2. Liga inter

FC Olten Sportchef Petar Aleksandrov: «Die Undiszipliniertheiten akzeptiere ich nicht»

Trübe Aussichten für die Oltner nach der ersten Saisonhälfte.

Der FC Olten liegt in der 2. Liga inter zur Halbzeit auf dem zweitletzten Platz; Sportchef Petar Aleksandrov sucht nach Verstärkungen – vor allem in der Offensive fehlt den Oltner ein schneller Stürmer.

«Der Start in die Saison war einigermassen gut. Dann haben wir den Faden verloren», fasst Petar Aleksandrov die Vorrunde in der 2. Liga inter zusammen. Nach sechs Spielen war die Bilanz des FC Olten noch ausgeglichen: zwei Siege, zwei Unentschieden und zwei Niederlagen.

Doch aus den vergangenen sieben Auftritten resultierten nur noch ein einziger Punkt und ein Torverhältnis von 2:14. Insgesamt neun Punkte holte der FC Olten in der Vorrunde und überwintert damit auf dem zweitletzten Tabellenplatz.

Schwächste Offensive der Liga

«Es sind nicht nur ein oder zwei Gründe», versucht Sportchef Aleksandrov das schwache Abschneiden zu erklären. Zuerst nennt er die fehlende Kontinuität als Ursache. Sowohl im Training als auch bei den Spielen gab es stets Abwesende. «Wir konnten nie zwei Spiele hintereinander mit derselben Elf antreten», verdeutlicht der 56-Jährige.

Ein weiterer Grund ist die zu schwache Offensive: Nur 12 Tore gelangen in 13 Spielen. Die Hälfte der Treffer geht auf das Konto von Giovanni Gerardi. Hazir Zenuni buchte dreimal. Kein Team der Liga hat weniger Tore erzielt als der FCO.

«Wir haben viel zu wenig gemacht nach vorne», bestätigt Aleksandrov. «Schiesst du keine Tore, hängt viel zu viel von der Abwehr ab. Wir konnten gar nicht mehr reagieren, wenn wir in Rückstand gerieten.» Der Mannschaft fehlt ein schneller Stürmer, der die Wege in die Tiefe macht.

Der einzige Verein der Liga, der kein Geld bezahlt?

Am meisten nervt sich Petar Aleksandrov aber über die Strafpunkte; nur Schlusslicht Klingnau, Pajde und der FC Eagles Aarau sammelten noch mehr Karten. «Wir waren viel zu undiszipliniert», sagt er und schiebt sofort nach: «Das kann ich nicht akzeptieren. Erstens kosten die Karten den Verein viel Geld. Und zweitens verlieren wir dadurch auf dem Platz unsere Souveränität und am Ende auch wichtige Punkte.»

Bei all der Kritik an den Spielern will Aleksandrov aber auch festhalten, dass er jedem einzelnen dankbar sei für den Einsatz: «Wir sind wohl der einzige Verein in der 2. Liga inter, der kein Geld bezahlt.»

Er erwartet von den Spielern aber trotzdem mehr Respekt gegenüber dem Vorstand des Vereins, der tagtäglich alles dafür mache, dass der FC Olten am Leben bleibt. «Der Vorstand arbeitet für die Zukunft des Klubs, da müssen die Spieler mitmachen», fordert er. «Am wichtigsten ist, dass alle im Klub in die gleiche Richtung ziehen. Die Körpersprache einiger Spieler hat mir nicht gefallen in der Vorrunde.»

Mit der richtigen Einstellung zum Ligaerhalt

Im Vorjahr überwinterte der FC Olten mit 14 Punkten aus 13 Spielen auf Platz acht. Trotzdem waren damals mehr Korrekturen nötig im Winter, weil Trainer Ryszard Komornicki und einige Spieler den Klub verliessen.

Aktuell sei das Kader gross genug, es brauche aber Ergänzungen, sagt Aleksandrov. «Ich hoffe, dass wir zwei, drei neue Spieler holen können, die uns helfen. Vor allem in der Offensive.» Wenn das Team in der Rückrunde dann noch «die richtige Einstellung und ihr richtiges Gesicht» zeige, müsse der FC Olten nicht um den Verbleib in der 2. Liga inter bangen.

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Autor

Raphael Wermelinger

Raphael Wermelinger

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