Tennis

Froburg Trimbach schafft die Sensation und wird Schweizer Meister

Das Team des TC Froburg Trimbach feiert den erstmaligen Gewinn der Interclub-Trophäe der höchsten Spielklasse.

Das Team des TC Froburg Trimbach feiert den erstmaligen Gewinn der Interclub-Trophäe der höchsten Spielklasse.

Der Aussenseiter aus Trimbach setzt sich im NLA-Final im Interclub gegen Genève Eaux-Vives durch. Die Solothurner brillieren dabei mit ihren Doppels.

Superintensiv, hochemotional, der Wahnsinn. Für diese unmögliche Geschichte lassen sich allenfalls Superlative finden, wenn überhaupt irgendein Wort auszudrücken vermag, was gestern geschehen ist. Natürlich wusste der TC Froburg klasse Spieler in den eigenen Reihen. Aber Zürich war Zürich und Genf war Genf. Das waren Traditionsmannschaften, langjährige Teilnehmer der Nationalliga A, titelerfahren. Und doch ist es der kleine Verein aus Trimbach, der die Trophäe 2015 in die Höhe stemmt. Es ist der Höhepunkt in der Geschichte des Klubs.

Doppelstärke gibt den Ausschlag

Dem Namen nach war der TC Froburg nur eine kleine Nummer. Als es in den Halbfinal ging, schien es ausgemachte Sache, dass der GC Zürich und Genf in die Finalrunde einziehen würden, um den Titel unter sich auszumachen. Die Ergebnisse nach den Einzelpartien bestätigten diese Vorhersage nur. Im Halbfinal lagen die Trimbacher am Samstag 2:4 gegen Zürich hinten. Und im Finale das gleiche Spiel: 2:4 nach den Einzeln.

Alles sprach für die haushohen Favoriten. Beide Male griffen die Solothurner noch einmal hochmotiviert an, angetrieben von ihrem Coach Bartolomé Szklarecki. Und beide Male drehten sie den Trend, entschieden jeweils alle drei Doppel für sich, eine unfassbare 6:0-Bilanz in der Finalrunde.

Dabei wurden den Genfern sogar zwei vernichtende Niederlagen zugefügt. Michal Przysiezny und David Novak schlugen Henri Laaksonen und Antoine Bellier zügig 6:2, 6:1. Martin Vacek und Juniorenspieler Nico Borter, der während der Wettkampftage der Nationalliga A ohnehin einen ordentlichen Schub bekommen hatte, liessen Stéphane Robert und Antoine Baroz keine Chance, 6:3, 6:1.

Jetzt kam es auf das Duo Yann Marti/Robin Roshardt an. Marti war der Wackelkandidat mit schwankender Form in den Endspielen. Der erste Satz gegen Vincent Millot und Alexander Sadecky wurde so eng wie erwartet. Marti machte Fehler, Roshardt, der immer wieder positiv auf seinen Partner einwirkte, war die Konstante. Er hatte schon in seinem Einzel eine hochkonzentriert geführte, konsequente Partie zum Sieg geführt. Genau im richtigen Moment holten die beiden Trimbacher das Break und gewannen den ersten Durchgang mit 7:5. Als Marti Anfang des zweiten Satzes wieder einmal wackelte, schien es noch ein langer Match werden zu können. Dann schlug er ein Ass. Danach war der innere Bremsklotz weg.

Marti findet die Kurve

In der Folge gelang Marti plötzlich alles. Jetzt stand im Froburger Dress ein Traumduo auf dem Platz, das die Genfer zermürbte. Der Trimbacher Anhang feuerte das eigene Team vehement an und die Gegenwehr auf der anderen Seite des Netzes liess nach. Nach einem weiteren Break im zweiten Satz wirkte Genf konsterniert. Die Pause beim Seitenwechsel nutzte deren Trainer nicht, er sprach kein Wort mit seinen Schützlingen. Die Mannschaft von Eaux-Vives wusste nicht, wie ihr geschah.

Die Froburger dagegen zeigten, was das ganze Team schon im gesamten Wettbewerb bewiesen hatte: Kämpferherz. Wenn es eng wurde, kamen Szklareckis Spieler stets zurück und setzten neue Kräfte frei. Marti/Roshardt beendeten ihr Match fulminant mit 6:2 im zweiten Satz. Spiel, Satz, Sieg und Titel, Trimbach. Der TC Froburg lässt das Märchen vom Underdog, der die Grossen schlägt, wahr werden. Und dass gerade die Doppel jeweils den Ausschlag gaben, beweist: Das war eine echte Teamleistung.

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