschnitten den direkten Weg in die Zone der Gastgeber, meistens wurden die Offensivbemühungen bereits im ersten Drittel mit teils unerklärbaren Fehlpässen, ja Blackouts unterbunden.

Kein Schwung, keine Tore

Konnte man über den Zeitpunkt der Nationalmannschaftspause noch geteilter Meinung sein, stand nach absolvierten zwanzig Spielminuten fest: Die erste Drittelspause kam zum absolut richtigen Zeitpunkt. Denn der erste Abschnitt nach der zehntägigen Meisterschaftspause ist schnell zusammengefasst: Kein Schwung, keine Strafen, keine Tore. Vor allem die Gäste taten sich sehr schwer, gegen ein alles andere als übermächtiges Basel auf Touren zu kommen. Immer wieder war eine Basler Kelle schneller an der Scheibe, was auch mit dem zu ungenauen Auftritt des Leader zusammenhing. Ausser einer Pargätzi-Chance kurz nach Beginn und zwei Direkt-Abschlüssen von Tschuor und Vogt in der ersten Drittelshälfte hatte Dominic Nyffeler, der überraschend für den als verletzt gemeldeten Urban Leimbacher im Tor der Gastgeber stand, nicht viel abzuwehren. Auf der Gegenseite entschärfte Tobler eine Handvoll, meist aus zu spitzem Winkel abgegebene Basler Schüsse.

Doch dann war es schnell vorbei mit der Nullrunde. Noch bevor die beiden Mannschaften im mittleren Abschnitt richtig loslegen konnten, musste Tobler ein erstes Mal hinter sich greifen. Parati spielte die Scheibe Loichat auf die Kelle, und dieser liess dem EHCO-Keeper keine Abwehrchance. Paratis Riesenbock war sinnbildlich für den zweiten Abschnitt, in welchem die Oltner Mechanismen zwar einen Tick besser zu greifen schienen, aber immer wieder durch Ungenauigkeiten vor allem in der Angriffsauslösung unterbrochen wurden. Unerklärlich die vielen Fehlpässe und Missverständnisse in der eigenen Zone, und auch im Offensivdrittel lief bei weitem nicht alles nach Wunsch.

Gegentor in Überzahl

Und doch schienen sich, nach gut 36 Minuten, die jetzt doch etwas vehementeren Angriffsbemühungen der Oltner auszubezahlen - dachte sich Grünweiss auf den mit 1552 Fans gefüllten Zuschauerrängen. Denkste. Aeschlimann traf in der ersten Oltner Überzahl mit seinem Direktschuss absolut unbedrängt in die Füsse von Frunz, der mit der Scheibe loszog und Tobler zum zweiten Mal bezwang. Jetzt wurde guter Rat langsam teuer für die Oltner.

Erst, als Nyffeler für kurze Zeit mit einer neuen Maske spielen musste, fand Fabian Ganz im oberen Eck die Lücke und verkürzte auf 1:2. Es war dies der Lohn für eine Phase, in welcher so langsam der EHCO von vor der Nati-Pause zu erkennen war. Und der erste Treffer wirkte sich absolut positiv auf das Spiel der Gäste aus, was sich in zwei weiteren kleinen Strafen gegen die Sharks niederschlug. Vor allem in der 55. Minute brannte es lichterloh vor Nyffeler, doch nicht zuletzt dank einer gehörigen Portion Oltner Unvermögen hielt dieser seinen Kasten dicht. Und zwar auch dann, als die Gäste den Ausgleich mit einem Mann mehr zu erzwingen versuchten, dabei jedoch den alles entscheidenden Befreiungsschlag Wrights zum 1:3 ins leere Gehäuse kassierten.