Eishockey
Swiss League überträgt ab nächster Saison alle Spiele live - mit eigener Streaming-Plattform

Die Swiss League baut auf die kommende Saison hin eine eigene, unabhängige Streaming-Plattform auf, auf welcher alle Spiele der Swiss League live zu sehen sein werden. Damit soll die zweithöchste Schweizer Liga den Fans näher gebracht werden. Man spricht von einem Meilenstein.

Silvan Hartmann
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Ein Kameramann im Einsatz in der Güttingersreuti des HC Thurgau im Jahr 2019.

Ein Kameramann im Einsatz in der Güttingersreuti des HC Thurgau im Jahr 2019.

Marc Schumacher/Freshfocus

Ab nächster Saison ist die Swiss League bekanntlich eine eigenständige Aktiengesellschaft - eng vernetzt mit der SIHF, der Swiss Ice Hockey Federation, die auch weiterhin für die Koordination verantwortlich ist. Nun hat die Swiss League AG am Donnerstag bekannt gegeben, dass auf die kommende Saison hin, gemeinsam mit Asport, eine eigene Streaming-Plattform aufgebaut wird. Über diese werden dann alle Swiss-League-Spiele live zu sehen sein.

Asport ist führender Technologieanbieter im Bereich der automatisierten Distribution von Sportveranstaltungen und hat im vergangenen Jahr beispielsweise mit der Handball League die Produktion von Live-Spielen automatisiert und bereits eine Videoplattform lanciert. Den Swiss League Fans, die damit näher an die Swiss League Clubs rücken, wird die digitale Möglichkeit geboten, alle Spiele der Swiss League live und on demand zu verfolgen. «Das ist ein Meilenstein», sagt Marc Thommen, Vizepräsident der Swiss League AG, auf Anfrage.

Die Swiss League Clubs werden ihre Bilder selber produzieren und vermarkten. Dadurch erlangt die Liga Gestaltungsfreiheit und sie erhofft sich auch mehr Visibilität. «Bereits bei der Gründung der Swiss League AG vor mehr als einem Jahr, haben sich die Club-Präsidenten darauf geeinigt, die ersten zwei bis drei Jahre insbesondere in Reichweite und Wahrnehmung der Swiss League zu investieren», hält der VR-Präsident der Swiss League AG, Jean Brogle, fest.

Der EHC Olten begrüsst die neusten Schritte und Entwicklungen. «Wir haben es vergangene Saison erlebt, als wir leider ohne Fans in den Stadien spielen mussten. Und dabei haben wir bewiesen, dass wir die Produktion im Griff haben», sagt EHCO-Präsident Marc Thommen. Der EHC Olten hatte seine Heimspiele, sofern sie nicht von MySports übertragen wurden, eigenständig aufgezeichnet und den Fans per Livestream angeboten – teilweise inklusive Studio mit Gästen aus der Branche.

Swiss League nächste Saison mit 10 Teams - oder gibt es zwei Aufsteiger aus der MySports-League?

«Bodenständigkeit, Tradition, Erlebbarkeit und Nähe zum Kunden über alle Generationen» seien zentrale Elemente, welche sich die Clubs der Swiss League in ihrem Strategiepapier auf die Fahne geschrieben haben, so die Liga weiter in einer Stellungnahme. Deshalb solle auch die Abwicklung sowie der Zugang zur Streaming-Plattform möglichst unkompliziert gelöst werden. Vorgesehen ist, dass die Fans mit dem Kauf des Saisonabonnements Zugang zur Plattform und allen Spielen erlangen sollen (ABO+-Modell). Die Ausarbeitung eines solchen Modells sei derzeit noch im vollen Gang.

Fix ist bereits heute, dass in der künftigen Swiss League zwischen 10 und 14 Teams spielen sollen, angepeilt wird mittelfristig eine 12er-Liga. Die Liga wird nächste Saison aber ziemlich sicher nicht mehr elf, sondern nur noch zehn Teams umfassen. Die EVZ Academy zieht sich bekanntlich zurück und der Schweizermeister der Swiss League steigt, sofern dieser sich für den Aufstieg angemeldet und die Bewilligung erhalten hat, ohne Ligaqualifikationsspiele als 14. Team in die National League auf.

Das zehnte Team der Swiss League wird der Aufsteiger aus der höchsten Amateurliga (MySports League) sein. Die sportliche Voraussetzung für den Aufstieg ist der Playoff-Halbfinal. Schaffen Basel oder Arosa den Halbfinal nicht, wird es womöglich zu einem Aufstieg am grünen Tisch für eines dieser beiden Teams kommen. Hingegen ist auch denkbar, dass Ende Saison sowohl Basel wie auch Arosa in die Swiss League aufsteigen, sollten etwa beide den Einzug in den MySports-Playofffinal schaffen.

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