In der 93. Minute musste die Mannschaft von Aziz Sayilir die zweite schmerzhafte Saison-Heimniederlage, nach dem 0:1 gegen Münsingen, hinnehmen. Ein unnötiger Ballverlust in der eigenen Angriffszone stand am Ursprung des entscheidenden Treffers. Mit der perfekten Ballverlagerung Sessolos von der Tribünenseite auf links konnte Gomes im freien Raum den Ball optimal annehmen und souverän abschliessen. Jeffrey Grosjean war chancenlos.

Fleurys Aufsetzer

Dabei begann für den Gastgeber alles optimal. In der vierten Minute zog Fleury aus 25 Metern ab und sein Aufsetzer landete via linken Pfosten unhaltbar zum Führungstreffer im YB-Kasten. Auf diesen vielversprechenden Frühstart konnten die Einheimischen nicht aufbauen. «Die erwartete Dynamik haben wir nicht entwickeln, wir konnten unsere Stärke, mit erhöhtem Tempo zu spielen, nicht abrufen», erkannte Sayilir. Die Aussenbahnen blieben ohne Einfluss und in der Mitte machten die Berner die Wege zu. Die Technik und Schnelligkeit der Gäste führte zu feldmässigen Vorteilen. Mit ihrer ausgeprägteren Laufarbeit brachten die Berner Bewegung und Intensität ein. Der Ausgleichstreffer fiel nicht unerwartet. Nachdem sich Hunziker den Ball auf Karaboga-Vorlage von Von Ballmoos abnehmen lassen musste, gab Gomes beim Gegenstoss einen ersten Warnschuss ab (18.). Umgehend stiess YB wieder links vor und Joss schloss Sessolos Vorgabe mit einer Direktabnahme zum 1:1 ab (19.).

Die Solothurner versuchten sich vergeblich, wieder reinzukämpfen. «Wir konnten an unsere Leistung vom letzten Spiel nicht anknüpfen», musste Sayilir feststellen. Mit ihrer effektiveren Abgeklärtheit hielten die Gäste die Platzherren auf Distanz. Akzente konnte kein Team setzen.

Stauffer mit der besten Chance

Das Spiel flachte ab. «Es gab zu wenig Chancen für beide Teams», fügte Sayilir an. Nur je einmal wurde es beidseits brenzlig. In der 70. Minute hielt Jeffrey Grosjean seine Mannschaft gegen Kastrati im Spiel. «Wir haben zwei Supergoalies und ich will nicht, dass einer die ganze Zeit auf der Bank sitzt», so Sayilir zum Torhüterwechsel. Sechs Minuten später bot sich den Solothurnern die beste Möglichkeit: Stauffer kam dank Doppelpass mit Karaboga zum Abschluss, doch Von Ballmoos rettete mit Reflex. Als alle mit dem Unentschieden rechneten, kam die fatale 93. Minute.