Unihockey

Ein Solothurner Derby voller Emotionen und ein Happy-End

Mittellands Marvin Richner scheitert einmal mehr vor dem Deitinger Tor.

Mittellands Marvin Richner scheitert einmal mehr vor dem Deitinger Tor.

Das erste Unihockey-Erstligaderby zwischen Unihockey Mittelland und dem TSV Unihockey Deitingen endete mit einem klaren Sieg für die Gastgeber. Der auf dem Papier deutliche 7:2-Sieg der Heimmannschaft täuscht jedoch über den lange Zeit knappen Spielverlauf hinweg.

Es waren bewegende Worte, die die 150 Zuschauer in der gut gefüllten Giroud-Olma-Halle vor dem Solothurner Erstliga-Derby zu hören bekamen. Unihockey Mittelland nahm vor dem ersten Meisterschafts-Heimspiel noch einmal Abschied vom im Sommer während einer Bergtour tödlich verunglückten Spieler Raphael Hasler. «Ruhe in Frieden, Raphi. Immer einer vor uns», schloss der Sprecher seine emotionale Ansprache, welcher eine Trauerminute folgte.

Das alles rückte das folgende Spiel natürlich in ein anderes Licht. Ein solcher Schicksalsschlag schüttelt einen ganzen Verein durch und wirft auch in der (kleinen) Unihockey-Welt seine Wellen. Die beiden Mannschaften versuchten trotzdem, so schnell wie möglich wieder in den sportlichen Alltag zurückzukehren. Was ihnen auch gut gelang. Die beiden Kantonsrivalen schenkten sich in den folgenden zwei Stunden nichts auf dem Feld. Es wurde gekämpft, gerannt, gejubelt und geflucht. Mit dem besseren Ende für Unihockey Mittelland, welches letztlich mit einem (zu) klaren 7:2-Sieg vom Feld ging.

Lange Zeit ein Spiel auf des Messers Schneide

Bis es so weit kam, war es lange Zeit ein Spiel auf des Messers Schneide. Die Gastgeber führten die etwas feinere Klinge und hatten mehr Ballbesitz als die wuchtigeren und physisch präsenteren Deitinger. Im Abschluss sündigten indes beide Mannschaften. Der verschossene Penalty von Olten-Zofingens Florian Bortis war sinnbildlich für die glücklosen Offensivbemühungen. Er verlor den Ball, bevor er überhaupt zum Abschluss kam.

Nach einem torlosen, ersten Drittel schafften es die Mittelländer, den Bann zu durchbrechen. Ein Doppelschlag, darunter ein Shorthander, sorgte für eine 2:0-Führung. Die Deitinger reagierten heftig und übernahmen das Spieldiktat. Nach Eyers schnellem Anschlusstreffer verschoss zunächst Zeller seinerseits einen Penalty, danach rettete der starke Mittelland-Goalie Nils Wullschleger mehrmals mirakulös. In dieser Phase hätte das Spiel gut aufseiten der Wasserämter kippen können. Tat es aber zum Bedauern von Trainer Beni Keller nicht: «Wir hätten nach dem zweiten Drittel führen müssen. Aber uns fehlte im Abschluss der Killerinstinkt.» Dass man mit (dem ex-Mittelländer) Manuel Mucha einen abschlussstarken Mann verloren hat, der in der vergangenen Saison 50 Skorerpunkte garantiert hatte, machte sich in dieser Phase bemerkbar. «Alle haben ein wenig darauf gewartet, dass ein anderer Spieler die Verantwortung übernimmt», monierte Keller.

Vertrauen für den weiteren Saisonverlauf

Denn die Deitinger Sünden im Abschluss wurden schliesslich gnadenlos bestraft. Die Mittelländer, die ihrerseits auf dem «letzten Meter» lange zu kompliziert agiert hatten, fanden im letzten Drittel plötzlich den Weg zum erfolgreichen Torschuss und zogen uneinholbar davon. Sehr zur Freude von Trainer und Geburtstagskind Björn Karlen: «Wir sind sehr geduldig geblieben und hatten das Spiel bis auf eine Phase im zweiten Drittel, als es hektisch wurde, gut unter Kontrolle.» Wichtig war Karlen in diesem Zusammenhang, dass der «Plan» umgesetzt wurde und schliesslich auch aufging: «Das gibt uns Vertrauen für den weiteren Saisonverlauf.»

Am Ende gab es aufseiten der Mittelländer viele glückliche Gesichter zu sehen, trotz des emotionalen Starts in diesen Sonntag-Nachmittag. «Die Mannschaft hat sich diese Zeremonie vor dem Spiel gewünscht. Umso schöner, dass wir diese Emotionen am Ende in ein tolles Spiel umsetzen konnten», freute sich Björn Karlen.

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