Die EHCO-Spieler rührten nach den drei äusserst blamablen Niederlagen zum Jahresstart mit der grossen Kelle zur Wiedergutmachung an: Stefan Mäder versprach eine Reaktion,
Martin Ulmer verkündete ein Spektakel und Captain Cédric Schneuwly rief das Spiel zum Charaktertest aus.

War dann doch alles nur heisse Luft? Diese Frage stellte sich gestern Abend wohl der eine oder andere der 2978 Zuschauer nach 26 gespielten Minuten. So war der EHC Olten gegen Winterthur plötzlich mit einem 2:2-Remis konfrontiert.

Notabene gegen den Zweitletzten der Swiss League. Gegen eine Mannschaft, die mit 4,2 Gegentreffer pro Spiel die mit Abstand schwächste Verteidigung der Liga stellt.

Dabei war im ersten Drittel der Wille der EHCO-Spieler, die Wiedergutmachung besonders ehrgeizig anzugehen, bis auf die Tribünen spürbar. Mit grosser Entschlossenheit kamen die Oltner dank eines Doppelpacks des überragenden Jewgeni Schirjajew zur frühen 2:0-Führung (4.). Einmal mehr nahm der EHCO in der Folge völlig unverständlich – wohl mit dem Gedanken, das Spiel locker-lässig über die Zeit zu schaukeln – den Fuss vom Gaspedal.

Sinnbildlich dafür stand etwa das technische Kabinettstückchen in doppelter Ausführung von Martin Ulmer, der seinen Gegenspieler mit der Scheibe am Stock austanzte und wie einen Schulbuben aussehen liess. Die Einlage des Oltner Topskorers war zweifellos überragend, unterhaltsam und auf technisch höchstem Niveau ausgeführt, aber im Endeffekt eben nutzlos.

Und so bäumte sich Winterthur, das immer wieder in ligaunwürdige Phasen rutschte, auf und spielte sich zurück in die Partie.

«Etwas zurückgelehnt» hätten sie sich, sagte Verteidiger Anthony Rouiller zum Einbruch und ergänzte: «Wir müssen auch nach einer Führung weiter hart arbeiten und dürfen nicht nachlassen», bemängelte Rouiller, der in dieser Woche sich zum EHCO bekannte und seinen Vertrag um zwei weitere Spielzeiten verlängerte.

Damit die Dreitannenstädter schliesslich doch noch auf die Siegerstrasse fanden, war das erste Tor von Brian Ihnacak im Oltner Dress vonnöten (33.). Es fiel in einer Phase des Spiels, in welcher die kurzzeitig aufgekommene Nervosität bei den Oltnern wieder einem mehr oder weniger gepflegten Spiel wich.

«Noch war nicht alles gut. Aber wir haben gesehen, dass wir erfolgreich sind, wenn jeder Einzelne sich an unser System hält und sich auf seine Arbeit besinnt. Weichen wir davon ab, erhalten wir Tore», sagte Dauerbrenner Jewgeni Schirjajew, der mehrmals hochkarätige Chancen vergab und sich damit einen Hattrick verspielte.

Schliesslich brachte Ueli Huber in der 36. Minute im Fallen den Zweitoreführung wieder herbei, worauf der EHCO das Spiel bis zum Schluss im Griff hatte und 68 Sekunden vor Schluss mit einem Empty-Netter von Schneuwly (auf Pass von Mischler!) alles klar machte.

Ganz allgemein strichen die Spieler nach den ersten drei Punkten des Jahres die Woche als Musterbeispiel hervor, in welcher die Zügel angezogen wurden und jeder die letzte Entschlossenheit tagein, tagaus von sich abrufen würde.

Darauf lasse sich aufbauen, meinte Schirjajew und warnte davor, eine gute Woche mit dem Auswärtsspiel gegen die Ticino Rockets (Sonntag, 15.45 Uhr in der Resega in Lugano) nicht noch zu verspielen. «Wir müssen uns auf unsere Leistung fokussieren und dürfen die Beine nach der langen Fahrt nicht im Car vergessen.»

Klar ist: Der Sieg über Winterthur wäre nur halb so viel wert, fasst man gegen die wilden Tessiner einen weiteren Auswärtsdämpfer gegen einen klaren Aussenseiter. Immerhin grüsst der EHCO wieder von Platz 2, nachdem Langenthal am Freitag gegen Thurgau 2:5 strauchelte.

Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker: