Es war kein berauschender, überzeugender Auftritt des FC Solothurn im Nachtragsspiel gegen Schötz. Trotzdem zogen die Platzherren im Sandwich-Heimspiel dieser Englischen Woche die drei Punkte auf ihre Seite.

Sie bleiben damit mit Black Stars Basel punktgleich – beide 42 Zähler und sechs Punkte Reserve auf das drittplatzierte Delsberg – Co-Leader. Die Auswirkungen der gezwungenermassen vielen Umstellungen in den letzten Spielen blieben auch gegen die Zentralschweizer nicht verborgen.

Es spricht für die Mannschaft, dass auch derartige Spiele gewonnen werden.  Geduld war angesagt. Diese wurde schliesslich belohnt. «Wir wollten, aber mehr ist heute nicht gegangen», merkt Solothurns Trainer Dariusz „Darek“ Skrzypczak selbstkritisch an.

Früher Foulpenalty

Die Startphase der Ambassadoren war in Ordnung. In der fünften Minute zielte Riesen von der linken Grundlinie den Ball in die Mitte. Hunziker übernahm und schoss. Schötz-Hüter Stadelmann konnte den Ball nicht fassen.

Hunziker kam zum Nachschuss, doch Schiedsrichter Rogalla gab das Tor wegen Foulspiels nicht. Besser klappte es acht Minuten später. Stauffer verwickelte Kurmann auf der linken Seite im Gästestrafraum in einen Zweikampf. Das Streitobjekt konnte Hunziker übernehmen.

Die folgende Intervention des rechten Schötzer Innenverteidigers war regelwidrig – Foulpenalty. Diesen verwertete Arifi sicher zum 1:0. «Dieser Penalty hat es uns einfacher gemacht», sieht es Skrzypczak.

Solothurner Defensive gefordert

Die Besucher verstanden es, sich immer besser auf ihre Gastgeber einzustellen. Ihre spezielle Organisationsform mit keiner nominellen Sturmspitze – aus dem Vierer-Mittelfeld stiessen anfänglich wechselnd Boussaha und Michael Koch vor, mit späteren situativen Anpassungen – stellte die Solothurner Defensive vor einige Probleme.

«Schötz war gut organisiert, hatte drei bis vier schnelle Leute, auf deren Umschaltspiel wir aufpassen mussten und dadurch haben sie uns das Leben schwer gemacht», anerkennt Skrzypczak. Dadurch erhielten die Luzerner immer wieder Raum.

Bei ihnen fiel speziell Michael Koch als Organisator auch ihres defensiven Bereichs und Stabilisator auf. Mit vereinten Kräften gelang es den Einheimischen jedoch jeweils die Gefahr zu bannen. Im Gegenzug vermochte die Stadion-Elf den Ball zu wenig zu monopolisieren.

Immer wieder gelangten die Besucher in dessen Besitz. Das Geschehen wirkte zerfahren. Es fehlte die Linie und somit eine Grundstruktur. «Wir wollten dominieren, ab und zu gelingt das nicht», räumt der 51-Jährige Teamverantwortliche ein. Trotzdem konnten die Schötzer diese Verwundbarkeit ihres Gegenübers nicht nutzen.

Erdauerter zweiter Treffer

Wieder hatten die Ambassadoren die erste beste Chance. Nach einer Kombination, an der Stauffer und Arifi beteiligt waren, sah Veronica seinen Abschlussversuch vom eingewechselten Gästeersatzhüter Gerber heruntergeholt (52.). Die Erlösung musste weiter erdauert werden.

Das Spiel blieb mühsam. Produktives wurde wenig eingebracht. Vieles lief ins Leere. Erst nachdem sich Hunziker in der 78. Minute rechts gegen Skeraj, der am Boden liegen blieb, durchsetzte und ins Zentrum zu Osmani flanken konnte, fiel der entscheidende zweite Treffer.

Der satte Direktschuss des eingewechselten 29-Jährigen war unhaltbar. «Ich wusste, was wir an Veronica und Osmani haben, sie brachten Impulse, auch dies eine Stärke der Mannschaft», hält Solothurns Trainer fest.

Vorsichtsmassnahmen

Die drei Auswechslungen im Verlauf der zweiten Halbzeit von Raphael Koch zu Asani (57.), Waylon Grosjean zu Osmani (70.) und Hunziker zu Philippe Gerspacher (85.) waren reine Vorsichtsmassnahmen zur Schonung von angeschlagenen Akteuren im Hinblick auf das samstägliche Heimspiel gegen Buochs.

«Wir waren nicht die klar bessere Mannschaft, aber einzelne Qualitäten haben uns geholfen, trotzdem zu gewinnen und zu Null zu spielen, das freut mich für die ganze Mannschaft», rapportiert Skrzypczak abschliessend.