«Geil, geil, geil», waren die ersten Worte von Iliria-Trainer Vilson Dedaj nach dem 3:1-Finalsieg gegen den FC Grenchen 15. «Die Erleichterung ist riesig. Ich war während der ganzen Woche angespannt und wahrscheinlich unerträglich für mein Umfeld», fügte der 31-Jährige hinzu und blickte entschuldigend zu seiner Freundin, die dies bestätigte. Nun aber sei die grosse Last abgefallen: «Dieser Sieg ist einfach sensationell.

Der Cup war von Anfang an unser grosses Ziel. Auf diesen Moment, den Pokal in die Höhe stemmen zu können, darauf haben wir ein Jahr lang hingearbeitet. Ein riesen Kompliment an meine Mannschaft für diese Leistung.»

Iliria startet druckvoll

Der FC Iliria, der am vergangenen Wochenende in der 2.-Liga-Meisterschaft vom FC Grenchen 15 vom ersten Platz verdrängt worden war, startete fulminant in den Cupfinal in Zuchwil. Bereits in der neunten Minute gingen die Stadt-Solothurner mit der ersten richtigen Torchance in Führung. Kein Grenchner Verteidiger konnte den Eckball von Egzon Mustafi klären, Goalie Martin Leuenberger blieb auf der Linie, Torschütze Avdi Haljimi konnte am zweiten Pfosten gar nicht mehr ausweichen und spedierte den Ball mit dem Oberschenkel über die Linie.
Eine knappe Viertelstunde später legte Iliria nach.

Der unermüdliche Aussenläufer Alban Jahiu rückte für einmal ins Zentrum. Dort fühlte sich offenbar kein Grenchner für ihn verantwortlich. Der Captain fasste sich ein Herz, zog aus gut 25 Metern ab und traf genau ins Lattenkreuz. «Das sind unglaubliche Emotionen», sagte Jahiu nach dem Spiel.

Einfach mal draufgehalten

«Es war ein harter Kampf gegen eine starke Mannschaft.» Bei der 0:1-Niederlage in der Meisterschaft Ende April habe er noch eine Grosschance zum Ausgleich vergeben. Und nach der Partie seinem Team dann sofort angekündigt, er werde dafür im Cupfinal zuschlagen. Und wie er das tat, mit dem Tor des Spiels. «Viel überlegt habe ich dabei nicht. Einfach mal draufgehalten und dann sah ich schon, wie der Ball im ‹Ängeli› einschlug», kommentierte er sein Traumtor.

Mit einer 3:1-Führung wechselten die beiden Klubs die Seiten. Samuel Zayas hatte in der 31. Minute für die Grenchner verkürzt. Doch keine fünf Minuten später stellte Mattia Sasso den alten Zwei-Tore-Vorsprung wieder her. Grenchens Goalie Leuenberger zögerte, weil er sich auf Verteidiger Ledesma verliess. Doch dieser ging ebenfalls nicht konsequent zum Ball, weil er bereits seinen Goalie vor sich sah. Sasso reagierte geistesgegenwärtig und stocherte dem Goalie den Ball zwischen den Beinen hindurch und schoss schliesslich ins verlassene Gehäuse ein.

«Wir machen jetzt Party»

«Weil der Platz nicht in bestem Zustand war, hatten wir Respekt, das Spiel zu gestalten», so Trainer Dedaj. «Deshalb überliessen wir Grenchen den Ball mehrheitlich und standen tief und kompakt. Viel haben sie nicht zustande gebracht trotz gefühlten 70 Prozent Ballbesitz.» Er zeigte sich stolz darüber, dass sich seine Spieler die drei Tore mit grossem Willen und Einsatz erarbeiteten. «Wir glaubten an unsere Chance und setzten in den richtigen Momenten nach.» Schliesslich setzte er noch eine Spitze Richtung FC Grenchen: «Jetzt kann Grenchen Meister werden in der 2. Liga und aufsteigen, das ist uns egal. Wir machen jetzt Party und geniessen den Triumph.»

Für Captain Alban Jahiu war es nach 2016, als der FC Iliria das Double gewann, der zweite Cupsieg. «Weil der Gegner der FC Grenchen war, ist dieser Sieg noch viel geiler als der erste», sagte er. «Es ist einfach Hammer. Wir haben am Freitag alle freigenommen und werden jetzt Vollgas geben beim Feiern.» Dem FC Grenchen 15 wurden im Final zwei Abseitstore aberkannt. Trotzdem hatte man in der zweiten Halbzeit nie das Gefühl, der Titelgewinn des FC Iliria sei in Gefahr. Der Wille und die Überzeugung waren bei den Stadt-Solothurner schlicht grösser.