Frauenhandball NLB

Extreme Entwicklung des HV Olten: Innert zwei Jahren von der 2. Liga an die Spitze der NLB

Die aktuell beste Torschützin der NLB: Ivana Ravlic-Müller (M.).

Die aktuell beste Torschützin der NLB: Ivana Ravlic-Müller (M.).

Nach der Hälfte der Qualifikation führen die Oltnerinnen die Tabelle der Nationalliga B an. Dies als Neulinge und trotz zuletzt zwei Niederlagen aus drei Spielen. Fünf ihrer sieben Auftritte konnten die HVO-Frauen erfolgreich gestalten. Die besten zwei Klubs qualifizieren sich für die Aufstiegsrunde.

«Unser Minimalziel bleibt der Ligaerhalt, nach oben lassen wir natürlich alles offen», sagt André Bichsel, der das Team  zusammen mit Christian Müller trainiert.

Bichsel konnte vor dem Saisonstart nicht abschätzen, was seine Spielerinnen  in der zweithöchsten Spielklasse erwartet. Insbesondere weil drei von sieben Konkurrenten zweite Teams  von NLA-Klubs sind.

Die Reserven von Zug,  Brühl und der Spono Eagles belegen im Moment  die Plätze zwei bis vier und sind nicht für die Teilnahme an den Aufstiegsspielen berechtigt. Das erleichtert den Oltnerinnen die Aufgabe. Aktuell haben sie ein Polster von sechs Punkten auf den sechsten Platz.

Erste Niederlage nach über einem Jahr

Es sei erst Halbzeit in der Qualifikation, merkt Bichsel an: «Wir sind gut gestartet, wurden mit den zwei Niederlagen aber zurück in die Realität geholt.» Das 26:28 am fünften Spieltag gegen Goldach-Rorschach war die erste Niederlage nach über einem Jahr.

«Wir hatten sehr viel Selbstvertrauen und wussten, dass unser Spiel wohl auch in der NLB funktioniert», so Bichsel. «Die beiden Niederlagen haben gezeigt, dass wir noch nicht am Ziel sind, sondern weiter an uns arbeiten müssen.»

Der Aufstieg an die Tabellenspitze der NLB ging rasend schnell. Dabei befanden sich die Oltnerinnen im Frühling 2017 noch im Tal der Tränen; sie stiegen in die 2. Liga ab. Einerseits wurden sie Opfer einer Modusänderung. Vier Tore fehlten zum Einzug in die Finalrunde.

Andererseits passte in der Abstiegsrunde dann aber auch gar nichts mehr zusammen. Sie haben lediglich Anlauf geholt, lässt sich konstatieren. Mit nur vier Verlustpunkten schafften die Oltnerinnen auf Anhieb die Rückkehr in die 1. Liga. Dort mussten sie sich in der vergangenen Saison in 20 Spielen nur einmal geschlagen geben ‑ zweiter Aufstieg in Serie. 

«Wir laufen im Moment personell am Anschlag»

Der Lauf hielt auch in der NLB an. Der HVO reihte zum Auftakt in die aktuelle Spielzeit vier Siege aneinander. «Irgendwann musste es passieren. Wir haben einfach einen schlechten Tag eingezogen», blickt Bichsel auf die Niederlage gegen Goldach-Rorschach zurück.

Die habe mehr geschmerzt als das 31:36 am Samstag bei Zug II. «Der Gegner war besser und vor allem breiter aufgestellt», so Bichsel. «Wir konnten in der ersten Halbzeit sehr gut mithalten. In der zweiten spielte Zug seine  Breite und auch Klasse immer mehr aus. Da hat es für uns nicht mehr gereicht.»

Das einzige, was dem Trainer etwas Kopfzerbrechen bereitet ist denn auch die Breite des Kaders. Mit Nina van Polanen fiel zuletzt die aktuell zweitbeste Torschützin aus. «Wir laufen im Moment personell am Anschlag. Es darf nicht mehr viel passieren», sagt der Trainer und hofft, dass sein Team von weiteren Ausfällen verschont bleibt.

Gut anderthalb Wochen können sich die Oltnerinnen noch erholen. Im November warten drei Spiele, die Entscheidung um den Einzug in die Aufstiegsspiele fällt dann in der zweiten Januar-Hälfte mit vier Spielen innert 15 Tagen.

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Autor

Raphael Wermelinger

Raphael Wermelinger

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