Matchbericht
Gemischte Gefühle nach Overtime-Sieg gegen Sierre: Dem EHC Olten fehlten 22 Sekunden für den nächsten Dreier

Der EHC Olten gewinnt gegen Sierre dank einem überzeugenden Torhüter Simon Rytz 2:1 nach Verlängerung – der Gegentreffer hatte Olten 22 Sekunden vor Schluss hinnehmen müssen. Es ist der vierte Sieg in Folge.

Silvan Hartmann
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Der EHC Olten gastiert in der Siderser Grabenhalle beim HC Sierre.
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Im ersten Drittel kamen die Powermäuse jedoch selten gefährlich vor das Tor des HC Sierre.
Leonardo Fuhrer versucht Thomas Heinimann die Scheibe abzunehmen.
Maxime Montandon checkt Silvan Wyss in die Bande.
Die beiden Teams trennen sich nach den ersten 20 Minuten mit 0:0.
Beim EHC Olten stand erneut Simon Rytz zwischen den Pfosten.
Silvan Wyss versucht einen Schuss vor Torhüter Remo Giovannini abzulenken.
Evgueni Chiriayev ist zu schnell für Sierre-Verteidiger Tomas Dolana.
Viel Verkehr vor dem Tor von Simon Rytz.
Tomas Dolana und Evgueni Chiriayev im Zweikampf an der Bande.
Die Scheibe fest im Blick - Daniel Carbis gegen Yves Brantschen (r.) und Nicolas Dozin (l.).
Topscorer Garry Nunn erzielt das Tor zum 1:0.
Der Torschütze jubelt mit seinen Teamkollegen über den Führungstreffer im zweiten Drittel.
Kein Durchkommen für Topskorer Garry Nunn gegen Nicolas Dozin.
Leonardo Fuhrer bei einem Abschlussversuch im dritten Drittel.
Torhüter Simon Rytz zeigte eine starke Leistung und musste dank zahlreichen Paraden nur einmal geschlagen geben.
Später Jubel beim EHC Olten. Torschütze Silvan Wyss gelingt in der Overtime der 2:1-Siegtreffer.

Der EHC Olten gastiert in der Siderser Grabenhalle beim HC Sierre.

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Manchmal gibt es diese Siege, da weiss man nicht so recht, ob man nun Gewinner oder doch Verlierer ist. «Wenn man so kurz vor Schluss einen Gegentreffer kassiert, dann sollte man schon enttäuscht sein. Aber wir müssen uns auch eingestehen, dass wir über 60 Minuten hinweg nicht gut genug waren. Deshalb sehe ich es als zwei gewonnene Punkte an», analysierte Fredrik Söderström.

Der EHCO-Trainer hatte das Lachen nach dem Spiel nicht verloren, nicht zuletzt, weil Stürmer Silvan Wyss mit dem Treffer in der Verlängerung einen Totalschaden hatte abwenden können. «Es zeigt, dass wir dieses unglückliche Gegentor mental schnell wegstecken und noch einmal zuschlagen konnten.»

Aber diese 22 Sekunden – zweiundzwanzig mickrige Sekunden hatten dem EHC Olten zum vierten Dreipunkte-Sieg in Folge gefehlt. Insbesondere schmerzten sie auch Torhüter Simon Rytz, dem diese Sekunden zu seinem ersten Shutout der Saison gefehlt hatten. Wiederum war Oltens Schlussmann ein überaus sicherer Wert.

Und dennoch war es nur eine Frage der Zeit, bis sich der EHC Olten in der Schlussphase für sein altbekanntes Problem bestrafen würde: Die vielen Strafen. In den letzten fünf Minuten hatten sie deren zwei wegzustecken, erst wurde Fuhrer auf die Strafbank geschickt, danach Schirjajew.

