Bankdrücken
Ein echter Kerl: Urs Auf der Maur hat die stärksten Muskeln

Muskeln, Schweiss, harte Kerle. Zum 3. Mal organisierte das ABC Fitness-Center im Wangner Salzhaus die Offene Schweizer Meisterschaft im Bankdrücken. Mit 56 Teilnehmern und gut 100 Zuschauern konnte ein positives Fazit gezogen werden.

Jonas Burch
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Liess die Muskeln am besten spielen: Urs Auf der Maur (in Schwarz) verteidigte seinen Vorjahressieg und stemmte stolze 210 Kilogramm. Jonas Burch

Liess die Muskeln am besten spielen: Urs Auf der Maur (in Schwarz) verteidigte seinen Vorjahressieg und stemmte stolze 210 Kilogramm. Jonas Burch

Egal ob der gestrige Gesamtsieger Urs Auf der Maur, oder der deutsche Stargast Markus Hoppe – Marcel Ingold stellt sie alle in den Schatten: 65 Jahre, 25 Weltrekorde, 36 EM- und WM-Teilnahmen. Der Bettlacher geniesst in der beschaulichen und familiären Kraftsport-Szene längst Kultstatus. «Es ist wie eine Sucht», sagt Ingold, der seit 42 Jahren Hanteln, Eisen und sonstige Gewichte stemmt. Trotz dem beeindruckenden Palmares (6 Weltmeister- und 13 Europameister-Titel) ist der Solothurner keiner, der die grosse Bühne sucht. Lieber gibt er Tipps, oder fachsimpelt mit seinen Muskelgenossen. Noch immer stemmt er satte 92,5 Kilogramm auf der Bank, «aber ich spüre schon, dass die Kraft mit dem Alter nachlässt. Aufhören kommt trotzdem nicht infrage», stellt er klar. Am Ende reichte es dem zweifachen Familienvater auf den 8. Gesamtrang – und das mit 65 Jahren.

An der Spitze mischten andere mit. Der Innerschweizer Urs Auf der Maur war wiederum eine Klasse für sich und setzte sich mit 12 Punkten Vorsprung gegen Tilo Kupper und Petar Lesic durch. Besonders erfreulich war der Anteil von Jungathleten unter den 56 Startplätzen. So massen sich 18 Teilnehmer noch nie zuvor unter Wettkampfbedingungen.

«Mit diesem Anlass wollen wir vor allem den Jungathleten eine Plattform bieten. Deswegen wird auch die Regelauslegung toleranter gehandhabt», sagt Mitorganisator Daniel Nutt. «Bei Weltmeisterschaften gilt schon ein Bewegen des Fusses als ungültiger Versuch. Durch unsere Regel-Lockerungen wollen wir zusätzliche Motivation unter den Teilnehmern schaffen», ergänzt Schiedsrichter Stefan Fiechter.

Umso zufriedener ist man mit der Teilnehmerzahl – 56 Athleten in unterschiedlichsten Kategorien, sowie gute 150 Zuschauer im Salzhaus. Eine Bilanz, die sich durchaus sehen lassen kann. Trotzdem schwingt nebst all den positiven Aspekten, auch immer dieser eine, unbequeme Faktor mit: das Geld. Die Sponsoren-Einnahmen sind minim, vieles wird mit den Startgeldern finanziert. «Wir sind uns natürlich bewusst, dass wir eine Randsportart betreiben. Finanziell profitieren können wir von diesem Anlass nicht wirklich», sagt Daniel Nutt, der zusammen mit 30 Helfern zwei Tage lang ununterbrochen auf den Beinen war.

So oder so will man diesen Mikrokosmos weiter erhalten und im nächsten Jahr die 4. Auflage der SM veranstalten. Die Szene würde es freuen, und Marcel Ingold sowieso.

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