Eishockey

Gegen die Grossen Eishockey-Nationen wird es schwierig

Manuele Celio (rechts) und sein Assistent, Luca Cereda, beobachten das Geschehen auf dem Eis. msk

Manuele Celio (rechts) und sein Assistent, Luca Cereda, beobachten das Geschehen auf dem Eis. msk

Die Schweizer U18-Nati klassiert sich am Fünfnationen-Turnier in Zuchwil auf Rang drei. «Es war ein wichtiger Schritt für uns im Hinblick auf die WM», sagt der Schweizer Nationaltrainer Manuele Celio.

Nach einem diskussionslosen 10:2 Sieg gegen Deutschland und einem 5:3-Erfolg gegen Tschechien setzte es für die Schweizer U18-Nationalmannschaft zum Abschluss des Fünfnationen-Turniers in Zuchwil zwei klare Niederlagen. Gegen Finnland, ein führendes Land auf dieser Stufe, unterlag man 3:8 und gegen die Slowakei tauchten die Gastgeber, trotz zwischenzeitlicher 3:1-Führung, noch 3:7. In Anbetracht dessen, dass es ein Sichtungsturnier gewesen sei, hielt der Schweizer Coach Manuele Celio fest, «können wir mit dem Erreichten leben. Es war ein wichtiger Schritt für uns im Hinblick auf die WM.»

Schweizer U18 erzielt in Zuchwil das 2-1

Schweizer U18 erzielt in Zuchwil das 2-1.

Quelle: Michael Schenk

«Immerhin», fügte der vierfache Schweizermeister mit Kloten an, hätten in seiner Mannschaft sechs der besten Spieler gefehlt. Insofern sei das Ergebnis zu relativieren. Phil Baltisberger (V/GCK Lions) und Mirco Müller (S/Everett Silvertips) weilen derzeit mit der U20-Nati an der WM in Ufa; Xeno Büsser (V/ZSC Lions), Mauro Dufner (V/Pikes Oberthurgau), Fabio Högger (S/Kloten Flyers) und Luca Fazzini (S/Lugano) fehlten in Zuchwil verletzungshalber. Die finale Klatsche gegen die Slowaken, die substanziell definitiv nicht hätte zu sein brauchen, führte Celio darauf zurück, «dass die Bereitschaft etwas gefehlt hat.» Die Entschlossenheit noch einmal aufzustehen, nachdem der Gegner zu Beginn des Schlussdrittels innert 7 Sekunden zwei Treffer markierte und auf 5:3 davonzog.

Früher reif machen

Für Celio und seine Crew stand in Zuchwil der Aspekt im Vordergrund, «wie und mit wem wir die Mannschaft im Hinblick auf die WM ergänzen können» im Hinblick auf die Titelkämpfe, die von Mitte bis Ende April in Sotschi (Rus), der Olympiastadt von 2014, stattfinden. Für den 46-jährigen Coach mit weit über 700 NLA-Einsätzen war insofern wichtig, «wie die Spieler mit der hohen Belastung, sprich vier Spielen in fünf Tagen, umgehen.» Notabene nicht irgendwelchen «Grümpelmätschli», sondern vier auf internationalem Niveau, gegen starke Gegner und mit entsprechend hoher Gangart. Ein Stress, den die Schweizer Jungs sonst so nicht kennen.

Mentale und physische Erholung, respektive Vorbereitung seien wichtig, betonte Celio, um eine solche Belastung zu bestehen. Umso mehr, als die besten Nachwuchs-Eishockeyaner in unserem Land ihren Platz an einer WM in der Regel auf sicher haben. Ein Fakt, der sich punkto Biss und Kaltblütigkeit nicht wirklich vorteilhaft auswirkt. Nicht umsonst gelten die Schweizer weder im Fussball noch Eishockey, noch sonst wo als die ultimativen «Goalgetter» auf dem Globus. Im Gegenteil – Tore schiessen ist nicht eidgenössisches Gut. Nach wie vor liegt hier ein gravierender Unterschied zu den führenden Nationen. Der interne Konkurrenzkampf spielt nur eine marginale Rolle in der Entwicklung des Elite-Nachwuchses. «Darum,» so Celio, «überlegen wir uns ständig, wie wir die Spieler möglichst früh noch reifer machen können.» Und: «Es gibt nichts anderes, als immer wieder über das Thema zu reden, sei es mit Spielern aber auch Trainern», sagt er.

Professionalität vermitteln

Die mentale Bereitschaft, sein Tun auszuloten, sich zu fragen, was kann ich selber machen, um besser zu werden und was brauche ich dazu – und sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen – das ist für Manuele Celio eine essenzielle Tugend der Cracks. «Da liegt aber sicher noch einiges an Potenzial brach bei uns.» Ein Eishockeytraining besteht eben nicht nur aus Taktik, Laufen, Schiessen und Technik. Es geht auch darum, Professionalität sprich professionelles Verhalten zu vermitteln. Was machen also die Spieler von Turniersieger Finnland und anderen Spitzennationen also besser als die Schweizer? Manuele Celio: «Die Grossen treffen etwas öfter die etwas besseren Entscheidungen als wir.»

Rund 15 Spieler aus dem Schweizer U18-Kader, das in Zuchwil tätig war, wird die Reise nach Sotschi antreten können. Treffen möglichst alle von ihnen möglichst oft die richtige Entscheidung, dann liegt gemäss Celio am Schwarzen Meer «der WM-Viertelfinal gewiss im Bereich des Möglichen.» Was angesichts der Tatsache, dass die Schweiz zuletzt zweimal in die WM-Relegationsrunde musste, eine positive Sache wäre.

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