Die erste Strafe hatten die Oltner mit dem wiederum starken Boxplay noch ausbügeln können. Doch die sechste und letzte Unterzahlsituation war dann doch die eine Strafe zu viel. Sierre hatte in Überzahl den Torhüter unlängst durch einen Feldspieler ersetzt, worauf Dolana einen Abpraller noch irgendwie über die Linie stochern konnte. Das Tor der Walliser war glücklich, aber unter dem Strich eben dennoch mehr als verdient.

Hüslers geblockten Schuss als Initialzündung

Denn die Oltner taten insbesondere zu Beginn wenig für das Spiel und Trainer Söderström sollte rechthaben, als er später sagte: «Wir haben uns ein wenig durch dieses Spiel geschlichen, bevor wir uns steigern konnten.» Auf dieser Leistungssteigerung basierte eine Schlüsselszene in der 21. Minute: Cédric Hüsler warf sich im Boxplay in einen Schuss und harrte, hart vom Puck getroffen, noch über 30 Sekunden auf dem Eis aus, bis es zum nächsten Unterbruch kam. Der Stürmer hatte auf der Bank das Lob seiner Mitspieler hart verdient, doch bedeutete diese Szene zugleich das Ende für ihn. Nach ersten Erkenntnissen soll Hüsler mit einer schmerzhaften Prellung davon gekommen sein.

Sein geblockter Schuss war als Initialzündung zu verstehen. Denn fortan kamen die Oltner besser ins Spiel. Nach Spielmitte assistierte Captain Dion Knelsen in doppelter Überzahl spielend Topskorer Garry Nunn exzellent, der zur schmeichelhaften Führung nur noch die Stockschaufel hinzuhalten brauchte. Lange hielt die Führung stand, doch letztlich haben die Oltner eben insbesondere in der Offensive zu wenig gemacht, um sich die drei Punkte verdient zu haben.

Dennoch darf der EHC Olten die bevorstehenden Weihnachtstage mit einem grossen Lachen geniessen. Auf wundersame Weise gelang dem Team in nur zwei Wochen einen verblüffenden Turnaround, den man keineswegs erwarten durfte. Vier Siege aus fünf Spielen, mitunter mit Spielen gegen Ajoie oder Langenthal lässt sich gut sehen.

Viel Zeit, Luft zu holen, bleibt dem EHC Olten trotz Weihnachten nicht. Bereits am 27. Dezember wird die Swiss League fortgesetzt. Dann gastieren die Powermäuse bei den GCK Lions, ehe sie am 29. Dezember zu Hause gegen Winterthur das spezielle Jahr 2020 abschliessen.

Sierre – Olten 1:2 n.Vrl. (0:0, 0:1, 1:0, 0:1)

Grabenhalle. - SR Wiegand/Hendry, Gurtner/Urfer. - Tore: 35. Nunn (Knelsen/Ausschlüsse Teamstrafe/Dolana) 0:1. 60. (59:38) Dolana (Asselin, Castonguay/Ausschluss Schirjajew) 1:1 (Sierre ohne Torhüter). 62. Wyss (Maurer) 1:2. - Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Sierre, 6mal 2 Minuten gegen Olten.

Sierre: Giovannini (Bürer); Meyrat, Montandon ; Brantschen, Dozin; Bezina, Wyniger; Vouardoux; Dolana, Castonguay, Vouillamoz; Monnet, Montandon, Asselin ; Heinimann, Bonvin, Kyparissis; Surdez, Jolliet, Fellay; Privet.

Olten: Simon Rytz (Matthys); Philipp Rytz, Weisskopf; Elsener, Maurer; Heughebaert, Lüthi; Nater; Othmann, Knelsen, Nunn, Wyss, Schirjajew, Hüsler; Portmann, Fuhrer, Carbis; Oehen, Weder, Rexha.

Bemerkungen: Olten ohne Fogstad Vold, Fuss, Gurtner (alle verletzt), Schwarzenbach (krank) sowie Daneel (abwesend).

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