Fussball 1. Liga
«Wir müssen mit dem Punkt zufrieden sein»: Ein 1:1 für den FC Solothurn gegen starkes Delsberg

Captain und Topskorer Loic Chatton bringt den FC Solothurn im zweiten Heimspiel der Saison früh in Führung. Doch das reicht nicht, um die ambitionierten Jurassier zu bezwingen. Das Remis ist am Ende das gerechte Resultat. Das Fazit von FCS-Trainer Widmer: «Wir sind froh um diesen Punkt, wir gehen Schritt für Schritt vor.»

Pius Rüegger
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Loic Chattons zweites Saisontor, der verwandelte Penalty gegen Delsberg, bescherte dem FC Solothurn den vierten Punkt im vierten Spiel.

Loic Chattons zweites Saisontor, der verwandelte Penalty gegen Delsberg, bescherte dem FC Solothurn den vierten Punkt im vierten Spiel.

Hans Peter Schläfli

Die Ausgangslage war für die beiden ambitionierten Erstligisten Solothurn und Delsberg identisch. Mit erst je drei Punkten nach den ersten drei Runden verlief der Saisonstart weder für die Deutschschweizer noch für die Romands zufriedenstellend.

Auf beiden Teams lastete eine hohe Erwartungshaltung. Diese Partie hatte wegweisenden Charakter. Es hiess «verlieren verboten». Somit kam ihnen dieses Unentschieden entgegen. «Wir sind froh um diesen Punkt, wir gehen Schritt für Schritt vor», sagt denn auch Solothurns Trainer Jürg Widmer.

Die Gastgeber konnten die Startphase positiv gestalten. In der zweiten Minute hatte Chatton die erste Möglichkeit zur Führung. Der Captain der Solothurner musste sich jedoch den Ball nach Flanke von Hunziker von links von Innenverteidiger Jérémy Ducommun abluchsen lassen. In dieser Phase wirkten die Jurassier schwerfällig. Mit Direktspiel, steil nach vorne, strebten die Rotweissen Vorteile an.

Darauf basierte auch die frühe Führung. Aus dem Mittelfeld angepeilt, konnte Chatton von halbrechts Mast zentral bedienen. Der stürmte auf Delsberg-Torhüter Sallaj zu. Dessen Abwehrversuch wurde zu einem Foul, das Schiedsrichterin Désirée Grundbacher mit Penalty und Verwarnung ahndete (10.). Den Elfmeter versenkte Chatton platziert zum 1:0 (11.).

Die Solothurner konnten diese Vorgabe aber nicht weiter nützen. Die Delsberger bauten spielbestimmend Gegendruck auf. Die einheimische Defensive musste aufpassen, von den spritzigen, das Tempo steigernden Gästen nicht überrascht zu werden. «Wir waren zu wenig mutig gegen diesen routinierten Gegner», merkt Widmer an.

Nach vier Gäste-Eckbällen setzten die Solothurner entlastend zu einem Konter an. Kohlers Vorstoss rechts mit Verlagerung auf links zu Hunziker, fehlte am Schluss die präzise Hereingabe. Chatton erreichte den Ball nicht mehr (26.).

Auf der Gegenseite wehrte FCS-Torhüter Bähler einen Freistoss von François nur nach vorne ab. Der zweite Ball flog übers Tor (28.). Beim nächsten FCS-Angriff spielte Mast links Philippe Gerspacher an. Sallaj wehrte ebenso nach vorne ab. Seine Vorderleute blockten Husers Nachschuss (30.). Einen Freistoss, ausgeführt von Nathan Ducommun aus halbrechts nach links, setzte dessen Bruder Jérémy ins Aussennetz (34.).

Der Ausgleichstreffer für die Jurassier fiel wegen der geänderten Spielentwicklung. Delsberg-Sturmspitze Haziri wurde in die Tiefe angespielt. Mit seiner Antrittsschnelle enteilte er Stuber, der zu weit weg von ihm stand. Bähler war gegen den Abschluss machtlos (37.). «Sie hatten mehr Wucht, wir haben einmal nicht aufgepasst und schon hiess es 1:1», ordnet Widmer ein.

Bruni vergibt zweimal den Gamewinner für Solothurn

Die Solothurner blieben bis zuletzt bemüht. Für ein weiteres Tor war es aber zu wenig. Es gelang ihnen nicht, die Gewichtung umzuverteilen. Bruni hatte trotzdem zwei Möglichkeiten. Zuerst fiel sein Schuss zu schwach aus. Für Chapuis entstand keine Gefahr (79.). Wieder alleine Richtung Gästegehäuse ziehend, schoss er den Schlussmann an. Musai konnte bei seinem Einstand den Abpraller nicht verwerten (90.).

Solothurns Trainer Jürg Widmer nach dem Delsberg-Match: «Wir müssen geduldig, ruhig und auf dem Boden bleiben, nicht alles hinterfragen, denn es war nicht alles nur schlecht.»

Solothurns Trainer Jürg Widmer nach dem Delsberg-Match: «Wir müssen geduldig, ruhig und auf dem Boden bleiben, nicht alles hinterfragen, denn es war nicht alles nur schlecht.»

Hans Peter Schläfli

Ausser den beiden Kopfbällen von Haziri – in der 65. Minute zischte er knapp über die Querlatte und in der 91. klärte Bähler mit der Faust zur Ecke – kamen auch die Gäste aus Delsberg kaum noch zu Torreife. Das Geschehen wurde danach zerfahren, wild, hektisch und nervös. Es blieb bis zum Schlusspfiff beim gerechten Unentschieden.

«Wir müssen in unserer Situation mit einem Punkt zufrieden sein. Wir müssen schauen, dass wir Fortschritte machen. Wir haben eine neue Abwehr und neue Spieler, eine junge Mannschaft, die heranwächst. Wir müssen geduldig, ruhig und auf dem Boden bleiben, nicht alles hinterfragen, denn es war nicht alles nur schlecht», hält Solothurn-Trainer Jürg Widmer fest.

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