Einen Sieg mit zwei Toren Unterschied benötigten die Oltner im Rückspiel, um in die NLB aufzusteigen. Nach zehn Minuten war das Spiel ausgeglichen, danach ging der HV Olten dank zwei Toren von Julius Voelkin erstmals in Führung (6:4). «In den ersten zwanzig Minuten spielten wir sehr stark», blickt Trainer Hanspeter Arnold zurück. «Wir haben gezeigt, was wir können. Leider verloren wir in den restlichen zehn Minuten der ersten Halbzeit etwas den Faden.»

Gastgeber Kreuzlingen nutzte die Schwächephase der Oltner aus und stellt das Skore bis zur Pausensirene auf 15:13. «Wir waren in der ersten Halbzeit lange Zeit das klar bessere Team und müssen trotzdem mit einem Rückstand in die Pause. Das war sehr schade», so Arnold.

Der Favorit setzt sich durch

Der HV Olten konnte sich nach der Pause nicht steigern. Spätestens nach den Zeitstrafen gegen Moritz Aufdenblatten (43.) und Lukas Strebel (45.) war die Sache gelaufen. Zu diesem Zeitpunkt führten die Thurgauer mit vier Toren Unterschied.

Am Ende setzte sich der Favorit, der in dieser Saison alle dreissig Meisterschaftsspiele gewonnen, mit 33:27 durch. «Uns hat im zweiten Spiel wieder etwas das Wettkampfglück gefehlt», analysierte Arnold die beiden Aufstiegsspiele. «Und sicher auch die Routine, was kein Vorwurf ist an meine extrem junge Mannschaft. Kreuzlingen verfügt aber über deutlich erfahrenere Spieler. Das hat man gemerkt.»

Enttäuscht und stolz

Hanspeter Arnold ist enttäuscht. Es tue ihm vor allem für die Spieler, für die es aber eine wertvolle Erfahrung sei, und den Anhang leid. Insgesamt 700 Zuschauer sahen das Rückspiel in der Sporthalle Egelsee. «Etwa 120 bis 150 Fans sind mitgereist», freute sich Arnold. «Schon während der gesamten Saison wurden wir von unserem Anhang grossartig unterstützt, aber das hat alles in den Schatten gestellt.»

Viele seiner Jungs sagten ihm nach dem Spiel in der Kabine, dass sie so eine Stimmung und so ein Spiel noch nie erlebt hätten. Und ein paar seiner Spieler waren immerhin schon Schweizer Meister bei den Junioren. «Unsere Fans waren teilweise lauter als die Heimfans, die wie ihr Team am Anfang fast geschockt waren.» Dies beflügelte das Team. Bis zur 25. Minute war der HV Olten in der NLB. «Schade, dass wir es nicht durchziehen und die Unterstützung zum Aufstieg nutzen konnten.»

Positiv nach vorne schauen

Die Enttäuschung zu verarbeiten, werde noch einen Moment dauern, sagte Arnold, aber auch: «Wir können stolz sein. Es war eine super Saison. Leider hat das Happy End gefehlt.» Die Jetzt-erst-recht-Parole hat er schon gestern Morgen an seine Spieler verschickt. «Wir müssen nach vorne schauen, immer positiv und bereit für die nächste Aufgabe. Unser Ziel bleibt gleich.»

Arnold ist überzeugt, dass der HV Olten mit diesem Kader im hinteren Drittel der NLB mithalten könnte. «Aber den Aufstieg zu schaffen, ist halt schwierig.» Von 32 Klubs steigen am Ende der Saison nur deren zwei auf. «Kreuzlingen hat jedes Spiel gewonnen und war klar das beste Team. Wir hätten die Finalrunde vor Chênois abschliessen müssen, um ihnen im Kreuzvergleich aus dem Weg zu gehen. Aber wir müssen es akzeptieren und, wie gesagt, positiv nach vorne schauen.»

Frauen sorgen für zwei Aufstiege

Im Gegensatz zu den Männern hat das «Damen 1» des HV Olten den Aufstieg in die Nationalliga B im vergangenen Monat geschafft. Äusserst souverän mit zehn Siegen in zehn Finalrundenspielen. Die zweite Equipe zog nach und stieg von der 2. Liga in die 1. Liga auf. Dafür reichte am Ende ein 22:16-Sieg gegen den HSC Kreuzlingen II.

Das «Damen 3» erreichte in der 3. Liga die Aufstiegsrunde und belegte dort den fünften Schlussrang. Wie das Fanionteam verpasste auch das «Herren 2» den Aufstieg – in die 2. Liga. Nach einem 30:27-Heimsieg verloren die Oltner das Rückspiel beim HC Rheintal mit 16:30.