Die Affiche war vielversprechend: Grenchen musste gewinnen, weil sonst der bisher souveräne Leader Iliria Solothurn uneinholbar davongezogen wäre. Was die vielen Zuschauer zu sehen bekamen, war dann auch der erwartete, hart umkämpfte und sehenswerte Spitzenkampf der beiden spielerisch stärksten Mannschaften der Solothurner 2. Liga.

Dank eines späten Tores des Topskorers Samuel Zayas gewann der FCG am Ende verdient. So weisen nun Grenchen und Fulenbach nach Verlustpunkten gezählt nur noch einen Rückstand von vier Punkte auf den FC Iliria auf.

Für eine kleinere Völkerwanderung und grosse Verwunderung bei den zahlreichen Zuschauern sorgte zunächst die Tatsache, dass nicht wie üblich im schmucken Stadion Brühl, sondern auf dem benachbarten Fussballplatz Riedern gespielt wurde.

Zwei Torhüter in Bestform

Der Rasen im Brühl war nämlich während der rund dreiwöchigen Trockenzeit im April verdorrt und deshalb nicht bespielbar. Man munkelt, die zuständige Stadtgärtnerei habe schlicht vergessen, diesen zu wässern. Nun lässt die Stadt den Rasen mitten in der Fussballsaison sanieren, was doch eher ungewöhnlich ist.

Um es vorwegzunehmen: Der Match hätte auch 3:3 oder 5:5 ausgehen können. Es waren die starken Torhüter, die mit einer Glanzparade nach der anderen dafür sorgten, dass so lange kein Tor fiel.

Nach rund zehn Minuten zog zum Beispiel Ilirias Captain Alban Jahiu mit dem Ball am Fuss alleine auf Martin Leuenberger, doch der FCG-Goalie gewann das Duell. Gleich im Gegenzug war es Semir Ressil, der im Eins-gegen-eins an Nicola Trittibach scheiterte.

Jeder Ausgang schien möglich

Trittibach gewann in der Folge noch drei weitere Duelle gegen Samuel Zayas, den aus Derendingen stammenden, ehemaligen Nationalspieler der Dominikanischen Republik. «Sonst verwerte ich solche Chancen problemlos», war Zayas nach dem Spiel ratlos.

Der stets spannende und unterhaltsame Spitzenkampf wogte hin und her und jeder Ausgang schien möglich. In der 86 Minute aber, da machte Zayas das Ding rein. Er bestrafte damit die Solothurner Adler, die sich in der Schlussphase mit dem 0:0 zufriedengeben wollten, was ihren Vorsprung in der Tabelle zementiert hätte.

Aber dann liess Zayas am Ende einer schönen Ballstafette noch einen Gegenspieler ins Leere laufen, bevor er den Ball unhaltbar in die Torecke schlenzte. «Es war ein wichtiges Tor», meinte der Schütze, «wir müssen aber immer noch auf einen Ausrutscher des Gegners hoffen. Sonst geht der Titel trotzdem an Iliria.»

Wiedersehen im Cupfinal

Auf der anderen Seite hatte Ilirias Geburtstagskind Jahiu in der Nachspielzeit noch eine Chance zum Ausgleich, aber es sollte nicht sein. Dass ihm sein eigenes Geburtstagsgeschenk nicht gelungen war, ärgerte Jahiu zwar ein wenig, aber er hatte einen Trost bereit: «Dafür werde ich das Siegtor im Solothurner Cupfinal schiessen», meinte er. Am Auffahrtsdonnerstag kommt es nämlich in Zuchwil wieder zur Begegnung zwischen Grenchen und Iliria.