Massgeblich an der geglückten Aufholjagd vom 1:3 zum 3:3 gegen Luzerns Nachwuchs beteiligt war Offensivmann Loris Vernocchi. Das 2:3 in der 68. Minute des 20-Jährigen war sein erster Erstliga-Treffer im Solothurner Dress. «Er kam in einem guten Zeitpunkt, gab uns Hoffnung und brachte die Wende, wobei er aus dem Nichts gekommen ist», blickt Vernocchi, in Jegenstorf geboren, aufgewachsen und immer noch wohnend, zurück. Der Berner konnte einen von Ajeti geblockten Ball von Stauffer übernehmen. Glück hatte er, dass Gäste-Hüter Berbic das Streitobjekt nicht festhalten konnte und über seine Hände sowie die Torlinie trudelte. «Luzern wurde nun nervös», sieht er das Motiv für den Umschwung.

Zum Ausgleich führte wieder ein Duell zwischen dem Solothurner Stürmer und dem Zentralschweizer Schlussmann in der vierten Nachspielminute. «Beim Penalty an der Grundlinie ist er mir in die Füsse gehechtet», erzählt Vernocchi. Den Elfer versenkte Mast souverän.

Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung

Der schlaksige 1.85-Meter-Mann ist durch Zufall zum FC Solothurn zurückgekehrt, für den er bereits von der U13 bis zur U15 auflief. Er war auf der Suche nach einer neuen Herausforderung. Zufällig begegnete Vernocchi im Berner Wankdorf-Center seinem ehemaligen Juniorentrainer Francisco Fernandes. «Dabei fragte er mich, ob Solothurn für mich auch ein Thema sein könnte», schildert er.

Dieses Gespräch führte zum Kontakt mit Sportchef Hans-Peter «Bidu» Zaugg und zum Übertritt zu den Ambassadoren. «Ein Grund für diesen Wechsel ist auch, dass ich verschiedene Spieler, das Umfeld und die Anlagen kennen», betont der Jegenstorfer.

Sprungbrett für höhere Ambitionen

Vernocchi will in Solothurn einen neuen Anlauf nehmen, als Sprungbrett für höhere Ambitionen. Als Vierjähriger packte ihn in der Fussballschule des SC Jegenstorf die Fussballbegeisterung. Als Elfjähriger führte ihn sein Talent 2010 in die U12 der Berner Young Boys. Auf die Rückrunde 2011 kam der Wechsel zu Solothurn, nach zweieinhalb Jahren für eine Saison zur U16 von Thun.

Auf die Spielperiode 2016/17 kehrte er in die Bundesstadt zurück und zur U17 von YB. Weil es für die U18 nicht reichte, suchte Vernocchi einen neuen Weg über Aktivligen. «Ich wollte in der 3. Liga mit Tore schiessen Ausrufezeichen setzen», begründet er den Wechsel zum FC Schüpfen im Seeland. Dort entdeckte ihn Konolfingen aus der 2. Liga inter. «Hier lernte ich Flügel spielen und kann nun neben dem Mittelstürmer auf zwei Positionen eingesetzt werden», blickt er auf diese zwei Jahre zurück.

Den Berufshorizont erweitern

Seine schulischen und beruflichen Ausbildungswege sind eng mit dem Fussball verbunden. Nach der sechsjährigen Primarschulzeit in Jegenstorf durfte Vernocchi die dreijährige Oberstufe dank Vermittlung von FCS-Nachwuchschef Ronald Vetter in der Talent-Förderklasse im Solothurner Schulhaus Schützenmatt absolvieren. Durch den Wechsel zur U17 von YB konnte er als Swiss-Olympic-Karten-Inhaber eine Sport-KV-Ausbildung beginnen.

Nach dem Ausscheiden aus dem Nachwuchsbereich musste Vernocchi eine neue Lehrstelle suchen und das erste Lehrjahr wiederholen. Gestern hatte er nach erfolgreichem Lehrabschluss seinen letzten Arbeitstag in der Stadtverwaltung Bern. Ab Oktober wird er in einer 80-Prozent-Anstellung in der Stadtverwaltung Thun seinen Berufshorizont erweitern.

Keine einfachen Spiele

Zunächst gilt das Augenmerk dem Sport und dem FC Solothurn mit dem Auswärtsspiel in Zug: «Nach dem 2:2 von Zug in Biel sind wir gewarnt, es gibt keine einfachen Spiele in dieser ausgeglichenen Gruppe», gefällt Vernocchi die offensive Spielweise als Doppelspitze mit Loïc Chatton.