Mountainbike

Einer der ersten vier Mountainbike-Lehrer des Landes

Vom Mountainbike-Guide zum -Lehrer aufgestiegen: der Trimbacher Dominik Hug (links).

Vom Mountainbike-Guide zum -Lehrer aufgestiegen: der Trimbacher Dominik Hug (links).

Der 36-jährige Trimbacher Dominik Hug gründete 2015 die «Bikebuebe» und machte sich in der Folge selbstständig. Jetzt ist er ein eidgenössisch anerkannter Mountainbike-Lehrer. Was dieser Beruf genau bedeutet, muss er oft erklären.

Seit gut zwanzig Jahren bildet der Radsport-Verband Swiss Cycling Mountainbike-Guides aus. Etwa 500 von diesen Instruktoren gibt es in der Schweiz. Mittlerweile hat Swiss Cycling seine Lehrgänge erweitert. Seit dem vergangenem Jahr lässt sich nebst der Basisausbildung und dem Advanced-Level auch der eidgenössische Fachausweis erwerben. Jüngst erhielten die ersten vier Swiss-Cycling-Guides den Fachausweis und haben damit den offiziellen Berufsstatus des Mountainbike-Lehrers inne.

Einer dieser vier ist der Trimbacher Dominik Hug, der sein Hobby zum Beruf gemacht hat. Es war ein langer Weg. Angefangen hat alles vor über zwanzig Jahren im frühen Teenager-Alter. Um dem letzten verbliebenen Babyspeck Herr zu werden, begann er mit dem Mountainbiken, schildert er lachend.

Sein erstes Bike war eines der Marke Wheeler, blau-grau mit Stahlrahmen, erinnert er sich: «Es hat mich schnell so richtig reingezogen. Das Mountainbiken wurde fast schon zu einer Sucht.» Ein Leben ohne Bike konnte er sich nicht mehr vorstellen: «Radfahren tut mir gut und es hat mir oft geholfen, Probleme zu verarbeiten. Ich kann im Sattel alleine den Kopf durchlüften oder aber gemeinsam mit einer Gruppe in der Natur unterwegs sein, das macht es abwechslungsreich.»

Den sicheren Beruf für das Hobby «geopfert»

Hug nahm an diversen Ausdauerrennen, 24-Stunden-Rennen sind seine bevorzugte Disziplin, teil und merkte mit den Jahren, dass das Biken für ihn mehr als eine Freizeitbeschäftigung ist. So gründete er im November 2015 zusammen mit einem Kollegen die «Bikebuebe», deren Angebot vor allem aus Technikkursen und geführten Touren besteht.

Vor knapp zwei Jahren folgte mit der Gründung einer GmbH der nächste Schritt. «Wir wurden professioneller», sagt Hug, der für seine angestrebte Selbstständigkeit seinen Beruf als Geologe aufgab. «Es brauchte Mut dazu. Ich habe etwa ein halbes Jahr mit mir gerungen, ob ich die Komfortzone wirklich verlassen soll», erinnert er sich.

Bereut hat er den Entschluss bis jetzt definitiv nicht. «Ich bin in der Natur unterwegs, habe viel Kontakt mit Menschen, vor allem auch mit Kindern und Jugendlichen, und kann meinem grössten Hobby nachgehen», sagt er über die Sonnenseiten seines Berufs.

Des Geldes wegen übt er diesen nicht aus. «Ich verzichte auf vieles, um vom Mountainbiken leben zu können», sagt er und schildert seine wahre Intuition: «Mir geht es eher darum, andere mit meiner Freude am Bikesport anzustecken. Die Erlebnisse, die mir dieser Sport bringt, weiterzugeben, schöne Touren zu zeigen, aber auch die richtige Technik zu lehren, um den Fahrspass der Kursteilnehmer zu erhöhen.»

Der geschützte Titel ist eine deutliche Aufwertung

Mit dem eidgenössischen Fachausweis in der Tasche darf sich Hug offiziell Mountainbike-Lehrer nennen. Diesen geschützten Titel sieht er als deutliche Aufwertung, trotzdem muss er im Gegensatz zu Berufskollegen wie Skilehrern oder Bergführern immer noch oft erklären, was er denn genau macht. Die vielseitige Antwort: Fahrtechnikkurse für Private, Vereine und Schulen, Unfallprävention und natürlich den Kunden die schönsten Touren und Trails zeigen.

Die ersten Voraussetzungen für den Fachausweis sind diverse J+S-Kurse und die Ausbildung zum Mountainbike-Guide bei Swiss Cycling, die sich über fast drei Jahre hinzog und ihm die Türe zur praktischen Prüfung im Oktober in Magglingen öffnete. Er zog das Thema Kurventechnik und musste eine einstündige Lektion dazu vorbereiten und mit einer Testperson vor den Experten präsentieren. Die theoretische Prüfung bestand aus einer 15-seitigen Arbeit, die er dem Thema Pumptracks widmete, sowie einem mündlichen Testteil. «Ich war beeindruckt vom Niveau der Experten und von der Professionalität», sagt er über die zeit- und kostenintensive Ausbildung.

Richtig verwirklichen kann sich Dominik Hug aktuell als Mountainbike-Lehrer allerdings noch nicht. «Ich wäre bis in den Herbst hinein verplant gewesen, musste aber vorläufig einiges absagen», sagt er. Das Corona-Virus erlaubt lediglich Ausfahrten alleine. Doch auch die wird der 36-Jährige auskosten.

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Autor

Raphael Wermelinger

Raphael Wermelinger

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