«Es wäre vermessen, vom direkten Wiederaufstieg zu sprechen. Dieser sollte aber in den nächsten zwei Jahren realisiert werden», meinte Thomas Reinhart. Man dürfe nicht vergessen, dass die Mannschaft in den letzten beiden Jahren beinahe nur Niederlagen eingefahren habe. Das Umfeld mit einer funktionierenden Führungscrew stimme wieder.

Man könne sich nun auf den Fussball konzentrieren, fügte Roland Hasler bei. Er ist sich bewusst, dass die äusseren Voraussetzungen (Infrastruktur) für 2. Liga-Verhältnisse beim FCG 15 hervorragend sind: «Den Spielern wird vieles geboten. Es liegt an ihnen, dies auf dem grünen Teppich mit Leistung zurückzuzahlen.»

Der gebürtige Grenchner nimmt den Challenge an. Er ist bekannt als fordernder und fördernder Trainer, der akribisch vorgeht. «Wir gehen die Sache mit Demut an, aber natürlich mit Ambitionen», umreisst er die Ausgangslage. Es gelte nach den beiden verkorksten Saisons, den Spielern wieder das Sieger-Gen zu vermitteln: «Dazu braucht es viel Arbeit, Disziplin und Herzblut.»

Stattliches Kader

Dem FCG 15 steht ein stattlicher Kader zur Verfügung, in welchem sich erfreulicherweise auch neun Spieler befinden, die beim Verein ausgebildet wurden: Junge hungrige Spieler, welche gezielt mit charakterstarken Routiniers wie Torhüter Pablo Molina, Verteidiger Marc Hügli oder Publikumsliebling Edward Abayateye ergänzt wurden.

Letzterer wird vornehmlich als Assistenz-Trainer wirken, könnte aber auch als torgefährlicher Joker zum Zug kommen. Grosse Stücke halten Trainer und Sportchef übrigens auch von Eigengewächs Fabrizio Laus, der von seinem Naturell her kein «Lautsprecher» ist, dem aber zugetraut wird, noch vermehrt Verantwortung zu übernehmen.

Die Verantwortlichen setzten bewusst auf Kräfte, die sich mit dem Verein identifizieren, wohlwissend, dass die Grenchner das goutieren und bei entsprechenden Resultaten wieder zahlreich ins «Brühl» pilgern werden. «Es werden bestimmt auch Rückschläge kommen, aber ich habe das Vertrauen, dass hier etwas Gutes aufgebaut werden kann», schaut Roland Hasler zuversichtlich in die Zukunft. Ziel müsse es sein, wieder soweit zu kommen, dass ambitionierte Spieler aus der Region sich für ein Engagement in Grenchen entscheiden.

«Präsenz markieren»

Es besteht kein Zweifel, dass der FC Grenchen 15 in der 2. Liga der Gejagte sein wird. «Diese Herausforderung wollen und werden wir annehmen», gibt sich der erfahrene und erfolgreiche 1. Liga-Trainer kämpferisch. «Wir werden physische Präsenz markieren müssen. Dazu schwebt mir ein einfacher, gradliniger Fussball vor mit hohem Pressing und schnellen Umschaltprozessen», fügt er bei.

Mit dem Sieg im Hasenmatt-Cup hat man Selbstvertrauen tanken können und geht entsprechend gestärkt in die Saison, die mit dem Cup-Knaller gegen Iliria (Aufsteiger in die 2. Liga Inter) und vor wohl prächtiger Zuschauerkulisse kaum besser lanciert werden könnte.