Interclub-Tennis
Eine Welttennis-Legende im Einsatz in Trimbach: Der grosse Coup gegen Martina Hingis

Arlinda Rushiti gelingt zum Interclub-Saisonauftakt für Froburg Trimbach vor rund 80 Zuschauenden der grosse Coup gegen Martina Hingis und schlägt den ehemaligen Weltstar in drei Sätzen – und doppelt dann im Doppel sogar noch nach.

Silvan Hartmann
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Martina Hingis vor ihrem Einsatz auf den Aussenplätzen des TC Froburg Trimbach.

Martina Hingis vor ihrem Einsatz auf den Aussenplätzen des TC Froburg Trimbach.

Colin Frei / OT

Ist sie es? Oder ist sie es nicht? Dick eingepackt in einer Daunenjacke, mit Stirnband und Sonnenbrille gibt sie sich am Samstag, kurz vor 12 Uhr, bei Sonnenschein, aber wehender Bise, zunächst kaum zu erkennen. Schon in den Tagen zuvor wurde beim Gastgeber Froburg eifrig gemunkelt, ob sie zum diesjährigen Interclub-Saisonstart in der NLB mit ihrem Team, dem TC Zug, tatsächlich in Trimbach auftreten würde.

Martina Hingis macht sich für ihren Einsatz bereit.

Martina Hingis macht sich für ihren Einsatz bereit.

Colin Frei / OT

Sie, ja, das ist niemand geringeres als Martina Hingis, ehemalige Weltnummer eins über 209 Wochen und 25-fache Grand-Slam-Gewinnerin, davon fünf im Einzel. Die 41-Jährige ist sich kurz vor Mittag nicht zu schade, den beiden Aussenplätzen für die bevorstehenden Partien mit dem Linienbesen den letzten Schliff zu verpassen. Während Zugs Nachwuchstalente zuerst zum Einsatz kommen und die ersten Games bestreiten, nimmt Hingis, ganz die Bodenständige, im Schneidersitz auf dem Asphalt neben den Courts Platz und analysiert ihre spielenden Talente. Mehrmals gibt sie ihre Erkenntnisgewinne in den Pausen weiter, während ihre Mutter Melanie Molitor als eine von rund 80 Zuschauerinnen und Zuschauern gespannt die Spiele verfolgt.

Hinter Hingis treten für Zug mit der 13-jährigen Julia Stusek (N3, 41) sowie der 14-jährigen Sarina Schnyder (N4, 73) zwei besonders verheissungsvolle Swiss-Tennis-Talente an. Stusek wohnt seit Anfang Jahr in Wangen bei Olten und trainiert oft in Trimbach, wo ihr Vater als Trainer engagiert ist. Mit Valentina Ryser schlug sie überraschend eine N2-Spielerin 6:2, 7:6.

Die Welttennis-Legende Martina Hingis mit Arlinda Rushiti.

Die Welttennis-Legende Martina Hingis mit Arlinda Rushiti.

Colin Frei / OT

Schliesslich kam es zur grossen Partie zwischen Arlinda Rushiti, Trimbachs Nummer eins, und Martina Hingis, die eine packende Begegnung zeigten. Sie sei nicht aussergewöhnlich nervös, sagte Rushiti vor dem Spiel, «aber ich freue mich natürlich riesig auf das Spiel. Martina ist ein grosses Vorbild für mich.» Sie nehme sich als Taktik vor, Druck auf ihre erfahrene Gegnerin auszuüben, «bevor sie mich zum Rennen bringt», sagt Rushiti mit einem Lächeln.

Nachdem im Startsatz ein deutlicher Klassenunterschied erkennbar ist, kommt Rushiti immer besser ins Spiel und heimst mit ihren kraftvollen Schlägen und einer guten Portion Cleverness Punkt um Punkt ein. Und siehe da: Das Spiel geht in einen dritten Satz, in welchem die 41-jährige Hingis konditionell an ihre Grenzen zu kommen scheint und mehrmals von Krämpfen geplagt wird. Doch statt das Spiel aufzugeben, kämpft sie, von den Zuschauern gewürdigt, weiter, worauf Arlinda Rushiti der grosse Coup gelingt und den ehemaligen Weltstar in drei Sätzen 3:6, 6:4, 6:4, schlägt.

Martina Hingis' Mutter Melanie Molitor schaut gespannt zu.

Martina Hingis' Mutter Melanie Molitor schaut gespannt zu.

Colin Frei / OT

Und wenig später doppeln Arlinda Rushiti und Tess ­Sugnaux (N3, 25) gegen die nach wie vor im Doppel auf Weltklasse-Niveau spielende Martina Hingis sowie Julia Stusek nach und triumphieren im Champions-Tie-Break 12:10. Damit gewinnen die NLB-Frauen von Froburg Trimbach den Interclub-Saisonauftakt gegen Zug überraschend deutlich mit 5:1 Siegen – und beweisen damit, dass Froburg nicht nur ein gutes Männerteam besitzt.

Drin oder draussen? Diskussionen um einen Punktgewinn zwischen Martina Hingis, Arlinda Rutishi und der Schiedsrichterin.

Drin oder draussen? Diskussionen um einen Punktgewinn zwischen Martina Hingis, Arlinda Rutishi und der Schiedsrichterin.

Colin Frei / OT

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