Eishockey
Der EHC Bucheggberg ist «gut im Saft»

Das erste Saisonspiel entschied der EHC Bucheggberg in der 2. Liga für sich. Etwas Sorgen bereitet dem Präsidenten Peter Zimmermann das schmale Kader.

Raphael Wermelinger
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«Mit Matthias Rust haben wir einen der besten Goalies der 2. Liga», sagt Präsident Peter Zimmermann stolz.

«Mit Matthias Rust haben wir einen der besten Goalies der 2. Liga», sagt Präsident Peter Zimmermann stolz.

Hans Peter Schläfli

Der Saisonauftakt ist geglückt: Am Sonntag startete der EHC Bucheggberg mit einem 7:5-Auswärtssieg gegen den SC Altstadt Olten in die neue Meisterschaft der 2. Liga. Nachdem Bucheggberg im ersten Drittel zweimal vorgelegt hatte, lag die Mannschaft von Trainer Fritz Lanz im zweiten Abschnitt plötzlich mit 2:4 hinten. Bis zur zweiten Pause egalisierte Bucheggberg den Spielstand wieder, kassierte in der ersten Minute des Schlussdrittels aber das 4:5. Mit einem Doppelschlag in der 52. und der 53. Minute gelang Bucheggberg nochmals die Wende und zwanzig Sekunde vor Schluss sorgte Lukas Scherrer mit seinem vierten Tor für die Entscheidung.

«Es war ein ausgeglichenes und vom Niveau her gutes erstes Spiel», blickt Bucheggbergs Präsident Peter Zimmermann zurück. «Im letzten Drittel ist das Momentum auf unsere Seite gekippt. Weil wir gut im Saft sind – diesen Grundstein haben wir uns mit einem harten Sommertraining erarbeitet.» Etwas Sorgen bereitet ihm die etwas dünne Personaldecke, vor allem in der Defensive. Die Abgänge von Mirco Blumenthal und Julien Bonnet konnten nicht kompensiert werden. Ausserdem hat die Verletzungshexe zugeschlagen. «Von den fünf Verteidigern fällt einer für längere Zeit aus», sieht Peter Zimmermann Handlungsbedarf, «aber es ist nicht so einfach, Spieler zu finden. Die einzige Chance ist, dass es Teams mit breiten Kadern und Verteidigern gibt, die, statt die Wolldecke zu fassen, im Dezember lieber den Klub wechseln.»

2019 und 2020 schaffte es Bucheggberg in den Final

So seien denn im Moment auch die Stürmer gefordert, wichtige Defensivarbeiten zu übernehmen. Dass sie verteidigen können, haben die Bucheggberger in den Spielzeiten 2018/19 und 2019/20 bewiesen, als sie jeweils mit der statistisch besten Defensive in den Playoff-Final vorstiessen. «Wir haben immer noch routinierte Verteidiger im Team», so Zimmermann, «und ich darf mit Stolz sagen, dass wir mit Matthias Rust über einen der besten Torhüter der 2. Liga verfügen. Er ist zuverlässig und spielt konstant auf einem sehr hohen Niveau.»

Seit über zehn Jahren ist Peter Zimmermann der Präsident des EHC Bucheggberg. An der nächsten Generalversammlung des Klubs wird er zurücktreten. Die Nachfolge ist gesichert.

Seit über zehn Jahren ist Peter Zimmermann der Präsident des EHC Bucheggberg. An der nächsten Generalversammlung des Klubs wird er zurücktreten. Die Nachfolge ist gesichert.

zvg

Nachdem die letzte Saison aufgrund der Coronapandemie nach nur einer Partie abgebrochen wurde, erwartet der Präsident heuer eine ausgeglichene Meisterschaft. «Mein Geheimfavorit ist der EHC Meinisberg, der sich massiv verstärkt hat. Auch Koppigen hat ein breites Kader und Zunzgen-Sissach und Rheinfelden muss man sowieso immer auf dem Radar haben», sagt er zur Konkurrenz. Überrascht habe ihn auch der erste Auftritt des EHC Zuchwil Regio bei der Overtime-Niederlage gegen den EHC Brandis: «Zuchwil ist stärker als in der letzten Saison, als wir sie im einzigen Spiel 9:1 geschlagen haben. Es wird ein sehr offenes Rennen, einen Punktelieferanten sehe ich nicht in dieser Gruppe.»

Zuerst eine gute Position für die Playoffs ergattern

Druck habe der EHC Bucheggberg, der 2019/20 erst im Final vom EHC Zunzgen-Sissach gebremst wurde, in dieser Saison nicht. Alle acht Klubs werden die Playoffs erreichen. «Es ist schade, dass in der Qualifikation deshalb die Spannung ein bisschen fehlt», kommentiert Zimmermann den Modus, «aber es geht immerhin darum, sich eine gute Position für die Playoffs zu ergattern.» Das Ziel sei es, die Regular Season auf Platz vier oder fünf abzuschliessen.

Die 1. Liga ist beim EHC Bucheggberg kein Thema. «Sportlich hätten wir den Aufstieg in den vergangenen Jahren mehrmals geschafft. Aber um in der 1. Liga mitzuspielen, müssten wir unser Budget von 220 000 Franken im Minimum verdreifachen», verrät der Präsident.

Das mittel- und langfristige Ziel des Klubs heisst daher, in der 2. Liga so lange wie möglich eine wichtige Rolle zu spielen. Wenn es dafür irgendwann nicht mehr reichen sollte, werde der EHC Bucheggberg halt kleinere Brötchen backen. Die Klubs des Kantons Solothurn und der näheren Umgebung werden in den nächsten Jahren wohl nicht darum herumkommen, enger zusammenzuarbeiten und Kräfte zu bündeln, blickt Peter Zimmermann voraus: «Ideal wäre, wenn es wieder einmal ein 1.-Liga-Team gäbe in der Region – wie auch immer dieses heisst.» Der 68-Jährige wird sein Amt als Präsident des EHC Bucheggberg an der nächsten Generalversammlung nach über zehn Jahren abgeben. Die Nachfolge sei geregelt. «Sonst würde ich nicht gehen», sagt Zimmermann und warnt: «Es darf kein Vakuum geben, denn das würde einen Klub wie den unseren definitiv ins Schleudern bringen.»

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