Fussball
Der FC Oensingen steigt nach einer 0:6-Packung in Subingen in die 3. Liga ab

Der SC Fulenbach kann aufatmen und spielt auch in der kommenden Saison in der 2. Liga. Der FC Oensingen verliert das letzte Saisonspiel in Subingen sang- und klanglos. Subingens Trainer Dominik Ellenberger: «Es war fast schon ein Unterschied von zwei Klassen.»

Raphael Wermelinger
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Der FC Subingen bekundete im letzten Heimspiel der Saison keine Mühe gegen Oensingen.

Der FC Subingen bekundete im letzten Heimspiel der Saison keine Mühe gegen Oensingen.

Michel Lüthi

Die Ausgangslage vor dem letzten Spiel der Saison ist klar: Der FC Oensingen muss in Subingen punkten, um den Abstieg noch abzuwenden und den SC Fulenbach in die 3. Liga zu stürzen. Doch die über sieben Monate lange Pause ist dem Oensinger Fanionteam nicht gut bekommen.

«Im Winter haben uns sieben Stammspieler verlassen», führte Trainer Slobodan Banjalic im Vorfeld des Saisonfinals aus. «Wir hatten Trainings mit nur vier, fünf Spielern. Das ist einfach nicht das Niveau für die 2. Liga.» Beim Saisonabschluss in Subingen musste er praktisch auf eine gesamte Elf verzichten.

In dieser Verfassung haben die Oensinger in Subingen keine Chance. Die Gastgeber dominieren das Spielgeschehen von Beginn weg. Und obwohl sie aufgrund einer frühen Verletzung den Grossteil der ersten zehn Minuten mit einem Mann weniger bestreiten, kommen sie rasch zu gefährlichen Torszenen. Insbesondere Subingens linker Flügel Gianluca Moser sorgt für viel Zug aufs Tor.

Bereits nach zwölf Minuten fruchten die Angriffsbemühungen des FC Subingen: Fabian Kummer lanciert Moser auf der linken Seite abermals mit einem perfekten Diagonalpass. Und diesmal findet dessen Hereingabe in Peter Csima, der sich gegen die Bewacher durchsetzt und den Ball zum 1:0 über die Linie drückt.

Knapp drei Minuten später erhöht der FC Subingen durch den für den verletzten Luca Cappelli ins Spiel gekommenen Michael Balmer auf 2:0. Er nutzt den freien Raum, lässt seinen Gegner mit einer Finte ins leere laufen und schiesst mit links ein. Die Hoffnungen auf den Nicht-Abstieg bei den Oensingern sind damit bereits erlischt. Und der SC Fulenbach kann aufatmen.

Nach zwanzig Minuten und drei Toren der Gastgeber war das Spiel zwischen Subingen und Oensingen bereits entschieden.

Nach zwanzig Minuten und drei Toren der Gastgeber war das Spiel zwischen Subingen und Oensingen bereits entschieden.

Michel Lüthi

«Ich hätte schon etwas mehr Gegenwehr erwartet. Denn für sie ging es ja um alles», sagte Subingens Trainer Dominik Ellenberger nach dem Kantersieg. «Wir wussten von ihrem knappen Kader. Das haben wir ausgenutzt, haben nichts anbrennen lassen und auch gleich die Tore gemacht. Von ihnen ist nicht mehr viel gekommen.»

Bis zum Seitenwechsel legt Ellenbergers Team zwei weitere Treffer nach. Nach gut zwanzig Minuten düpiert Csima Oensingens Torhüter Dzenan Isovic mit seinem flach getretenen Freistoss in die Torhüterecke. Trotz glitschigem Boden sicher ein haltbarer Treffer. Und nach einer halben Stunde komplettiert Subingens Nummer 10 seinen Hattrick. Diesmal trifft er vom Penaltypunkt aus.

«Es war fast schon ein Unterschied von zwei Klassen, obwohl wir unser Spiel in der zweiten Hälfte nicht ganz durchgezogen haben. Das mussten wir aber auch nicht mehr», stellte Ellenberger fest. Am Ende resultiert für sein Team ein lockerer 6:0-Sieg.

Dank zwei Joker-Toren in der Schlussviertelstunde: In der 78. Minute verwertet Kai Flury einen Abpraller zum 5:0, zwei Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit trifft Nikola Vodic per Flachschuss zum 6:0. Der vierte Saisonsieg ermöglicht den Subingern den Sprung vom neunten auf den siebten Tabellenplatz

Bei den Oensingern entlädt sich zwischenzeitlich der Frust, was zu zwei Platzverweisen nach einer guten Stunde Spielzeit führt. Die Gemüter beruhigen sich in der Folge zum Glück wieder und als der Schiedsrichter nach genau neunzig Minuten abpfeift, sind alle froh.

Sogar die Oensinger, die nach den zwei halben Saisons 2019/20 und 2020/21 wieder runter in die 3. Liga müssen. Für Goalie Dzenan Isovic ist dies bereits der dritte Abstieg mit dem FC Oensingen. Aber einer, der weniger schmerzt als die vorangegangenen. Denn er musste aufgrund des Rumpfteams erwartet werden.

«Wir hätten das Spiel auch absagen können, aber wir wollten uns wenigstens mit Anstand verabschieden», sagt er nach dem Spiel gefasst. «Wir haben es eigentlich gar nicht so schlecht gemacht», findet er. «Vor allem die Spieler, die noch keine Erfahrung in der 2. Liga hatten. Aber körperlich reicht es halt noch nicht. Zumindest nicht gegen einen physisch starken und sehr abgeklärten Gegner wie den FC Subingen.»

Während der FC Oensingen runter in die 3. Liga muss, verbessert sich der FC Subingen mit dem Sieg vom neunten auf den siebten Tabellenplatz.

Während der FC Oensingen runter in die 3. Liga muss, verbessert sich der FC Subingen mit dem Sieg vom neunten auf den siebten Tabellenplatz.

Michel Lüthi

Dass es in dieser Verfassung nicht zu einem Sieg gegen den FC Subingen reichen würde, sei schon vor dem Spiel klar gewesen. So bestand Oensingens Hoffnung darin, möglichst lange das 0:0 zu halten. «Der Start ging aber leider in die Hose», sagt Isovic.

Nach dem letzten Abstieg 2018 dauerte es nur ein Jahr, bis der FC Oensingen die sofortige Rückkehr, den direkten Wiederaufstieg ins Oberhaus schaffte. «Das wird dieses Mal leider nicht gelingen», winkt Isovic ab. Sorgen um den FC Oensingen müsse man sich aber nicht machen. Der Totalabsturz drohe nicht.

Der FC Oensingen wird in den nächsten Wochen wieder eine schlagkräftige Truppe zusammenstellen, verspricht Isovic. «Ein paar Spieler werden wohl noch gehen, ein paar bleiben, ein paar kommen. Ich hoffe, dass die richtigen Oensinger bleiben. Und für die Zukunft gib es einige vielversprechende Talente im Klub», blickt er voraus.

Oensingens Ziel für die nächste Saison müsse lauten, sich im Mittelfeld der 3. Liga zu etablieren. «Wir müssen eine neue Mannschaft aufbauen mit jungen Spielern, die den richtigen Charakter haben und Einsatz zeigen für den Klub, der mir persönlich extrem am Herzen liegt», sagt Dzenan Isovic.