2. Liga inter

Langes Leiden und süsse Belohnung für den FC Grenchen

Der FC Grenchen dreht das Spiel gegen Muri und ist in der 2. Liga inter nach vier Spielen weiterhin ungeschlagen.

«Das war’s dann», dachten wohl die meisten der 270 Zuschauer im Grenchner Stadion Brühl, als João Miguel Ferreira in der 55. Minute die Gäste aus Muri in Führung schoss. So überlegen hatten die Aargauer das Spiel bis zu diesem Moment dominiert, dass zu befürchten war, nun sei der Bann gebrochen und weitere Tore würden folgen.

Es hatte bis zu dieser Szene, in welcher das gesamte defensive Mittelfeld schlecht ausgesehen hatte, nicht etwa am Willen oder Einsatz gefehlt. Es war einfach der Wurm drin. «Ich weiss nicht, wieso wir so grosse Probleme bei der Ballannahme hatten. Schon in der ersten Halbzeit wären die Lücken da gewesen, aber wir liessen den Ball zum Gegner abprallen und brachten uns immer wieder selber in Schwierigkeiten», beschrieb FCG-Captain Samuel Zayas nach dem Schlusspfiff seine Sicht des Spiels.

Die vielen Sünden am Ball führten als Konsequenz zu unzähligen Dutzendfouls und Verwarnungen für Dzenis Poljak und Erbin Shaqiri schon vor der Pause. Und es brauchte auch eine spektakuläre Glanzparade von Goalie Jeffrey Grosjean, der einen Schuss aus dem Lattenkreuz holte, damit die Grenchner nicht schon mit einem Rückstand in die zweite Halbzeit starten mussten.

Cédric Rihs brachte die Wende für das Heimteam

Muri zog auch nach der Pause sein Kurzpassspiel im Mittelfeld weiter auf und so war die Führung der Gäste absolut verdient. Grenchens Trainer Mirko Recchiuti musste reagieren und er brachte nach einer Stunde Cédric Rihs. Bereits mit der ersten Ballberührung hätte dieser beinahe den Ausgleich erzielt. Rihs machte seinem Namen alle Ehre und wuchs förmlich über sich ­hinaus. Er war das Element im Mittelfeld, das bis dahin gefehlt hatte beim FC Grenchen.

Dann setzte sich Stéphane Essomba auf dem rechten Flügel energisch durch. Die Flanke konnte zwar Samuel Zayas nicht verwerten, aber Dzenis Poljak hatte aufgepasst und erzielte im Nachschuss den Ausgleich zum 1:1. Das totgeglaubte Grenchen war auferstanden und übernahm jetzt sogar das Spieldiktat. «Wir haben nie aufgegeben und waren auch konditionell besser», analysierte Zayas.

Grenchens Siegtreffer fiel erst in der Nachspielzeit

Bei seinem ersten Auftritt im Stadion Brühl konnte Neuzugang Scott Mbemba keine ­dicken Stricke zerreissen. Er hat seine Position in der Mannschaft noch nicht gefunden und das Spiel ging meistens am Mittelstürmer vorbei. Doch er gab nicht auf und in der Nachspielzeit warf der 31-jährige Angolaner, der von Azzurri Biel zum FCG gestossen war, seinen imposanten Körper in eine Flanke. Bei der gewaltigen Wasserverdrängung hatte der Verteidiger keine Chance und Mbemba erzielte per Kopf das 2:1.

«Genau dafür haben wir ihn geholt», meinte Samuel Zayas. «Man muss im Spiel nicht viel von ihm sehen, aber wenn er das Siegestor für uns schiesst, dann hat er die Erwartungen erfüllt.» Für den weiteren Saisonverlauf ist er optimistisch: «Wir können in unserer Gruppe mit jedem Gegner mithalten und ich denke, wir können uns in den ersten sechs Rängen etablieren.»

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